Insolvenzverfahren in Eigenregie

Penzberg: Drohnenhersteller EMT in finanziellen Turbulenzen - Grund ist auch ein Embargo

Blick auf den Hauptsitz von EMT an der Straße An der Grube in Penzberg.
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Die Firma EMT hat ihren Sitz an der Grube in Penzberg.

Penzberg – Der Drohnenhersteller EMT mit Sitz in Penzberg und einem Standort in Iffeldorf ist in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Die High-Tech-Firma hat beim Amtsgericht Weilheim erfolgreich ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt, um sich zu sanieren.

Es war im Oktober 2018 ein stolzer Tag für die EMT Ingenieurgesellschaft Dipl.-Ing. Hartmut Euer: Das Penzberger Unternehmen feierte sein 40-jähriges Bestehen mit einem Technologietag auf dem Truppenübungsplatz in Spatzenhausen. Zwei Jahre später muss der Vorzeigebetrieb, der mit seinen unbemannten Fluggeräten für Furore und volle Auftragsbücher gesorgt hatte, gravierende Probleme einräumen. Am 4. Dezember stimmte das Amtsgericht dem Firmenantrag auf eine „vorläufige Eigenverwaltung über das Vermögen der Gesellschaft“ zu, wie es sperrig heißt.

Selber sanieren

Im Klartext: EMT darf sich nach der Insolvenzordnung selber sanieren und kann unter Aufsicht eines Sachwalters über seine Insolvenzmasse verfügen. Ein ähnliches Verfahren hatte 2019 das Weilheimer Modehaus K&L erfolgreich eingeschlagen. Bei EMT wurde Ivo-Meinert Willrodt von der Ulmer Rechtsanwaltskanzlei Pluta zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Die Gesellschaft wird durch den Generalhandlungsbevollmächtigten Oliver Liersch von der Kanzlei Brinkmann/Weinkauf aus Hannover unterstützt.

Embargo gegen wichtigen Kunden

EMT, dessen Produkte überwiegend von Militärs genutzt werden, begründet das Verfahren mit Liquiditätsschwierigkeiten. „Infolge des gegen einen Kunden verhängten Embargos konnten geplante Auslieferungen nicht erfolgen, was zu erheblichen Einnahmeausfällen führte“, teilt das Unternehmen mit. Hinzu kamen zuletzt Verzögerungen in der Fertigstellung von Auftragsdokumentationen. Der Schritt in die Eigenverwaltung sei notwendig geworden, weil Verhandlungen mit den Kunden scheiterten.

Löhne bis Februar sicher

Das jetzige Verfahren erlaube „die erfolgreiche Restrukturierung der Gesellschaft, die Fortführung des Geschäftsbetriebs und den Erhalt der Arbeitsplätze“, heißt es von EMT. Das Unternehmen beschäftigt rund 210 Mitarbeiter in Penzberg, Iffeldorf, Abenberg sowie Osterrönfeld. Bis Ende Februar 2021 seien die Gehälter dank des Insolvenzgelds gesichert. Geschäftsführer Thomas Heinze bedauerte den Schritt. Er ist jedoch optimistisch, das Verfahren erfolgreich nutzen zu können, „um den Geschäftsbetrieb sodann zukunftssicher aufzustellen“. Andreas Baar

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