Provisorische Nutzung zu teuer

Penzberg: Schlachthof-Abriss läuft - aber Parkplätze gibt es nicht

penzberg schlachthof karlstraße abriss
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Alles muss raus: Der Schlachthof an der Karlstraße in Penzberg wird entkernt.
  • Andreas Baar
    VonAndreas Baar
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Penzberg – Der Abriss des alten Schlachthofs in Penzberg hat begonnen. Aber die beschlossenen provisorischen Parkplätze sind vom Tisch. Grund sind die Kosten.

Dass der 1899 bis 1900 errichtete ehemalige Schlachthof an der Karlstraße weichen soll, ist in Penzberg umstritten. Im September vergangenen Jahres hatte der Stadtrat sich mehrheitlich für einen Abriss ausgesprochen. Dagegen war der örtliche Denkmalverein Sturm gelaufen – allerdings erfolglos. Im vergangenen Jahr hatte das Kommunalparlament auch entscheiden: Dass freigewordene Grundstück wird als städtischer Parkplatz genutzt, bis eine neue Nutzung gefunden wird. Dies gefiel vor allem der CSU, die den Vorschlag bereits 2018 auf den Tisch gelegt hatte.

„Große mehrheitliche Meinung“

Doch daraus wird jetzt nichts. Wie die Rundschau erfahren hat, sind die Pläne wieder vom Tisch. Im Bauamt wird ohne die Stellplätze geplant. Die Verwaltung habe sich darauf mit den politischen Gremien verständigt, sagt Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) auf Nachfrage. Die Initiative sei „aus dem Gremium raus“ gekommen. Es habe eine „große mehrheitliche Meinung“ dafür gegeben, „den Parkplatz vorerst nicht zu verwirklichen“.

Kosten schrecken ab

Mit der Zwischenlösung waren eh nicht alle Stadträte glücklich gewesen. Zum einen wurde eine Verkehrszunahme in der Innenstadt befürchtet, zum anderen führten Kritiker die Kosten ins Feld. Aktuell kursieren angesichts des in Corona-Zeiten angespannten Haushalts bereits Streichlisten im Rathaus. Der Stadtrat will sich demnächst in einer Klausur mit Kürzungen, auch bei den freiwilligen Leistung der Stadt, befassen. Laut Bürgermeister waren für den Parkplatz 150.000 Euro im Haushalt reserviert. Zu viel Geld für eine provisorische Nutzung von lediglich ein bis zwei Jahren, wie der Rathauschef erklärt. Zudem man das Areal „auch unterhalten muss“, so Korpan.

Die Nutzung des Areals an der Karlstraße ist noch unklar.

Ziel ist es laut Korpan, „das Gelände möglichst zeitnah zu entwickeln“. Dem Vernehmen nach liegen Vorschläge vor. Konkret ist jedoch nur die Idee der SPD: Die Fraktion hatte im April einen Antrag für ein fünfstöckiges Wohn- und Gewerbegebäude samt Seniorentreff gestellt. Behandelt wurde dieser bislang nicht.

Der Container steht bereit und der bisherige Parkplatz ist abgesperrt.

Erst ausräumen, dann abreißen

Derweil ist der Abriss durch ein regionales Unternehmen planmäßig angelaufen, wie Johann Eßel vom Bauamt erklärt. Derzeit wird der Innenbereich entkernt. Die Asbestsanierung läuft, Materialien wie Fliesenkleber und Spachtelmasse werden gesondert herausgeholt. Der Bodenestrich wird abgefräst, Teerkork ausgebaut und die Fehlböden abgesaugt. Auch müssen die alten Öltanks raus. „Das ist ein sehr verbautes Haus“, sagt Eßel. Für den Abbruch sind dann drei bis vier Wochen angesetzt.

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