Beerdigung bei Rewe

Weil die Anbindung der Straße des 28. April 1945 nicht klappt, verabschiedet man sich vom Kreisverkehr

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Es bleibt, wie es ist: Beim Rewe gibt es keinen Kreisverkehr, und zwar deshalb, weil man die Straße des 28. April 1945 nicht anbinden könnte.

Penzberg – Als „Geschenk an die Bürger“ pries die ehemalige Bürgermeisterin Elke Zehetner den geplanten Kreisverkehr am Rewe-Markt, nachdem diese Idee vor einigen Jahren im Zuge einer Klausurtagung des Stadtrates geboren worden war. Was folgte, waren langatmige Diskussionen und eine Machbarkeitsstudie, die aber die Gesichter lang werden ließ. Denn die Straße des 28. April 1945 war dabei nicht an den Kreisel angebunden. Ohne diese Anbindung, das wurde rasch klar, macht der gesamte Kreisverkehr keinen Sinn. Der Bauausschuss zog nun die Reißleine und beerdigte die Kreisel-Pläne, nicht ohne sich ein Hintertürchen offen zu lassen.

Um die Straße des 28. April 1945 anzubinden, müsste diese in einem Schwenk über den vorderen Teil des Rewe-Parkplatzes verlaufen, was bei der Supermarkt-Kette nicht so gut ankam. Die Reaktion der Marktleitung nannte Stadtbaumeister Justus Klement so: „Es gab keinerlei Euphorie seitens des Nutzers.“ Und der Grundstückseigner habe auf eine Anfrage der Stadtverwaltung erst gar nicht reagiert. Klement schlussfolgerte deshalb: „Der Umbau zum Anbinden der Straße an den Kreisverkehr wäre immens.“ Aus diesem Grund empfahl er dem Gremium, sich von diesen Plänen zu verabschieden. Auch Bürgermeister Stefan Korpan äußerte sich entsprechend: „Vor dem Hintergrund der Corona-Krise, die uns vor viele finanzielle Unwägbarkeiten bringen wird, stellt sich die Frage der Notwendigkeit dieses Vorhabens.“ Da müsse man schlicht ans Budget der Stadt denken, so der Rathauschef. Da der Knotenpunkt überdies kein Unfallschwerpunkt sei, „gibt es hier auch keine Dringlichkeit“, erklärte Korpan. Armin Jabs (BfP) pflichtete dem bei und erinnerte daran, dass seine Fraktion schon immer erklärt habe, dass der Kreisverkehr nur mit einer Anbindung der Straße des 28. April 1945 einen Sinn mache. 

André Anderl (FLP) wollte die Idee hingegen nicht ganz zu Grabe tragen und legte sogar eins drauf, da auch in anderen Ländern immer öfter ein neuer Trend auszumachen sei: nämlich unmittelbar an einen größeren Kreisverkehr gleich noch einen kleineren dranzubauen. Eine Idee, die aber nicht weiter vertieft wurde. Sebastian Fügener (Grüne) sprach sich ohnehin gegen den Kreisel aus, da er Radfahrer nur in Bedrängnis bringe. Am Ende sprach sich das Gremium klar gegen den Kreisverkehr aus, das Thema soll aber nochmals in der Diskussion über ein Mobilitätskonzept aufgegriffen werden. Dagegen stimmte nur Hardi Lenk (SPD), weil der schon immer gegen den Kreisverkehr war. dd

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