Mit Rewe reden

Kreisverkehr an der Bichler Straße hat Priorität, jedoch gefällt die Planung nicht jedem

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Dass an dieser Stelle ein Kreisverkehr kommt, steht fest, dass die Straße des 28. April 1945 aber daran angebunden wird, ist derzeit unwahrscheinlich.

Penzberg – Kreisverkehre an der Einmündung der Bichler Straße in die Karlstraße sowie dort, wo die Seeshaupter Straße auf die Birkenstraße trifft, sollten die Top-Projekte auf einer Prioritätenliste werden, die der Stadtrat im Februar erarbeitet hat. Jetzt liegen Machbarkeitsstudien vor.

Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann informierte das Gremium über die Einschätzung des beauftragten Planungsbüros „Bauen und Umwelt“, das für einen Kreisverkehr am Zusammentreffen von Bichler Straße und Karlstraße zwei Varianten erarbeitet hat: eine mit einem Durchmesser von 28 Metern sowie eine mit 26 Metern. Die Experten bestätigten dabei, dass Lkw, Sattelzüge und Busse den Kreisverkehr problemlos passieren könnten. „Aufgrund der vorhandenen Verkehrsbelastungen wird davon ausgegangen, dass ein Kreisverkehr ausreichend leistungsfähig ist“, heißt es in dem Gutachten. 

Dass die Straße des 28. April 1945 – also die Rewe-Zufahrt – in den Planungen nicht an diesen Kreisverkehr angebunden ist, missfiel aber Kerstin Engel (Grüne): „Eine Anbindung wäre doch ganz essentiell.“ Sie regte deshalb an, mit Rewe über einen Grundstückstausch zu diskutieren, um den Kundenverkehr im Kreisverkehr mit zu berücksichtigen. Peter Holzmann indes meint, dass die Straße des 28. April durch die Abkopplung sogar „besser funktionieren“ würde. Jack Eberl (FLP) indes schloss sich da eher Engel an. Denn die vorliegenden Varianten, so argumentierte er, würden das eigentliche Problem der Rückstaus auf der Straße des 28. April nicht lösen. Die Vorteile durch einen Kreisverkehr sind für Eberl bislang also nur „marginal“. Dass auch kleine Kreisverkehre innerstädtisch funktionieren, machte er am Mini-Kreisel an der Isarbrücke in Bad Tölz fest, „der ist schlicht überfahrbar“. Damit hielt er der Äußerung von Peter Holzmann entgegen, dass eigentlich 30 bis 35 Meter große Kreisel besser seien. Zum Vergleich: Der Kreisverkehr am Penzberger Möbelhaus hat einen Durchmesser von 35 Metern. 

Johannes Bauer (Grüne) befand die beiden von dem Planungsbüro vorgelegten Varianten ebenfalls als nicht gelungen. Wie Engel und Eberl monierte er, dass die Straße des 28. April 1945 nicht im Kreisverkehr integriert sei. Auch Bauer riet: „Mit Rewe reden.“ Michael Zöller (SPD) sieht an dieser Stelle indes kein Problem. Als Anwohner wisse er das schließlich: „Ich bin da noch nie länger gestanden.“ Die Autofahrer würden respektvoll miteinander umgehen und auch einmal einen wartenden Pkw einfahren lassen. Zöller sprach sich dafür aus, nochmals einen Verkehrs­planer im Stadtrat vorsprechen zu lassen. 

Nicht mehr diskutiert wurde der Kreisverkehr an der Einmündung der Seeshaupter Straße in die Birkenstraße. Auch hier gab es zwei Varianten: eine würde den Weidenweg mit anbinden, eine weitere nicht. Der Durchmesser dieses Kreisverkehrs läge bei 30 Metern, auch hier liegt für Lkw ein so genannter Schleppkurvennachweis vor. Der Stadtrat ging mit dem Vorschlag der Verwaltung konform, dass nun die weiteren Planungsleistungsphasen in Auftrag gegeben werden, zudem die Varianten mit dem Staatlichen Bauamt in Weilheim abgestimmt werden. Laut Ordnungsamtsleiter Holzmann habe dabei der Kreisverkehr an der Bichler Straße allerdings erste Priorität. Sollte die bauliche Umsetzung bereits im Jahr 2020 möglich sein, sollen die dafür erforderlichen Mittel im Haushalt für das nächste Jahr eingestellt werden. dd

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