Landratsamt hebt Verbot auf

Penzberg: Pächter dürfen wieder Schrebergärten im Breitfilz betreten

penzberg freizeitgärten breitfilz korpan szenjei eingang schild
+
Bürgermeister Stefan Korpan (l.) und Thomas Szenyei (Beisitzer vom Verein „Freizeitgärten Breitfilz) inspizieren die frisch aufgestellte offizielle Bekanntmachung zum Brandschutz im Breitfilz.
  • Andreas Baar
    VonAndreas Baar
    schließen

Penzberg - Gute Nachricht für die Pächter in der Penzberger Kleingartenanlage Breitfilz: Sie dürfen seit Dienstag (15. Juni) offiziell wieder ihre Parzellen betreten.

Das Landratsamt hat seinen Beschluss für ein Verpachtungs- und Nutzungsverbot in der Penzberger Kleingartenanlage Breitfilz aufgehoben. Dies gab Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) bei einem Pressetermin vor Ort bekannt. Die Kreisbehörde hatte sich vom geplanten Bebauungsplan samt des vorgesehenen Ausbaus der Infrastruktur überzeugen lassen. Es ist ein unscheinbares Schild. Frisch aufgestellt von der Stadt am Eingang der Freizeitgärten-Anlage am Breitfilz. Doch die hochoffizielle Bekanntmachung über den „Vollzug des Brandschutzes“ hat weitreichende Folgen. Die dort verankerten Regelungen, in Kraft getreten zum 15. Juni, führen die Parzellenpächter zurück in die Normalität – inklusive klarer Regelungen zu erlaubten Gasgrills bis hin zu verbotenen offenen Feuern.

In der Anlage werden die Wege für Rettungseinsätze anständig ausgebaut.

Es war just der Brandschutz gewesen, der damals die Behörden auf den Plan gerufen hatte. Die Debatte um fehlende Rechtsgrundlagen gipfelte 2019 in einem vom Landratsamt ausgesprochenen Nutzungsverbot der beliebten Anlage. Seitdem versuchen die Stadt und der erst im vergangenen September offiziell registrierte Verein „Freizeitgärten Breitfilz“ um Vorsitzenden Paul Hattemer und seine Stellvertreterin Marianne Fesl, eine rechtssichere Grundlage für den weiteren Gartenbetrieb zu schaffen. Im Januar beschloss der Bauausschuss einstimmig, einen Bebauungsplan auf den Weg zu bringen. Obwohl der Planentwurf des Münchner Architekturbüros von Angerer für das rund 13 Hektar große Areal durchaus Probleme aufzeigte.

Konflikt mit Naturschutz

Architekt Eberhard von Angerer sprach von „Konfliktpotential“ mit dem Naturschutz. Die Weilheimer Landschaftsarchitektin Johanna Vogl mahnte vor einem „sensiblen Gebiet“, das vollständig auf dem Moorkörper des Breitfilzes liege. Ziel müsse es sein, „Pufferzonen“ zwischen dem intakten Moor und der Gartennutzung zu schaffen. Aus diesem Grund gelte es, Gartenparzellen zurückzunehmen, machte die Expertin deutlich. Eine Reduzierung, die wohl bei kritischen Parzellen am Ende dadurch geschaffen werden kann, indem diese nach Ablauf der Zeit nicht mehr weiterverpachtet werden. Auch beim geforderten Brandschutz samt der Rettungswege kündigte die Stadt an, nachbessern zu wollen.

Landratsamt schwenkt um

Eine Gesamtentwicklung, die das Landratsamt umstimmte. „Nach Verhandlungen“, wie ein zufriedener Bürgermeister Korpan am Mittwoch erklärte, habe die Kreisbehörde ihre Verbote für die Breitfilz-Anlage aufgehoben. Auch mit Feuerwehr und Ordnungsamt sei alles geklärt worden. Seit 15. Juni gilt laut Korpan damit, dass die Parzellen „offiziell von den Altpächtern betreten werden dürfen“. Und als „Zuckerl“ habe es obendrein noch die behördliche Erlaubnis zum Betrieb zumindest von Gasgrills gegeben.

Unscheinbares Schild, aber große Wirkung: Der ungeklärte Brandschutz war bislang das Problem im Breitfilz.

Von Pächterseite ist man natürlich hochzufrieden. „Der Verein freut sich unheimlich“, sagte Beisitzer Thomas Szenyei beim Ortstermin. Zweite Vorsitzende Marianne Fesl bedankt sich ausdrücklich bei den Rathausmitarbeitern, aber auch bei den Altpächtern „für die lange Geduld“. Durch die Aufhebung des Betretungsverbot und der Möglichkeit, wieder grillen zu können, „gewinnen alle Altpächter wieder ein Stück Freiheit und Lebensqualität zurück“, teilt Fesl mit. Auch dem aktuellen Stadtrat dankt sie im Namen des gesamten Vereins „für die bisher getroffenen Entscheidungen“.

Pachtverträge nur noch mit Verein

Doch noch ist die Zukunft im Breitfilz nicht in trockenen Tüchern. Der Bebauungsplan muss erstmal aufgestellt und von Behörden und Stadträten abgesegnet werden. Die Stadt will zudem neue Pachtverträge nur noch mit dem Verein abschließen und nicht mehr mit Einzelpersonen. Erst aber muss die Infrastruktur verbessert sein. Bürgermeister Korpan rechnet damit, dass der Löschwassertank beim Wendehammer heuer noch errichtet wird; der Wegeausbau dauert wohl noch etwas, vielleicht gar bis 2022. Insgesamt steht laut Korpan eine Investition von circa 650.000 Euro im Raum. Im Juli gibt es einen Ortstermin mit Verein, Behörden und Rathaus, um das weitere Vorgehen abzuklären.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona in der Region: Inzidenzwert in Weilheim-Schongau steigt an
Penzberg
Corona in der Region: Inzidenzwert in Weilheim-Schongau steigt an
Corona in der Region: Inzidenzwert in Weilheim-Schongau steigt an
Penzberger Stadthalle: Das Corona-Testen hat begonnen
Penzberg
Penzberger Stadthalle: Das Corona-Testen hat begonnen
Penzberger Stadthalle: Das Corona-Testen hat begonnen
Am Palmsonntag wird in der Iffeldorfer Pfarrkirche wieder das Heilige Grab aufgebaut
Penzberg
Am Palmsonntag wird in der Iffeldorfer Pfarrkirche wieder das Heilige Grab aufgebaut
Am Palmsonntag wird in der Iffeldorfer Pfarrkirche wieder das Heilige Grab aufgebaut
Weilheim-Schongau: Unwetter fordert Todesopfer - B472 bei Habach gesperrt
Penzberg
Weilheim-Schongau: Unwetter fordert Todesopfer - B472 bei Habach gesperrt
Weilheim-Schongau: Unwetter fordert Todesopfer - B472 bei Habach gesperrt

Kommentare