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Penzberg: Salesianer-Orden wird neuer Träger des Jugendhauses Don Bosco

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Von: Andreas Baar

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Die Übernahme des Jugendhauses Don Bosco in Penzberg ist in trockenen Tüchern: (v.l.) Rainer Thalbauer (stellvertretender Vereinsvorsitzender), Carolin Kirchner (Leiterin) und Pater Christian Vahlhaus (Provinzialvikar). © Salesianer Don Boscos

Penzberg – Neuer Träger für das Don Bosco-Jugendhaus in Penzberg: Die Deutsche Provinz der Salesianer Don Boscos löst 2022 den Verein ab.

Erst unlängst hatten sich die Verantwortlichen des Jugendhauses und Leiterin Carolin Kirchner freuen können: Von der IG Metall Weilheim und dem ehemaligen HAP-Betriebsrat erhielten sie eine satte Spende in Höhe von 33.000 Euro überreicht. Das Geld stammte aus dem Notfallfonds, der damals im Zuge der HAP-Schließung eingerichtet worden war (Rundschau berichtete). Mit dem Trägerwechsel zum 1. Januar 2022 steht nun der nächste besondere Schritt an. Der stellvertretende Vorsitzende des bisherigen Trägervereins Kinder- und Jugendhilfe Penzberg, Rainer Thalbauer, und Provinzialvikar Pater Christian Vahlhaus unterschrieben die entsprechende Vereinbarung. Diese soll „der Zukunftssicherung der bisher ehrenamtlich getragenen Einrichtung dienen“, verlautet aus der Münchner Salesianer-Zentrale. Zuvor waren die aktuell 51 Mitarbeiter der Einrichtung über den Betriebsübergang informiert worden. Alle Beschäftigungsverhältnisse würden durch die Deutsche Provinz der Salesianer Don Boscos übernommen, heißt es.

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Unterschrieben die Träger-Vereinbarung: Rainer Thalbauer (links, stellvertretender Vereinsvorsitzender) und Pater Christian Vahlhaus (Provinzialvikar). © Salesianer Don Boscos

Die heilpädagogische Einrichtung der Jugendhilfe unterhält fünf stationäre Wohngruppen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von drei bis 21 Jahren. An zwei Standorten – an der Knappenstraße in Steigenberg und in einer Außenwohngruppe an der Karlstraße – werden 43 junge Menschen betreut. Leiterin der 1926 als „Haus für ambulante Krankenpflege“ gegründeten und später als Kinderheim fortgeführten heutigen Jugendhilfeeinrichtung bleibt Carolin Kirchner. Die Diplom-Sozialpädagogin aus Bichl ist seit 13 Jahren für die Einrichtung tätig und hat seit April vergangenen Jahres die Leitung inne. „Wir freuen uns, mit den Salesianern Don Boscos einen kompetenten und breit aufgestellten Partner mit einem großen Netzwerk im Bereich der Jugendhilfe als neuen Träger gewonnen zu haben“, erklärt Kirchner. Man können so an die bisherige Arbeit für Kinder und junge Menschen im Sinne Don Boscos vor Ort anknüpfen und darauf aufbauen. Kirchner betont: „Das Jugendhaus Don Bosco wird auch in Zukunft Kindern und Jugendlichen einen sicheren Ort bieten, in dem sie in familienergänzender Weise, Zuwendung, Hilfe und Förderung erfahren.“

25 Einrichtungen in Deutschland

Die Salesianer Don Boscos unterhalten als staatlich anerkannter, katholischer Träger der Jugendhilfe nach eigener Aussage derzeit 25 Bildungs- und Jugendhilfeeinrichtungen, Zentren der Jugend- und Jugendsozialarbeit sowie Schulen und Tagesstätten im gesamten Bundesgebiet. „Der familiär geprägte Ansatz der Einrichtung“ und die bisherige Arbeit hatte die Salesianer in ihrer Entscheidung für die Trägerübernahme bestärkt: Es entspreche „dem Ansatz Don Boscos in der Begleitung junger Menschen, insbesondere der benachteiligten unter ihnen. Für sie möchten wir da sein und ihnen eine Heimat bieten“, bekräftigt Provinzialvikar Vahlhaus.

Künftig ein Förderverein

Der bisherige Trägerverein wird in einen Förderverein umgewandelt. Die 45 Mitglieder des Vereins aus Penzberg und Umgebung hatten bei einer Mitgliederversammlung am 26. Oktober für den Betriebsübergang gestimmt. Man wolle mit der Übergabe die Fortführung der Einrichtung zum Wohl der Kinder und Jugendlichen wie auch der Mitarbeiter sicherstellen und „diese in fachlich kompetente Hände übergeben“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende Thalbauer. Er macht auch deutlich, dass es vielerlei Anstrengungen bedarf, um den hohen pädagogischen Standard zu halten und gleichzeitig anstehende Renovierungen im Jugendhaus zu erledigen. Gerade die Modernisierung des in die Jahre gekommenen Objekts in Steigenberg ist ein drängendes Thema. Thalbauer unterstreicht: „Das Jugendhaus Don Bosco wird auch weiterhin auf die breite Unterstützung seines bisherigen Netzwerks und auf Spenden angewiesen sein.“ Dafür werde man als Förderverein weiter „mit ganzer Kraft zur Verfügung stehen“.

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