Sieger im Architektenwettbewerb

Penzberg: Neues Quartier mit 368 Wohnungen - das ist auf dem Edeka-Gelände geplant

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Penzberg – Auf dem Edeka-Gelände in Penzberg soll ein neues Quartier mit 368 Wohnungen entstehen. Denn Architektenwettbewerb gewann das Büro „H2M“. Das Areal wird dank Tiefgarage autofrei. 

Es war ein jahrelanges Ringen gewesen. Über die Zukunft des Edeka-Areals an Grube und Henlestraße wurde im Stadtrat und Bauausschuss erbittert gestritten. Die einen wollten ein Gewerbegebiet mit Fachmärkten bis hin zum Elektroriesen, die anderen lieber nur eine Wohnbebauung. Nichts ging voran. Im Juni legte der Regensburger Projektentwickler Herbert Küblböck überraschend ein neues Konzept vor – für ein großes Wohnquartier anstelle des jetzigen Edeka-Centers. Sowohl Lokalpolitik als auch Vertreter des um sein Geschäft fürchtenden Innenstadthandels zeigten sich zufrieden.

Jury war einstimmig

Das Konzept war Grundlage für einen Ideenwettbewerb, den die Stadt mit dem Projektträger (der das städtebauliche Gutachten auch finanziert) ins Leben rief. Vier Architekturbüros wurden eingeladen. Am 14. September traf die Jury, in der neben Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) unter anderem noch Vertreter der Stadtratsfraktionen saßen, ihre Entscheidung. Das Votum fiel einstimmig auf das Büro „H2M“, wie der Münchner Architekt Eberhard von Angerer als Juryvorsitzender nun im Stadtrat bekannt gab. Der Entwurf der Münchner „H2M“-Planer, die auch für das zweite große Penzberger Wohnbauprojekt im Bereich Birkenstraße-West verantwortlich zeichnen, und der „HinnenthalSchaar Landschaftsarchitekten“ habe „sehr überzeugt“, so von Angerer. Er bezeichnete das Grundkonzept als „Wohnen im Grünen“. 

Gebäude mit Innenhof

Insgesamt sollen 368 Wohnungen entstehen – in mehreren Gebäuden, die sich jeweils um Plätze gruppieren. Vier solcher Höfe sind geplant. Alles in Putzfassaden gekleidet und mit reflektierenden Glaspartikeln in kräftigen Farben verziert. Die Planer schlagen unterschiedliche Farbtöne vor: kräftige Farben zum öffentliche Raum hin, Pastelltöne in den inneren Bereichen. Ein fünfgeschossiger Bau im Südosten markiere „die Adresse des Quartiers zum Stadtzentrum“, heißt es in der Beschreibung. Zudem erhält die Quartiersecke im Nordwesten, zur geplanten Verkehrsinsel samt der dortigen Tiefgaragenzufahrt, eine viergeschossige Bebauung. Der Juryvorsitzende sprach von einer optischen „Zuführung“ zum angrenzenden Naherholungsgebiet auf der Berghalde. 

Komplett verkehrsfrei

In den Gebäuden wird es eine „wohlproportionierte Mischung an attraktiven Wohnungen“ in unterschiedlichen Größen geben, versprechen die Planer. Alle Wohnungen liegen nach Süden, Osten und Westen und würden „ihr Gesicht in die Sonne“ halten. Ein Aspekt, der die neunköpfige Jury sicher überzeugt hat, ist die Verkehrsführung. Das Quartier soll komplett verkehrsfrei werden, so von Angerer. Dafür sorgt die Tiefagarage, die Projektträger Küblbock bereits im Juni angekündigt hatte. Lediglich Feuerwehr und Müllabfuhr kommen rein, auch kann das Areal zum Be- und Entladen befahren werden. Besucherparkplätze sind entlang der Henlestraße vorgesehen. Durch das Aussperren des Verkehrs sollen ruhige Innenhöfe entstehen – gepaart mit Privatgärten sowie ein Gemeinschaftsgarten in der Mitte. An zentraler Lage sieht der Entwurf einen Platz vor. Gesaltet als Treffpunkt mit Café und Gemeinschaftsraum, wie es heißt.

„Sehr schöne Lösung“

Der Juryvorsitzende war zufrieden mit der Wahl. „Es wurde eine sehr schöne Lösung gefunden“, sagte Eberhard von Angerer. Das Wettbewerbsverfahren, betonte der Architekt in Richtung der Stadträte, „hat sich gelohnt.“ Gegenstimmen regten sich im Gremium nicht. Der Siegerentwurf passierte einstimmig den Stadtrat und wird nun Teil der notwendigen Bauleitplanung. Alle vier Wettbewerbspläne sollen öffentlich im Rathausfoyer ausgestellt werden. Wann ist wegen der Corona-Lage allerdings unklar. Im Zuge des notwendigen Bebauungsplans wird es auch um den künftigen Marktbereich nördlich des Wohnquartiers gehen. Wie berichtet, soll der Edeka-Markt an die Stelle des einstigen Konzernlogistikzentrums umziehen. Im Gespräch stehen eine Ansiedlung des örtlichen Lidl-Discounters und eines Tierfutterhändlers.

Andreas Baar

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