Entscheidung im Stadtrat

Penzberg: Kreisel ist keine runde Sache

Die Einmündung der Birkenstraße (hinten) in die Seeshaupter Straße.
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Ein Kreisel an der Einmündung der Birkenstraße soll eine Verkehrsentlastung bringen.

Penzberg – Der Penzberger Verkehrsknotenpunkt an der Einmündung der Birkenstraße in die Seeshaupter Straße soll durch einen Kreisel entlastet werden. Der Beschluss im Stadtrat fiel allerdings nur knapp aus. Alternative wäre eine Ampel gewesen.

Die Ausgangslage ist aus Sicht von Penzbergs Stadtverwaltung und den beteiligten Planungsbüros klar: Ist einmal das neue Baugebiet Birkenstraße West bewohnt und das Familienbad samt Stadtwerke-Parkhaus in Betrieb, reicht die Einmündung der Birkenstraße in die Seeshaupter Straße für das erhöhte Verkehrsaufkommen nicht mehr aus. Ein Lösung muss her. Das Rathaus hatte stets einen Kreisverkehr favorisiert. Doch der kostet richtig Geld. Deshalb bat das Staatliche Bauamt Weilheim als Baulastträger an der Staatsstraße, doch bitte auch eine Ampelanlage als Alternative zu prüfen. Die Ergebnisse lagen nun im Stadtrat vor. Klare Aussage: Ein Kreisel kommt fast doppelt so teuer wie die Lichtsignalanlage.

Rund 885.000 Euro Kosten

Für den 30-Meter-Durchmesser-Kreisverkehr werden laut Stadtbaumeister Justus Klement immerhin Gesamtkosten von rund 885.000 Euro aufgerufen. Zudem würden 13 Stellplätze am Friedhof wegfallen. Zum Vergleich: Eine Ampel wird mit gerade mal um die 470.000 Euro angesetzt. Für beide Varianten müssten angrenzende Baumbestände gerodet werden. „Nicht glücklich“ über die beiden Aussichten zeigte sich deshalb Carl-Christian Zimmermann, im Rathaus zuständig für Umwelt- und Klimaschutz. Während das Staatliche Bauamt laut Klement eine Ampel präferiert, setzt man im Rathaus weiter auf den Kreisel. „Weil er leistungsfähriger ist“, so der Stadtbaumeister – der allerdings einräumte, dass eine Ampel „geringeren Platzbedarf und geringere Baukosten“ habe. Die Lichtsignale würde jedoch den Verkehr zu stark abbremsen und sei zudem wartungsanfälliger.

Nicht alle glücklich

Die Kreisel-Zukunft erntete eine geteilte Resonanz im Gremium. Alexander Trifunovic (CSU) war klar für die runde Sache, „weil sich der Verkehr nicht aufstaut“. Kerstin Engel (Grüne) hielt eine Ampel „aus Umweltgründen“ für sinnvoller. Auch für die Radfahrer – gerade viele Schüler und Badbesucher – sei das Lichtsignal eine sicherere Lösung, argumentierte sie. Bei einem Kreisel würden „nur erwachsene Fahrradfahrer betrachtet“, bemängelte Fraktionskollege Sebastian Fügener. Generell unzufrieden mit den Lösungsansätzen war Markus Bocksbergerr (PM): „Beide Varianten sind suboptimal.“ Hardi Lenk (SPD) schlug erfolglos vor, erstmal das Baugebiet und die Inbetriebnahme des Familienbads abzuwarten und dann eine Verkehrsentscheidung zu treffen. Dass das Vorhaben nicht auf die lange Bank geschoben werden soll, war im Stadtrat unstrittig. Lediglich Lenk lehnte einen aktuellen baulichen Eingriff an der Stelle ab. Für den Kreisel votierten am Ende 14 Räte, zehn Lokalpolitiker sagten Nein. Andreas Baar

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