Das Internet verstärkt nutzen

Penzberg will sich zu einer digitalen Einkaufsstadt entwickeln

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Digital Einkaufen in Penzberg – das klappt meist noch nicht.

Penzberg – Längst ist es nicht mehr das Geschäft um die Ecke: Einzelhändler haben durch das Internet ihre Konkurrenz weltweit. Um mithalten zu können, soll Penzberg eine digitale Einkaufsstadt werden. Der Stadtrat folgte nun einem entsprechenden Antrag der SPD-Fraktion.

Wirtschaftsförderin Monique van Eijk hat schon einmal vorgefühlt und recherchiert. Das Ergebnis war aber ernüchternd: „Von 50 Händlern aus der Bahnhofstraße hat nur die Hälfte einen Google-Eintrag.“ Andere Kommunen seien da längst weiter. Allen voran Coburg, Günzburg oder Pfaffenhofen an der Ilm, die an einem Modellversuch des Bayerischen Wirtschaftsministeriums teilgenommen haben. „Alle drei Kommunen gaben sehr positive Feedbacks über die erreichten Ziele ab“, sagte van Eijk. Auch Penzberg biete da viel Potenzial, erklärte die Wirtschatfsförderin, da der einzelhandelsspezifische Verflechtungsbereich knapp 49.000 Personen umfasse, dazu kämen fast 7.500 Einpendler und 9.400 Ankünfte mit rund 21.500 Übernachtungen, ferner 11.500 Museumsbesucher.

 Die Online-Präsenz der Penzberger Einzelhändler unterscheide sich stark, hat van Eijk festgestellt: Manche haben eine eigene Webseite, andere Einträge bei Online-Kartendiensten, wieder andere bereits Online-Shops. Die Wirtschaftsförderin regte deshalb an, alle Einzelhändler mit ihren Grunddaten im Internet abzubilden, vergleichbar einer gemeinschaftlichen Gewerbedatenbank. Gepflegt werden sollte diese von der Stadt. Und van Eijk hatte da gleich eine Variante parat, um Geld zu sparen: Schüler könnten hier eingebunden werden, denn manche Schulen hätten schon einmal Interesse an einer Projektkooperation gezeigt. Der Schlüssel zum Erfolg sei aber nicht die Ersterhebung der Daten, sondern deren Aktualisierung. Monique van Eijk konnte sich weiter vorstellen, Einkaufsgutscheine zum Verschenken zu etablieren. 

Thomas Keller (SPD) empfahl, endlich einen ersten Schritt zu gehen und auszuloten, welche Personalressourcen es genau brauche. Es gehe dabei um Fragen wie „Sollen wir das gleich gescheit machen?“ oder „Ist das alles leistbar?“. Kerstin Engel (Grüne) empfahl, die digitale Einkaufsstadt lieber der Einzelhandelsgruppierung „Pro Innenstadt“ zu überlassen. „Da so viel Energie reinzustecken, ist mir zu viel“, sagte sie. Dennoch: Es sollte einmal ein Profi eingeladen werden, der eine Umsetzung der digitalen Einkaufsstadt aufzeigen könnte. Van Eijk warnte mit Blick auf „Pro Innenstadt“ allerdings vor zu großen Erwartungen: „Das ist ein politischer Verband, keine Marketingorganisation.“ Adrian Leinweber (SPD) sieht die Händler selbst in der Pflicht, sie müssten Engagement aufbringen – „aber wir müssen ihnen zeigen, wie das geht“. 

Einstimmig beschloss der Stadtrat schließlich, mit Pro Innenstadt und weiteren Beteiligten aus Gas­tronomie, Handel oder Banken, die Grundlagen für die digitale Einkaufsstadt zu ermitteln. arr

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