Debatte im Stadtrat

Penzberg:  Stadt will bei Mobilfunk mitreden

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Penzberg - Die Stadt Penzberg will bei künftigen Mobilfunk-Standorten mitreden. Das war der Wunsch im Stadtrat. Aber bei 5G hat die Kommune nichts zu sagen.

Bei 5G-Technologie im Mobilfunk sehen derzeit Bürger und Lokalpolitiker in der Region rot. Im Landkreis Weilheim-Schongau rüstet die Telekom ihre Standorte bereits fleißig auf. Die Kommunen werden vor vollendete Tatsache gestellt. Kein Wunder, dass sich der Penzbergs Stadtrat nun Gedanken macht, wie man Einfluss nehmen kann - zumindest bei Mastenstandorten. 

"Aktuell Bedarf nicht da"

Die gute Nachricht: Penzberg ist bei den Mobilfunkanbietern noch nicht in das Visier für neue Standorte geraten. Das betonte Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) in der jüngsten Stadtratssitzung. „Aktuell ist der Bedarf nicht da.“ Acht Standorte gibt es laut Verwaltung im Stadtgebiet: Meichelbeckstraße (Telekom-Hauptverteiler), Karlstraße (Hochhaus gegenüber Rathaus), Berghalde, Seeshaupter Straße (HAP), Dr.-Gotthilf-Näher-Straße (nach Kreisverkehr), Industriegebiet Nonnenwald (Druckzen- trum) und Roche-Gelände. Dazu wurde die Telekom-Telefonzelle vor dem Kaufhaus Rid für eine kleine 5G-Mobilzelle vorbereitet. 

Dialog besser als nichts tun

Doch die Liste ist nicht in Stein gemeißelt. Man müsse sich selbst „über Standorte Gedanken machen“, so Korpan. Der Dialog mit den Anbietern, vom Gesetzgeber geregelt, sei immer noch besser, als die Hände in den Schoß zu legen. Auch eine grundsätzliche Ablehnung von Standortanfragen bringe nichts. Korpan: „Das ist das gleiche wie nichts tun.“ Dass der Gesprächsweg beschritten wird, war unstrittig. 

5G kritisch gesehen

Allerdings sind nicht alle glücklich mit der neuen Technolgie. Bestehende Masten dürfen von den Betreibern erweitert werden. Martin Janner (PM) plädierte dafür, gerade 5G („Wo brauchen wir es?“) kritisch zu hinterfragen: Kommunen „müssen nicht alle schlucken, was Mobilfunkbetreiber ihnen vorsetzen“, monierte er. Janner sprach sich ebenso wie Fraktionskollegin Anette Völker-Rasor gleich für ein städtisches Gesamtkonzept aus. Am Ende wurde es auch ohne Beschluss einvernehmlich. 

Anbieter zu Gespräch bitten

Der Bürgermeister sicherte zu, dass die Stadt bei Standortanfragen das Dialogverfahren einschlägt. Die Anbieter werden „proakativ“ zu Gesprächen über ihre Planungen eingeladen, kündigte Rathausgeschäftsleiter Roman Reis an. Zudem will man einen Gutachter einladen, der dem Stadtrat die Einflussmöglichkeiten der Kommune aufzeigt.

Andreas Baar

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