Stadtbücherei und Volkshochschule

Penzberg: Applaus für „wohnzimmer“-Projekt in der Rathauspassage

penzberg-rathauspassage-projekt-wohnzimmer
+
Das Erdgeschoss der Rathauspassage soll im „wohnZimmer“-Projekt zu einem städtischen Treffpunkt umgestaltet werden.
  • Andreas Baar
    vonAndreas Baar
    schließen

Penzberg – Das Projekt „wohnZimmer Rathauspassage“ von Bücherei und Volkshochschule nimmt Fahrt auf. Eine Umfrage ist fertig und ein Förderantrag wird gestellt.

Am Ende gab es im Penzberger Ausschuss für Verwaltungs-, Finanz- und Sozialangelegenheiten Applaus von den Stadträten: Stadtbüchereileiterin Katrin Fügener, Mitarbeiterin Ilka Heissig und Katja Wippermann, Chefin der Volkshochschule (VHS), hatten soeben leidenschaftlich für das „wohnZimmer“-Projekt geworben. Wie berichtet, soll dabei das Erdgeschoss der Rathauspassage zu einem städtischen Treffpunkt werden – mit einer hohen Aufenthaltsqualität und für alle Generationen. Im August 2019 hatte sich Fügener erfolgreich bei der Kulturstiftung des Bundes für die Teilnahme an „hochdrei – Stadtbibliotheken verändern“ beworben. Die Stiftung schießt immerhin um die 78.000 Euro zu den rund 90.000 Euro Gesamtkosten für die Konzeptentwicklung dazu. Dazu gehört auch ein Bürgerdialog. Im vergangenen Jahr gab es Workshops, Infostände beim Stadtlesefest, einen Videoclip und heuer von Februar bis März eben eine Online-Umfrage.

Präsentierten das „wohnzimmer“-Projekt: (v.l) Katja Wippermann (VHS-Leiterin), Katrin Fügener (Bücherei-Chefin) und Büchereimitarbeiterin Ilka Heissig.

565 Teilnehmer bei Umfrage

An dieser nahmen in fünf Wochen 565 Personen teilt, berichtete Fügener im Ausschuss. Hauptsächlich genutzt werde die Passsage zum Einkaufen und dem Büchereibesuch. Das wichtigstes aber: Satte 91,5 Prozent der Umfrageteilnehmer finden, dass die Örtlichkeit „einladender gestaltet werden muss“, so Fügener. 81,6 Prozent würde die Passage gar überhaupt nicht gefallen. Fazit: „Es muss was getan werden“, bekräftigte Fügener und machte deutlich, dass es Möglichkeiten gebe: „Dafür ist Platz da.“ Sie schwärmte von eine „pulsierenden Herzen der Stadt“, dass man schaffen könne. In der Passage lasse sich eine „hervorragende Begegnungsstätte für alle Generationen“ verwirklichen., ergänzte Büchereimitarbeiterin Heissig.Eines ist nicht vorgesehen: Große Kulturevents oder gar Abendkneipen werde es aus Rücksicht auf die Geschäftsleute und Anwohner nicht geben, machten Fügener und VHS-Chefin Wippermann unisono klar.

Grenzenlos in der Rathauspassage

Im Zuge einer Umgestaltung der Rathauspassage Volkshochschule (VHS) und Stadtbücherei auf eine Entlastung bei ihrer Raumsituation. Dies machten die beiden Leiterinnen Katja Wippermann (VHS) und Katrin Fügener (Bücherei) bei der Präsentation des „wohnZimmer“-Projekts im Sozialausschuss deutlich. Bei der Umfrage wurde Kritik an den dortigen Verhältnissen geübt. „Es besteht Handlungsbedarf“, mahnte Fügener. „Es ist bei uns einfach zu eng.“ In der VHS, die eh unter der Corona-Krise leidet, stöhnt man: Die Passage „macht wenig sichtbar“, was sich hinter der Bildungsstätte verbirgt, klagte Chefin Wippermann. Die Optik sei zu steril, die Glasfronten wenig geeignet für Kurse. Man wolle „im Herzen der Stadt“ bleiben, betonte Wippermann. Sie kann sich jedoch eine Auslagerung von Teilen der VHS vorstellen und brachte das alte Schlachthof-Areal ins Spiel. Büchereichefin Fügener schwebt in der Passage eine Verzahnung mit der VHS vor, um „vermehrt Grenzen aufzulösen“. Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) verwies beim Raumproblem auf die alte Bücherei am Rathausplatz, auch müsse man das Nebengebäude des Metropolgebäudes entwickeln.

„Modellraum“ im Herbst

Konkret ist noch nichts. Die Förderung läuft laut Fügener über einen zweijährigen Zeitraum. Im Herbst will sie „einen Modellraum“ aufbauen. Den Abschlussbericht will Fügener im Januar 2022 dem Stadtrat präsentieren – dieser muss letztendlich über die Umsetzung befinden.

Beispiel für eine „offene Bücherei“ in Gouda/Niederlande.

Vom Ausschuss jedenfalls gab es großes Lob für das Projekt. „Es muss natürlich etwas passieren“, sagte Ute Frohwein-Sendl (PM) über die Situation in der Passage. Christian Abt (CSU) find es generell eine gute Idee, „die Passage mit Leben zu füllen“, merkte jedoch an, dass dies Geld kosten wird. Was Büchereileiterin Fügener durchaus einräumte. Allerdings könne man „was Ordentliches“ machen, von dem viele Menschen etwas hätten. Und überhaupt: „Man muss einfach groß denken.“ Regina Bartusch (SPD) mahnte, nicht die Nutzer und Bewohner der Passage zu vergessen – wichtig sei ein „Mitnehmen von allen“. Kerstin Engel (Grüne) unterstützte das Vorhaben, die „kalte, traurige Liegenschaft wirklich mal auf Vordermann zu bringen“. Eine Aufwertung der Immobilie „wird höchste Zeit“, sagte sie. Engel hatte gleich einen Finanzierungsvorschlag: Die 700.000 Euro, die eh im städtischen Haushalt für einen Seniorentreff reserviert sind, könne man nutzen

Am Dienstagabend machte der Stadtrat den Weg für eine weitere Finanzierung des „wohnZimmer“-Projekts frei: Einstimmig wurde beschlossen, dass die Stadt einen Förderantrag für den Städtebau-Sonderfonds „Innenstädte beleben“ stellt. Zudem sollen die Planungen fortgeführt werden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona in der Region: Vier Fälle in Weilheim-Schongau - einer in Penzberg
Corona in der Region: Vier Fälle in Weilheim-Schongau - einer in Penzberg
Futsaler des FC Penzberg fahren morgen zur Deutschen Meisterschaft
Futsaler des FC Penzberg fahren morgen zur Deutschen Meisterschaft
Reifen abgefahren: Biker haben nach Unfall bei Kochel jetzt Ärger
Reifen abgefahren: Biker haben nach Unfall bei Kochel jetzt Ärger

Kommentare