Wohnungen für Asylbewerber

Leere Wohnungen gesucht

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Penzberg - Es ist ein dringliches Problem: Penzberg muss Asylbewerber aufnehmen. Doch wo sollen sie untergebracht werden? Die Stadt sucht nach Lösungen.

Bislang wurden die Asylbewerber im Landkreis Weilheim-Schongau in ein paar wenigen Kommunen wie Weilheim, Peißenberg und Schongau untergebracht. Penzberg hat sich hier bislang noch nicht aktiv in die Debatte eingebracht. Damit ist es jetzt vorbei. Bürgermeisterin Elke Zehetner hat keinen Zweifel daran gelassen, dass man sich auch in der Stadt darauf einstellen muss, Flüchtlinge aufzunehmen - und das sogar sehr schnell.

Laut Zehetner hat Penzberg nur eine Wahl: „Entweder wird bei uns eine Sammelunterkunft aus Containern mit mindestens 50 Asylbewerbern errichtet oder wir schaffen Unterbringungsmöglicheiten in leer stehenden Wohnungen.“ Und es folgte ihr Appell an Immobilienbesitzer, Leerstände umgehend im Rathaus zu melden. Diese Eile hat einen Grund: Bislang wurden im Landkreis in diesem Jahr 227 Asylbewerber aufgenommen, bis September rechnet das Landratsamt mit insgesamt 339 Flüchtlingen, und bis Jahresende sollen es 528 sein, die von der Regierung von Oberbayern dem Landkreis zugewiesen werden. Und da ist nun auch Penzberg gefordert. Sollte die Stadt jedenfalls keine Kapazitäten melden, so droht man im Landratsamt schon mal unverhohlen damit, dass ab September der Sportunterricht an den Schulen weitgehend ausfallen könnte. Was sich dahinter verbirgt, ist klar: Der Landkreis könnte die Turnhallen unter seiner Trägerschaft, wie etwa jene am Wellenbad, als Unterkunft für Asylbewerber ausweisen - rechtlich wäre dies nicht zu beanstanden. Das will Zehetner unter allen Umständen vermeiden. Sie steckt aber auch in einem Dilemma, weil es derzeit keine freien Wohnungen in städtischem Besitz gibt. Einzig für eine Sammelunterkunft stünde ein Areal nordöstlich des Nonnenwaldstadions zur Verfügung. Das käme dem Landkreis durchaus zupass, weil dann die Regierung von Oberbayern für sämtliche Kosten aufkommen würde. In Penzberg aber befürwortet man die dezentrale Lösung (die der Landkreis bezahlen müsste), also die Aufteilung der Flüchtlinge auf verschiedene Häuser oder Wohnungen, weil sich damit eine Integration der Menschen viel besser bewerkstelligen lasse.

Eine Option hat Penzberg übrigens auch nicht mehr: Pfarrer Josef Kirchensteiner hatte vergangenes Jahr noch angeboten, Asylbewerber im Pfarrhaus unterzubringen. „Das ist jetzt leider nicht mehr möglich“, betont er. Zum einen habe die Pfarrei jetzt einen Verwaltungsleiter beschäftigt, der im Pfarrhaus wohne, zum anderen habe man vom Stadtrat den Auftrag erhalten, auf dem Gelände einen Kindergarten und eine Sozialstation zu errichten, wofür die Planungen bereits laufen. la

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