Freiwillig für 6800 Mitarbeiter

Penzberg: Bei Roche starten Betriebsärzte mit Corona-Impfungen

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Sie warten auf die Kollegen zum Corona-Impfen: Das Team der Medizinischen Dienste von Roche in Penzberg.
  • Andreas Baar
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Penzberg - Der Pharmakonzern Roche hat am Mittwoch (9. Juni) im Penzberger Werk mit der Corona-Impfung seiner Belegschaft begonnen. Das Angebot ist freiwillig.

Bei Roche hatte man in Sache Corona-Impfungen eh ungeduldig in den Startlöchern gestanden. Wie berichtet, hatte sich das Pharmaunternehmen im April bei einem Modellprojekt der Staatsregierung zur Corona-Betriebsimpfung beworben. Daraus wurde jedoch nichts, der globale Großkonzern landetet nicht auf der Anfang Mai präsentierten offiziellen Liste, die von mittelständischen Betrieben geprägt wurde. Dennoch wurde damals im Nonnenwald grundsätzlich begrüßt, dass eine Entscheidung gefallen ist, „damit jetzt Klarheit besteht und Betriebsärzte ab sofort dazu beitragen können, mehr Menschen gegen Corona zu impfen“, so Werkleiter Dr. Ulrich Opitz.

Allerdings machte der Penzberger Topmanager auch deutlich, dass man gern dabei gewesen wäre, allein schon wegen des eigenen Selbstverständnisses: „Aus unserer Sicht wäre es zusätzlich absolut sinnvoll, die Systemrelevanz von Unternehmen bei der Entscheidungsfindung ebenso zu berücksichtigen“, wurde Opitz in einer Pressemitteilung zitiert. Roche hielt sein Angebot aufrecht: Wenn es möglich sei, sollen Mitarbeiter und in eine nächsten Schritt Familienangehörige und auch Penzberger Bürger geimpft werden, kündigte das Unternehmen an. Stünde genug Impfstoff zur Verfügung, wären laut Opitz bis zu 500 Impfungen am Tag möglich. Eine Zahl, die realistisch war, wie sich jetzt zeigt.

Im Roche-Werk in Penzberg arbeiten rund 6800 Menschen.

Ab sofort besteht für Unternehmen in Deutschland die Möglichkeit, ihre Mitarbeiter gegen Corona zu impfen. Und so startete Roche in Penzberg jetzt selbst mit dem Angebot für die Belegschaft. Dies gab unmittelbar danach der Penzberger Konzernsprecher Johannes Ritter entsprechend zufrieden bekannt. Die Mitarbeiter haben die Möglichkeit, sich durch die fünf Betriebsärzte der werkseigenen Medizinischen Dienste gegen Corona impfen zu lassen. Für die erste Woche stehen circa 500 Impfdosen zur Verfügung, so Ritter – just die Zahl, die Werkleiter Opitz noch Anfang Mai ins Spiel gebracht hatte. Die Impfung erfolgt auf freiwilliger Basis, betont Sprecher Ritter. Man kann sich im internen System auf elektronischem Weg sowohl für die Erst- als auch die Zweitimpfung registrieren. Den kurzen Piks gibt es im Werk, in den Räumlichkeiten der Medizinischen Dienste.

Chef-Betriebsarzt ist zufrieden

Die Betriebsärzte bestellen ab sofort wöchentlich die maximal mögliche Menge an neuen Impfstoffen. Die gelieferten Dosen werden nach und nach an die Belegschaft verimpft. Dr. Thorsten Böhme, Betriebsarzt und Leitender Arzt der Medizinischen Dienste im Werk Penzberg: „Mein ganzes Team arbeitet mit viel Herzblut und Engagement seit vielen Wochen daran, unseren Mitarbeitenden ab sofort Corona-Impfungen anbieten zu können.“ Böhme zeigte sich entsprechend zufrieden, dass es losgeht. Man könne „einen wichtigen Beitrag in der Bekämpfung der Pandemie leisten”.

„Keinen Einfluss“ auf Vakzin und Menge

Verimpft wird bei Roche übrigens kein bestimmtes Vakzin, sondern das, was jeweils gerade angeliefert wird, war zu erfahren. Der Impfstoff sei abhängig von den Zuteilungen, so Konzernsprecher Ritter gegenüber der Rundschau. Man habe „keinen Einfluss“ auf Art und Menge der Lieferung.

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