ESV kauft sein Sportgelände

500.000 Euro in 30 Jahren abbezahlen: Mitglieder sind für Finanzierungskonzept

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Gehört bald dem ESV, das Sportgelände an der Fischhaberstraße

Der ESV Penzberg hat den größten Umbruch seiner Vereinsgeschichte auf den Weg gebracht: Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Samstag beschlossen die Eisenbahner einstimmig, das Vereinsgelände von der Deutschen Bahn (DB) für knapp 505.000 Euro zu erwerben.

Das Finanzierungskonzept, das der ESV-Vorsitzende Josef Kriegbaum ausführlich vorstellte, stieß auf große Zustimmung: Die dafür€rforderliche Erhöhung des Mitgliedsbeitrags um 20 Euro pro Jahr wurde bei einer Enthaltung von den 79 Mitgliedern ebenfalls mit deutlicher Mehrheit akzeptiert. Dass sich der ESV jetzt zu diesem einschneidenden Schritt entschlossen hat, liegt an zwei Punkten: Erstens ist die Verlängerung des Pachtvertrags über das Jahr 2023 hinaus durch das Bundeseisenbahnvermögen nicht mehr gewährleistet. Zum anderen ist die Pacht von derzeit 2.780 Euro pro Jahr wohl nicht mehr lange auf diesem Niveau zu halten, denn sie ist vom Anteil der Eisenbahner abhängig. Und dieser Anteil liegt beim ESV derzeit bei 37 Prozent – Tendenz rapide sinkend. Eine Umkehr dieser Entwicklung ist alleine deshalb schon nicht möglich, weil alle Berufe der DB in ausgelagerten Betriebsteilen organisiert sind. „Der Eisenbahner ist somit ein aussterbender Beruf“, so Kriegbaum. Um die gut 500.000 Euro aufzubringen, fährt der ESV zweigleisig: Der Verein hat bei der VR-Bank Werdenfels ein Darlehen über 250.000 Euro aufgenommen und parallel dazu von der Stadt einen sogenannten unechten Zuschuss über die gleiche Summe erhalten. Das Finanzierungskonzept sieht nun vor, in den nächsten 15 Jahren das Bankdarlehen zurückzubezahlen. Pro Jahr werden dafür knapp 7.000 Euro fällig, was, abzüglich der dann eingesparten Pachtzahlung an das BEV, eine Mehrbelastung von 4.175 Euro für den Verein darstellt. Diese Summe soll wiederum über die nunmehr erhöhten Mitgliedsbeiträge kompensiert werden. Zugleich wurde mit der VR-Bank eine jährliche Sondertilgung in Höhe von 25.000 Euro vereinbart. „Mit Sponsoringaktionen versuchen wir hier gezielt Mittel zu akquirieren, um das Darlehen möglichst bald ablösen zu können“, betont Josef Kriegbaum. Während mit der VR-Bank eine Zinsbindung für die Dauer von 15 Jahren vereinbart wurde, hat der unechte Zuschuss der Stadt eine Laufzeit von 30 Jahren. Hierbei handelt es sich im Prinzip um ein zinsfreies und tilgungsfreies Darlehen, das der Verein wieder zurückbezahlen muss. Kriegbaums Kalkül: Ist das Bankdarlehen erst einmal Vergangenheit, lässt sich mit dem gleichen Konstrukt und weiteren Sponsoringaktivitäten auch die Rückzahlung der 250.000 Euro an die Stadt bewerkstelligen. In diesem Zusammenhang würdigt der ESV-Chef vor allem das Engagement von Michael Kühberger und Thomas Keller: Die beiden Sportreferenten des Stadtrates „haben sich vehement dafür eingesetzt“, dass die eigentlich von Kämmerer Johann Blank für den ESV vorgesehenen 150.000 Euro um weitere 100.000 Euro aufgestockt wurden.la

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