Am Josef-Boos-Platz

Penzberg: Turnhalle-Sanierung wird teurer und dauert länger – das hat zwei Gründe

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Penzberg - Die Stadt Penzberg muss für die Sanierung der Turnhalle am Josef-Boos-Platz tiefer in die Tasche greifen als geplant. Bei über elf Millionen Euro liegt jetzt der Ansatz. Außerdem verzögert sich die Fertigstellung um ein ganzes Jahr. Die Halle wird erst 2022 fertig

Am vergangenen Dienstagabend, 15. September, gab es hinter verschlossener Tür im Penzberger Bauausschuss betretene Gesichter. Nichtöffentlich mussten Verwaltung und Planer den anwesenden Stadträten eine unerfreuliche Nachricht übermitteln. Die Kernaussage: Die millionenschwere Sanierung der städtischen Turnhalle am Josef-Boos-Platz kommt die Kommune teurer als gedacht. Zu allem Überfluss verzögert sich das Großprojekt erheblich. Statt wie geplant zum Schulbeginn 2021 wird die Halle aller Voraussicht nach erst zum Schuljahresstart 2022 in Betrieb genommen werden können. Drei Tage später bestätigte Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) am Freitag, 18. September, bei einem Presserundgang durch das Gebäude die Entwicklung. 

700.000 Euro Mehrkosten 

Laut Korpan muss die Stadt rund 700.000 Euro mehr aufwenden. Das ist insofern ärgerlich, weil die die Kosten laut einem Stadtratsbeschluss auf 10,8 Millionen Euro gedeckelt sind. Der Rathauschef begründet die Kostenmehrung sowie die Zeitverzögerung mit zusätzliche Bauproblemen und Problemen bei der Ausschreibung. Zum Einen würde Grundwasser im Sanitärbereich durch den Boden dringen. Ein Problem, dass aufwändig mit einer zusätzlichen Entwässerungsebene gelöst werden muss. Zum Anderen fand die Stadt trotz europaweiter Ausschreibung für einige Gewerke keine Firmen und muss sich erneut auf die Suche machen. Dem Bürgermeister zufolge habe man die Bauprobleme nicht sofort erkennen können. Die Verwaltung „trifft keine Schuld“, betont er. Immerhin hat die Stadt die Arbeiten an Dachtragwerk und Fenstern vergeben können – damit wird die derzeit offene Halle laut Zeitplan im Herbst wenigstens winterfest gemacht 

Vereine und Schulen informieren 

Die Stadt will laut Korpan nun die Vereine und Schulen über die Verzögerung informieren. Diese hat besondere Auswirkungen für Kegler und Schützen: Beide haben ihre Anlagen in dem Hallengebäude. 

Traglufthalle im Gespräch 

Zugleich wird im Rathaus einer temporären Hallenlösung gearbeitet. Laut Geschäftsleiter Roman Reis laufen Gespräche mit diversen Anbietern wegen einer Tragluftkonstruktion. Man werde sich „mögliche Standorte anschauen“ sagt Reis. Realisiert werde solch eine Halle jedoch heuer sicher nicht mehr. Auch ist die Frage offen, ob die Konstruktion gemietet oder gleich angeschafft wird. Die Kommune muss nicht nur eine Firma und ein Areal finden, sondern der Stadtrat muss dem Vorhaben auch noch zustimmen. 

Andreas Baar

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