Putschversuch gegen Schmuck

Führungskrise beim Bergknappenverein: Abwahl des Vorsitzenden geplant

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Stein des Anstoßes: Bei der Enthüllung des Förderturmdenkmals waren die Berg­knappen davon ausgegangen, dass dies ihr Projekt sei. Für Ludwig Schmuck (rechts) war dies aber eine Sache der Huadara, deshalb soll er jetzt gehen.

Penzberg – Rund zwei Meter hoch, blassgrün und erst wenige Monate alt: der kleine Förderturm vor dem Eingang ins Roche-Werk. Das Modell wurde vor gut einem halben Jahr aufgestellt und soll an die Bergwerkszeit erinnern. Im Bergknappenverein sorgt er jedoch für eine Krise.

Der Bergknappenverein steht vor der größten Zerreißprobe seiner 51-jährigen Geschichte: In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 18. Mai soll der Vorsitzende Ludwig Schmuck abgewählt werden. Der will das Feld aber nicht kampflos räumen und kündigte für die Mitgliederversammlung eine Erklärung an. 

Die treibende Kraft hinter dem Putschversuch ist Schmucks Stellvertreter Nikolaus Lutz. Der ehemalige CSU- und BfP-Stadtrat wirft dem Vorsitzenden mehrere Verfehlungen vor, im Kern geht es aber vor allem um den kleinen Fördertrum, der im Oktober vor dem Eingang ins Roche-Werk aufgestellt wurde. Während Lutz behauptet, Schmuck habe zunächst erklärt, dass dies ein Projekt des Bergknappenvereins anlässlich seines 50-jährigen Bestehens sei, erklärt Schmuck, er habe bereits im März 2018 im Rahmen einer Sitzung des Festausschusses gesagt, dass der Förderturm vom Huadara-Verein (auch hier ist Schmuck der Vorsitzende) aufgestellt werde. 

Schmuck bestreitet auch gar nicht, dass er dieses Projekt fast im Alleingang durchgezogen habe: „Ich habe mich um die komplette Finanzierung gekümmert, der Bergknappenverein musste keinen einzigen Euro dazu beisteuern.“ Die Bergknappen aber seien nicht mehr zu besänftigen gewesen, auch „weil der Vorsitzende unseren Adressenbestand missbraucht und für sein persönliches Projekt das Briefpapier unseres Vereins verwendet hat“, so Nikolaus Lutz. Und er fügt hinzu: „Die Verärgerung ist so groß, dass eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr möglich ist.“ Deshalb habe man sich entschlossen, eine außerordentliche Mitgliederversammlung zur Abwahl des Vorsitzenden einzuberufen. 

Dabei stehen bei den Bergknappen heuer ohnehin turnusmäßige Neuwahlen an, und Schmuck hatte immer erklärt, nicht mehr für den Vorsitz kandidieren zu wollen. Mit Blick auf den geplanten Putsch erklärt er: „Ich gehe davon aus, dass dieser Schuss nach hinten losgeht.“ Nikolaus Lutz hingegen ist der festen Überzeugung, dass die Mitglieder Schmuck abwählen werden. Er würde dann selbst als Vorsitzender kandidieren, mit dem ehemaligen CSU-Ortsvorsitzenden Michael Haas habe er einen potenziellen Stellvertreter an der Hand, welcher, so der Plan von Lutz, nach der Hälfte der Amtszeit dann die Führung des Bergknappenvereins übernehmen soll. la

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