März 2022 ist jetzt das Ziel

Penzberg: Metropol-Umbau kostet Stadt fast 5 Millionen Euro

Ansicht von der Friedrich-Ebert-Straße auf das ehemalige Metropol-Kino in Penzberg.
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Das Außengerüst stützt die alten Kinowände. An Stelle des Hauses (Hintergrund) könnte ein Bürogebäude entstehen.
  • Andreas Baar
    vonAndreas Baar
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Penzberg – Umbau des ehemaligen Metropolkinos: Läuft alles nach Plan, kann die Musikschule Penzberg Ende März 2022 dort den Betrieb aufnehmen – später als geplant.

Am späten Dienstagnachmittag waren auf der städtischen Großbaustelle an der Friedrich-Ebert-Straße durchweg zufriedene Gesichter zu sehen. Die Bauausschussmitglieder hatten sich vor ihrer Sitzung im einstigen Metropolkino versammelt, um sich über den Stand der Umbauarbeiten zu informieren.

Im März 2020 war das ehrgeizige Projekt endlich mit einem Spatenstich angelaufen. Doch schon im November musste Projektsteuerer Peter-Andreas Müller vom Planegger Büro SM-P im Ausschuss einräumen, dass der anvisierte Fertigstellungstermin am 24. November 2021 nicht zu halten war. Die verantwortliche Firma hatte die Löcher für die 80 Mikropfähle, die den Kubus in der Gebäudemitte tragen müssen, falsch gebohrt (Rundschau berichtete).

4,958 Millionen Euro

Die ärgerliche Verzögerung schob den Zeitplan nach hinten. Als neuer Termin wurde der 1. Februar 2022 genannt. Auch damit klappt es nicht. Erst Ende März kommenden Jahres soll die Musikschule den Neubau nutzen können, im Sommer 2022 wäre alles so weit fertig. Diese Termine nannte am Dienstag Holger Fey, dessen Penzberger Ingenieurbüro mit Ausschreibung und Bauleitung beauftragt ist.

Zu erkennen ist der Betonkubus in der Gebäudemitte.

Auch bei den Kosten muss die Stadt die Zahlen nach oben korrigieren. Die letzte Schätzung hatte bei 4,85 Millionen Euro gelegen. Dazu kämen 1,1 Millionen Euro aus der Städtebauförderung. Weitere 50.000 Euro fließen aus dem EU-Leadertopf. Nun sprach Fey von einer Preissteigerung von rund 2,3 Prozent. Macht einen neuen Ansatz von 4,958 Millionen Euro. Der Bauleiter begründete es mit Preissteigerungen in Corona-Zeiten (siehe Kasten) sowie der unvorhergesehenen Entsorgung von Bestandsfundamenten für rund 25.000 Euro. Wenigstens seien circa 80 Prozent der Aufträge vergeben, Fey sprach deshalb von belastbaren Ansätzen. Offen sind die Ausschreibungen für Möbel, Küche, Innenausstattung und Reinigung.

Hier entsteht der Veranstaltungssaal.

Saaldecke soll im August eingezogen werden

In den nächsten Tagen geht es weiter mit den Betonarbeiten. Anfang August soll der Rohbau so weit stehen, dass die Saaldecke eingezogen werden kann. Dass das Gebäude außen ein großes Baugerüst ziert, erklärte Fey mit statischen Gründen: Damit innen stützenfrei gearbeitet werden kann, brauchen die alten Kinoaußenwände eine Halterung. Fey: „Sonst würden die nach innen klappen.“

Preissteigerungen treffen Stadt

So ärgerlich die Preissteigerungen beim Metropol-Umbau sind, neu ist das Problem für die Stadt nicht. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie mit Rohstoffknappheit und Lieferschwierigkeiten erreichen generell die Bauwirtschaft, erklärte Stadtbaumeister Justus Klement am Dienstagabend im Bauausschuss. Betroffen seien davon alle kommunalen Projekte.

Klement nannte neben dem Metropol weitere Beispiele. Beim Wohnquartier an der Birkenstraße gebe es eine „Beschaffungsproblematik“ beim Holz. Was Auswirkungen auf die geplante Hybridbauweise in Holz-Beton haben könnte. Im Bauamt hat man reagiert und will die Ausschreibungen „stark verlängern“, so Klement. Als extreme Möglichkeit bliebe, sich bei der Holzverkleidung auf die Fassaden zu beschränken.

Bei der Sanierung der Josef-Boos-Turnhalle „werden wir sicherlich auch Auswirkungen spüren“, ergänzte Klement. Gerechnet wird mit höheren Kosten bei Kunststoffmaterialien. Auch der Bauhof habe Probleme Material zu beschaffen. ab

„Kein täglicher Kampf mehr“

Unter den Baustellenbesuchern war Johannes Meyer. Der Musikschulleiter ist „in freudiger Erwartung“ des Domizils. Er ist optimistisch, was das nächste Jahr betrifft: „Im April wird auf jeden Fall der Betrieb losgehen.“ Neben dem Saal wird der Neubau neun Unterrichtsräume beherbergen. Meyer spricht von einer „sehr großen Erleichterung“ des Betriebs. Derzeit muss die städtische Einrichtung mit ihren 750 Schülern und 32 Lehrern immerhin 30 Räumlichkeiten im Stadtgebiet belegen. „Wir haben dann nicht mehr den täglichen Kampf“, atmet Meyer auf .

Noch keine Entscheidung gibt es zur Schulverwaltung. Das Büro soll erstmal in der Rathauspassage bleiben. Allerdings benötigt das Rathaus selbst Platz für sein Personal, im Gespräch ist deshalb ein Umzug der Musikschule-Büros neben das Metropol. Dort hat die Stadt praktischerweise ein altes Haus erworben, es gibt Gedankenspiele über einen Abriss samt Neubau.

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