Vier Etagen und keine weniger

Baugebiet an der Birkenstraße: Ausschuss will so viele Wohnungen wie möglich schaffen

+
Maximal verwertet wird das Areal an der Birkenstraße, wo neben Einfamilien- und Doppelhäusern vor allem sieben viergeschossige Wohnblocks entstehen.

Penzberg – Der Bauausschuss setzt auf die maximale Ausnutzung des neuen Wohngebiets an der Birkenstraße: Obwohl die beauftragten Architekten davon abrieten, stimmte das Gremium für eine Vollbebauung in Form von sieben viergeschoßigen Wohnblocks im östlichen Teil des Areals.

Architektin Gabriele Bruckmayer vom Planungsbüro H2M München stellte am Dienstagabend die Grundzüge des Entwurfs vor – und die Mitglieder des Ausschusses vor die Wahl. Denn zu bestimmen galt es die Gebäudetypologie, die auf dem Grundstück gebaut werden soll. Wie Bruckmayer ausführte, fehlen noch die Ergebnisse eines zweiten Bodengutachtens, deshalb stehe der Vorentwurf noch unter Vorbehalt. Sieben Baukörper, so die grobe Vorgabe an die Planer, sollten auf dem Hanggelände untergebracht werden, was Bruckmayer mit der Anordnung der Gebäude dergestalt löste, dass ein maximaler Bergblick geschaffen wird und es wenig Verschattung gibt. Angedacht sind ferner jeweils flach geneigte Dächer, und die Zufahrt zu den Tiefgaragen (es wird jeweils einzelne, den Gebäuden zugeordnete geben) sollen von beiden Seiten, also von der Birkenstraße und der neu zu errichtenden Siedlungsstraße aus möglich sein. 

Generell aber, gab Bruckmayer zu bedenken, müsse der Bauausschuss über die Art der Gebäude befinden, und da gab es durchaus ein paar Varianten. Am wirtschaftlichsten wäre die sogenannte Spännertypologie, also eine Mischung aus Drei- und Vierspännern. Möglich wären dabei 153 Wohneinheiten mit einer Gesamtfläche von 10.300 Qua­dratmetern (Variante 1). Machbar wäre aber auch eine reine Viergeschoßigkeit (Va­riante 2) mit dann 179 Wohneinheiten auf 11.792 Quadratmetern. Variante 3 schließlich sieht einen Laubengang vor, statt innen liegender Treppenhäuser würde der Zugang zu den einzelnen Wohnungen von außen erfolgen: 144 Einheiten könnten dabei auf 9.776 Quadratmetern entstehen. Je nach Anzahl der Wohnungen wären 317 (Variante 2), 271 (Variante 1) oder 248 (Variante 3) Stellplätze nötig. Bislang schaffe man rund 218 Stellplätze, betonte Bruckmayer. Wie sie weiter ausführte, habe sich ihr Team ganz bewusst gegen eine einzige Tiefgarage entschieden, die alle sieben Blocks miteinander verbindet. „Dann würde im unteren Bereich des Areals nach außen hin eine zwei Meter hohe Mauer entstehen“, sagte sie. Von den Planern werden deshalb einzelne Tiefgaragen empfohlen, die dank der Hanglage „gar nicht so tief eingegraben werden müssten“, wie Bruckmayer betonte. Sie empfahl dem Gremium die Mischvariante 1 mit drei- und viergeschoßigen Gebäuden. „Rein viergeschossig zu bauen, passt nicht so sehr, wir sind hier ja nicht in München“, erklärte sie. Und: Mit unterschiedlichen Geschoßhöhen würde man etwas Monotonie aus den Planungen nehmen. 

Doch genau für diese Monotonie hat sich der Bauausschuss letztlich entschieden. Bürgermeisterin Elke Zehetner hatte zuvor darauf verwiesen, dass die Viergeschoßigkeit bereits beschlossen worden sei. „Wir wollen hier Wohnraum schaffen. Uns ist bewusst, dass das ein Quartier zum Wohnen ist, das verträgt vier Geschoße“, sagte sie. Ludwig Schmuck (CSU) pflichtete ihr bei und meinte „Jede Wohnung weniger tut uns weh.“ Für Thomas Keller (SPD) kam ebenfalls nur eine durchgehende Viergeschoßigkeit in Betracht. „Die Zahlen und Fakten sprechen für sich“, sagte er. Seine Fraktionskollegin Regina Bartusch unterstrich in diesem Zusammenhang, dass Wohnraum an dieser Stelle ganz besonders wichtig sei. Damit sprach sie dem gesamten Bauausschuss aus der Seele, denn das Gremium votierte einstimmig für die durchgehend viergeschoßige Variante. 

Details zum Zeitablauf gab es aber noch nicht. Dafür muss erst das zweite Bodengutachten vorliegen. Im November soll aber zumindest der fertiggestellte Vorentwurf mitsamt einer Kostenschätzung vorliegen. arr

Auch interessant

Meistgelesen

Bergknappen verteilten Zweige gegen Spenden
Bergknappen verteilten Zweige gegen Spenden
Kinderkrippe an der Birkenstraße: Stadtrat scheut wohl vor Entscheidung zurück
Kinderkrippe an der Birkenstraße: Stadtrat scheut wohl vor Entscheidung zurück
Jungbürgerversammlung: Überschuss der Alten, aber trotzdem gute Ideen
Jungbürgerversammlung: Überschuss der Alten, aber trotzdem gute Ideen
Gewinnen Sie 6 Tage zu zweit im 4*S Verwöhnhotel am Achensee
Gewinnen Sie 6 Tage zu zweit im 4*S Verwöhnhotel am Achensee

Kommentare