Für Jung und Alt 

Penzberg: Seniorenbeirat fordert Haus für die Generationen 

Penzberg - Der Seniorenbeirat fordert ein Mehrgenerationenhaus in der Stadt. Doch der Standort ist unklar. 

Bad Tölz hat ein Mehrgenerationenhaus, Murnau auch, ebenso Weilheim. Immer wieder hatte der Penzberger Seniorenbeirat den Wunsch zumindest nach einem Seniorentreff geäußert. Jetzt geht das Gremium einen Schritt weiter: Gefordert nach dem Vorbild ihrer Nachbarn ein Mehrgenerationenhaus für die Stadt. Einen entsprechenden Antrag hat der Seniorenbeirat eingereicht. Darüber hinaus scheint ein passendes Gebäude auch schon gefunden.

Antrag auf einer Seite

Der Antrag der Senioren umfasste nicht viel mehr als eine DIN A 4 -Seite. Am längsten fiel die Begründung aus, warum sie sich eine derartige Einrichtung in Penzberg wünschen: Vom demografischen Wandel ist da ebenso die Rede wie vom Auseinanderfallen traditioneller familiärer Strukturen. „Wir sprechen von etwa 20 Millionen Senioren in Deutschland“, so Antragschreiber Herbert Preuß.

Nicht nur für Ältere

Mehrgenerationenhäuser bilden seiner Ansicht vor allem großfamiliäre und nachbarschaftliche Bildungs- und Unterstützungsstrukturen nach, ein Ansatz, der nicht nur älteren Menschen zum Vorteil gereiche. Auch Jüngere, vor allem Familien, profitierten von Angeboten über Generationen hinweg, von Beratungen über Weiterbildungsmöglichkeiten bis hin zu Ersatzgroßeltern vor Ort. „Immer mehr junge Familien wohnen oft aus beruflichen Gründen fern der Heimat, wo noch Eltern und Großeltern leben“, bekräftigte Preuß. 

Beispiele bei Nachbarn

Die Senioren sehen sich durch positive Beispiele in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft bestärkt. Erst im August besuchte eine Gruppe des Seniorenbeirats das Mehrgenerationenhaus in Bad Tölz: „Wir waren wirklich begeistert, wie es da läuft“, so Bernd Michael Eckstein. Der Heilpraktiker und Geologe hatte sich vor Ort von der Arbeit der Computersenioren-Gruppe überzeugen können. „Was die können, muss doch auch bei uns möglich sein“, votierte er für die Einrichtung. Dass diese in Penzberg fehlt, darin waren sich auch die anderen Mitglieder des Seniorenbeirats einig. 

Frage der Trägerschaft

Liselotte Schlossbauer hielt eine flammende Ansprache darüber, wie es in Partenkirchen laufe. Preuß verdichtete die Idee auf zwei unmittelbar anzugehende Schritte: „den Antrag und die Frage nach der Trägerschaft.“ In Bad Tölz habe das Bayerische Rote Kreuz das Zepter übernommen, Träger in Murnau und Weilheim sei die Caritas. „Wir brauchen einen solchen großen Partner. Allein schon, weil die wissen, wie man an die Fördertöpfe rankommt“, stellte Preuß klar. Ausserdem ließen sich nach seiner Aussage unter der Trägerschaft der Caritas beispielsweise „staatliche Pflichtaufgaben wie die Sozialberatung dort unterbringen“.

Standort noch offen

„Auch ich stehe voll hinter dem Antrag“, ließ Ludwig Schmuck vernehmen. „Brauch´n ma gar net drüber redn“, ließ der CSU-Stadtrat, der als Vertreter des städtischen Seniorenheims an der Gartenstraße in dem Beirat sitzt, keinen Zweifel an seinem Engagement. Doch neben einer Trägerschaft brauche es aber auch mindestens einen festangestellten Mitarbeiter, der immer vor Ort sei. Und dann wäre da noch die Frage nach der Lokalität. Die alte Bücherei – das Traumobjekt der Senioren – ist zentral gelegen. Dem Standortvorteil stehen rund 800 000 Euro Umbaukosten gegenüber, „eine Summe, die der Stadtrat bislang immer ablehnt hatte“, brachte Beiratsvorsitzender Siegfried Höferl die Diskussion auf den Boden der Tatsachen zurück. 

Sandra Gerbich

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