Hoher Sanierungsaufwand im alten Werk

Penzberg: Geiger zieht doch nicht auf HAP-Gelände und bleibt in Murnau

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Kein Einzug: Außer dem Geiger-Schild am HAP-Werkstor kommt doch nichts.
  • Andreas Baar
    VonAndreas Baar
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Penzberg – Schlechte Nachricht für Penzberg: Der Automobilzulieferer Geiger zieht nicht auf das HAP-Gelände - und begründet es mit „neuen Erkenntnissen“.

Im vergangenen September herrschte Euphorie im Rathaus: Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) sprach von einer „namhaften Firma“, die sich für Penzberg entschieden habe. Kurz zuvor hatte Geiger Automotive, der zum japanischen Konzern Sanoh Industrial gehört, offiziell verkündet, dass man die Produktionsstätten Murnau und Ziemetshausen bis Ende Dezember 2022 im ehemaligen HAP-Werk an der Seeshaupter Straße zusammenlegen wolle. Voraussichtlich circa 400 Mitarbeiter sollten beschäftigt werden, teilte Geiger-Geschäftsführer Martin Thorbjörnson damals mit. Zudem werde man „stark in den Standort investieren“. Der Experte für Kunststofffertigung ist durchaus ein Schwergewicht: Geiger hat sechs Werke in Deutschland, China, Mexiko und den USA mit über 900 Mitarbeitern. Allerdings leidet der Zulieferer wie die gesamte Branche unter der Corona-Krise.

Gutachten zum Umzug

Doch aus der Ansiedlung wird nichts. Am Mittwochabend (26. Mai) verkündete Thorbjörnson die schlechte Nachricht: Es gibt keinen Umzug nach Penzberg. Dabei hatten die ersten Gespräche mit der Hoermann-Gruppe als Besitzer der Immobilie und der Stadt „einen positiven Nutzen für alle Parteien“ gezeigt, so der Geiger-Manager. Um aber den Umzug wirklich unter Dach und Fach zu bringen, engagierte Geiger im Herbst externe Fachleute für ein Gutachten: Diese sollten die Firma bei „einer detaillierten Prüfung unserer Sorgfaltspflicht bezüglich der Anlage“ unterstützen, so Thorbjörnson.

„Zusätzlicher Sanierungsbedarf“

Das Ergebnis ließ Geiger von dem Vorhaben abrücken. Das Gutachten habe „einen zusätzlichen Sanierungsbedarf zu Tage geführt hat, über den wir uns mit dem Vermieter nach längerer Verhandlung nicht einigen konnten“, erklärt Thorbjörnson auf Rundschau-Nachfrage. Auf Grund des Berichts habe man „die schwierige Entscheidung“ treffen müssen, die Verhandlungen zu beenden und den Umzug nach Penzberg „aufgrund der neuen Erkenntnisse“ abzusagen, teilt der Geschäftsführer mit. Es gehe darum, „die Sicherheit unserer Mitarbeiter und eine positive Zukunft für die Geiger Gruppe zu gewährleisten“. Nichtsdestotrotz hält man bei Geiger am Plan fest, die beiden bayerischen Standorte in Murnau und Ziemetshausen auf einen zu reduzieren. Der Verkauf des Betriebs und der Vermögenswerte in Ziemetshausen soll bis Ende 2022 vorangetrieben werden. Die Absage an Penzberg ist eine gute Nachricht für Murnau: Am dortigen Standort wird Geiger nach eigenen Angaben die Produktion fortsetzen und sich auf „die weitere Optimierung und Verschlankung“ der Prozesse im Werk konzentrieren.

Bürgermeister „schon überrascht“

Enttäuschung im Penzberger Rathaus: Bürgermeister Korpan wurde am Donnerstag (27. Mai) telefonisch von Thorbjörnson informiert. „Ich war schon überrascht“, sagt Korpan der Rundschau – immerhin habe es sehr gute Gespräche mit Geiger gegeben. Wenn Anfragen für das HAP-Areal kommen, „werden wir natürlich einen Kontakt herstellen“, so Korpan. Einen Kontakt will man auch mit Geiger halten. Das hat Korpan mit Manager Thorbjörnson vereinbart.

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