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Penzberg: Familienbad wird noch teurer – Eröffnungs-Termin noch nicht sicher

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Von: Max Müller

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Baustelle an der Birkenstraße: Das Familienbad wächst weiter. Die 110 Meter lange Außenrutsche wurde im Juli installiert. © Andreas Baar

Penzberg – Das neue Penzberger Familienbad „Piorama“ wird erneut teurer. Zudem wird die Eröffnung 2023 wohl später als geplant über die Bühne gehen.

Nein, festlegen will man sich bei den Stadtwerken angesichts der Unwägbarkeiten im Bausektor beim Millionen-Projekt Familienbad nicht mehr. André Behre, Vorstand des Kommunalunternehmens (KU), jedenfalls wollte sich bei der jüngsten Bürgerversammlung nicht allzu weit aus dem Fenster hängen. Einen Öffnungstermin für das „Piorama“ nannte er nicht. Sondern blieb vage: „Es wird irgendwann im nächsten Jahr sein“, formulierte er es ganz vorsichtig.

Kein Wunder, zu sehr lag der kommunale Bauherr in den vergangenen drei Jahren mit seinem Zeitplan daneben. Wie berichtet, wurde das alte Wellenbad 2019 abgerissen, im November 2019 war Spatenstich für den Neubau. Doch dann trennte sich das KU vom Architekten, es folgten ein Baustopp und langwierige Umplanungen, erst Anfang Oktober 2020 rückte die Rohbaufirma an. Im November vor zwei Jahren wurde feierlich der Grundstein gelegt, heuer im März feierten Stadt und Stadtwerke den Hebauf für das großzügige Familienbad mit Schwimmbecken, fast 110 Meter langer Außenrutsche und Saunalandschaft.

Stadtwerke legen sich nicht fest

Wann die Penzberger und erhofften Gäste aus dem Umland endlich schwimmen und schwitzen dürfen, ist jedoch unklar. Aus der angepeilten Eröffnung Ende 2022 wurde zuletzt Frühjahr 2023 – doch darauf will sich Behre nicht mehr festlegen. „Auch wir leiden unter späten Lieferungen“, spielte er auf Engpässe und Materialmangel allerorten an. Immerhin hatte der Stadtwerke-Chef eine gute Nachricht für die Zuhörer: „Wir bauen.“ Doch mehr gab es dazu nicht. Der Vorstand seufzte hörbar über die angespannte Bau-Situation, die durch Ukraine-Krieg und Pandemie befeuert wurde. So würden Probleme bei Eisen-Lieferungen auf der Baustelle gleich mehrere Gewerke durcheinander bringen: „Es ist momentan etwas spannend.“

Einher mit den zeitlichen Unwägbarkeiten geht eine weitere Kostensteigerung. Aus den anfangs kalkulierten rund 20 Millionen Euro wurden um die 26 Millionen Euro – und jetzt liegt die Prognose bei circa 31 Millionen Euro. Diese Zahl war Behres Präsentation in der Bürgerversammlung zu entnehmen.

PV-Anlage für den Betrieb

Und dann hatte der Stadtwerke-Vorstand doch noch eine gute Nachricht vom Familienbad: Auf dem „Piorama“ wird eine große PV-Anlage mit circa 100 bis 120 kWp installiert. Der Strom wird für das Badeparadies genutzt, was letztendlich die Betriebskosten senken würde.

Passend zum neuen Bad gibt es ein Parkhaus. Die Arbeiten haben begonnen, der Rohbau soll noch heuer stehen. Die Baukosten bezifferte Behre auf rund 3,8 Millionen Euro. 200 öffentliche Stellplätze gibt es. Der Clou: Das Parken soll digital abgewickelt werden, ein Beleg wäre nicht nötig. Neben einer PV-Anlage sind laut Behre zehn bis 20 E-Ladestationen vorgesehen.

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