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Penzberg: Autozulieferer Winning will auf HAP-Gelände ziehen

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Von: Andreas Baar

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HAP-Gelände: Mit dem Einzug von Geiger war es nichts geworden, jetzt hofft die Stadt auf den Autozulieferer Winning. © Andreas Baar

Penzberg – Der Autoteilehersteller Winning will kommendes Jahr mit seinem Münchner Werk auf das ehemalige HAP-Gelände in Penzberg ziehen.

Seinen Jahresrückblick nutzte Penzbergs Rathauschef Stefan Korpan in der letzten Stadtratssitzung 2021 auch, um eine erfreuliche Nachricht zu verkünden: Auf dem, seit der Werksschließung von Hörmann Automotive Penzberg (HAP) im Sommer 2020, ungenutzten Areal an der Seeshaupter Straße soll endlich wieder ein Unternehmen einziehen. Laut Korpan handelt es sich um die Firma Winning, einen Hersteller von Komponenten für den Fahrzeugbau.

Wie Korpan auf Nachfrage erklärte, wolle das Unternehmen sein Münchner Werk am Frankfurter Ring in Penzberg ansiedeln. Das Vorhaben sei „zu 99,9 Prozent sicher“. Winning würde das Objekt von der Hörmann-Gruppe anmieten, so der Rathauschef. Die Unterschriften sollen wohl bereits kommenden Woche unter die Verträge gesetzt werden. Er habe von Winning jedoch das Einverständnis bekommen, den Umzug jetzt schon bekanntzugeben.

Umzug für 2022 geplant

Der Autozulieferer hatte sich bereits bei der Ausbildungsmesse in der Stadthalle präsentiert. Das Unternehmen war auf der Suche nach einem neuen Standort auf die Stadt zugekommen. Im September hatten sich Vertreter neben anderen Firmen bei einer nichtöffentlichen Sondersitzung im Stadtrat präsentiert.

Es ging damals um die große Industriefläche im Nonnenwald, das Grundstück hinter dem Druckzentrum war zuvor für die Fusionskraftwerk-Forschung von Marvel Fusion im Gespräch gewesen. Doch die Fläche kam aus Platzgründen für Winning nicht in Betracht. Der Autoteilehersteller will laut Korpan an der Seeshaupter Straße einen Standort mit 350 bis 400 Mitarbeitern aufbauen. Der Umzug aus München sei für 2022 geplant.

Winning bestätigt Interesse

Seitens von Winning werden Korpans Aussagen zum Standortwechsel bestätigt. Man stünde in engem Kontakt zu den Eignern, sagt Prokurist und Werkleiter Sieghard Hall auf Anfrage. Es gebe konkrete Absichtsbekundungen, einige Dinge müssten aber „finalisiert werden“.

Das Unternehmen Winning BLW hat seinen Sitz in Remscheid. Es gehört zur tschechischen Winning-Gruppe in Brünn. Das Münchner Werk stammt aus der Insolvenzmasse des deutschen Unternehmens Sona, dass 2020 von Winning aufgekauft worden war. Die Automotive-Sparte von Winnig unterhält nach Firmenangaben Werke in Remscheid, Duisburg und eben in München mit einem Jahresumsatz von 207 Millionen Euro und 960 Mitarbeitern.

Ist die Hängepartie vorbei?

Mit dem Gelände an der Seeshaupter Straße gibt es seit dem HAP-Aus eine Hängepartie. Zuletzt hatte im Mai der Kunststofffertiger Geiger seine Einzugspläne storniert. Geiger Automotive wollte seine Werke in Murnau und Ziemetshausen in Penzberg zusammenfassen. Doch ein Gutachten habe einen zusätzlichen Sanierungsbedarf ergeben, über den man sich mit dem Vermieter nicht einigen konnte, erklärte damals Geschäftsführer Martin Thorbjörnson der Rundschau.

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