Premiere am Säubach

Penzberg: Biberexperte mit VHS auf Exkursion

Auf dem Foto ist ein Biber in seinem Lebensraum im Wasser zu sehen.
+
Scheuer Zeitgenosse: Diesen Biber hatte Walter Heußler vor einiger Zeit aufgespürt.

Penzberg – Es war eine Premiere, und sie war ein Erfolg: Erstmals bot Experte Walter Heußler bei der Penzberger Volkshochschule (VHS) eine Biber-Exkursion an.

Walter Heußler ist zufrieden. „Das ist mehr wie gut gelaufen“, meint der Penzberger. Der 76-Jährige war noch vor der aktuellen Corona-Situation auf Spurensuche im Stadtgebiet unterwegs gewesen. Mit 14 aufmerksam zuhörenden Teilnehmern seiner Biber-Exkursion. Heußler ist Experte und Fachberater im Landkreis Weilheim-Schongau für alles rund um die großen Nagetiere. Nun war er mit seiner Gruppe am Säubach unterwegs. „Im Herzen von Penzberg“, wie er sagt. Den genauen Ort will er lieber nicht erwähnt haben – der scheue Baumeister soll nicht gestört werden. Die Resonanz auf seine VHS-Premiere war groß, obwohl die Gruppenzahl aus Corona-Gründen auf 15 Teilnehmer gedeckelt war. „Ich war total überrascht“, freut sich Heußler – sogar aus Holzkirchen war eigens eine Familie angereist. Heußler zeigte einen Biberdamm und umgenagte Bäume. „Man hat wirklich was gesehen.“ Nur ein echtes Tier bekamen die Zuhörer nicht zu Gesicht. „Das wäre wie ein Fünfer im Lotto“, schmunzelt Heußler. Zum Ausgleich hatte er eigens zwei ausgestopfte Exemplare als Anschauungsmaterial aufgestellt.

Biber fühlt sich wohl in Penzberg

Darüber hinaus verteilte der Experte Infomaterial und Warnwesten vom Kreisjagdverband an die Kinder. Denn Heußler will bei seinen Führungen nicht nur über den Biber erzählen. Die Natur als Ganzes wolle er darstellen: „Ich will zeigen, dass es noch andere Wildtiere gibt.“ Knapp zwei Stunden dauerte die Exkursion. Am Ende waren alle begeistert. Sollte es die Situation in diesen unsicheren Pandemie-Zeiten wieder zulassen, will der Penzberger „mit Sicherheit“ eine Fortsetzung seiner Exkursion mit der VHS angehen. Material dafür gebe es vor Ort genug. „Der Biber fühlt sich in Penzberg wohl“, sagt der Fachmann. Unzählige Weiler, feuchte Gräben und natürlich die Loisach: Der pelzige Gewässerfan hat laut Heußler „hier paradiesische Verhältnisse, die Lebensräume sind optimal für Biber“. Nicht immer zur Freude aller Menschen. Denn es kommt immer wieder vor, dass der Nager für Zerstörungen im Kanalnetz und Überflutungen sorgt. Der Berater hat darüber auch schon im Stadtrat berichtet.

Gefragter Ratgeber

Überhaupt ist Heußler als Ratgeber gefragt. Für Dezember hat ihn der Peißenberger Alpenverein für eine Infoveranstaltung angefragt. Der Penzberger hat Einladungen bis nach Tirol, eine Firma will ihn dort haben. Im Februar 2007 wurde der heute 76-Jährige vom Weilheimer Landratsamt offiziell als ehrenamtlicher Biberberater des Landkreises bestellt. Er lobt die „sehr gute Zusammenarbeit“ mit Behörden und Kommunen. Heußler war damals der erste seiner Art. Mittlerweile hat er drei Kollegen – in Peißenberg, Böbing und im Landsberger Raum. Walter Heußler, der auch freiwilliger Naturschutzwächter für Loisach und Kochelseemoor sowie stellvertretender Vorsitzender im Kreisjagdverband ist, hat heuer für sein Engagement vom bayerischen Umweltministerium die Auszeichnung „Grüner Engel“ erhalten.

Andreas Baar

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Berufsberatung der Arbeitsagentur Weilheim erfolgt nun am Telefon und online
Berufsberatung der Arbeitsagentur Weilheim erfolgt nun am Telefon und online

Kommentare