Stadtrat beschließt Bewerbung

Penzberg: Stadt will mit einem Stück Zaun an „Weiße Rose“ erinnern

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Am Eingang zum Denkmal für die Opfer der „Penzberger Mordnacht“ soll das Zaunstück seinen Platz finden.
  • Andreas Baar
    VonAndreas Baar
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Penzberg – Die Stadt Penzberg bewirbt sich um ein Stück Zeitgeschichte: Es geht um einen alten Zaun in München, der ein Symbol für die „Weiße Rose“ ist.

An der Orleanstraße in München, unweit des Ostbahnhofs, entstand am 23. Juli 1942 das Abschiedsfoto der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“: Hans Scholl wartet mit Alexander Schmorell und Willi Graf in Wehrmachtsuniform auf den Zug, im Hintergrund lehnt Sophie Scholl an jenem Zaun und lacht in die Kamera. Jetzt soll der alte Zaun verschwinden, zugunsten eine Wohnquartiers. Dies sorgt für einiges Medienecho. Es gibt eine Idee, um das geschichtsträchtige Relikt zu bewahren: 100 Zaunsegmente sollen deutschlandweit an Schulen, Akademien und öffentliche Einrichtungen verteilt werden. Grund für die Penzberger SPD aktiv zu werden. In der jüngsten Stadtratssitzung lag der Antrag der Fraktion auf dem Tisch: Die Stadt Penzberg möge sich um ein Teilstück des Zauns bewerben.

Standort am „Mordnacht“-Denkmal

Einen Standortvorschlag hatten die Sozialdemokraten auch gleich: „Ein würdiger Platz wäre, das Segment als Eingangstür am Ehrenmal der Opfer des 26. April 1945 zu integrieren“, war im Antrag zu lesen. Nicht nur, weil dort an die 16 Frauen und Männer erinnert wird, die kurz vor Kriegsende von NS-Schergen ermordet wurden – sondern auch, weil sich in der Nähe die Sophie-Scholl-Straße befindet, schrieb die SPD-Fraktion. „Es ist ein Teilstück von sehr prägender Geschichte“, warb Stadträtin Regina Bartusch um Unterstützung für das Zaunprojekt. Und: „Es würden keine Kosten entstehen.“ Schließlich habe sich SPD-Kollege Hardi Lenk bereiterklärt, das Teilstück nach Penzberg zu transportieren.

Stadtrat ist einstimmig

Eine große Debatte gab es im Stadtrat nicht. Das SPD-Ansinnen bezeichnete Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) als „gute Sache“. Ludwig Schmuck (CSU) machte deutlich, dass man dies als Stadt und Stadtrat schuldig sei, auch im Hinblick auf die Erinnerung an die Opfer der „Penzberger Mordnacht“ im Jahr 1945: „Das kann man einfach nicht vergessen.“ Am Ende beschloss das Gremium einstimmig, dass sich die Kommune offiziell um den Erwerb eines Zaunteilstücks bewirbt.

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