Scheu vor dem Ochsenklavier

Georgiverein feiert 40-jähriges Bestehen mit viel Kaltblut und einem Holzrückewettbewerb

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Als die mächtigen Kaltblüter an der Reihe waren, wurde es mitunter ganz schön eng, vor allem, wenn Mensch und Tier durch den Bergswerksstollen mussten.

Penzberg – Sie schnauben gewaltig, als sie die Hufen in die Erde stemmen und das Holz ziehen. Mit viel Kraft und ebenso viel Anmut rücken die Pferde die Stämme über die Wiese auf Gut Hub. Ein besonderer Wettbewerb an einem besonderen Tag.

Früher, als die Dampfmaschine den Höhepunkt der technischen Entwicklung darstellte, da waren Pferde unerlässliche Helfer in der Forstwirtschaft. Ohne deren Zugkraft hätte man die gefällten Bäume nicht aus dem Wald gebracht. Holzrücken nennt man diesen Einsatz einer Pferdestärke, der im Alltag freilich kaum mehr in Anspruch genommen wird. Dafür haben Pferdefreunde das Holzrücken als Wettbewerb in der Freizeit für sich entdeckt, der jedes Mal aufs Neue viele Interessierte anlockt. Wie am vergangenen Wochenende auf Gut Hub, als der hiesige Georgi-Verein anlässlich seines 40-jährigen Bestehens zum Holzrücken lud. 

Dass sich im Vorfeld 24 gestandene Mannsbilder und vier Frauen dazu angemeldet hatten, zeigt die Beliebtheit solcher Vergleichskämpfe. Bis aus Ingolstadt und aus Henndorf im Salzburger Land waren sie mit ihren Tieren, darunter Süddeutsche Kaltblutpferde, ein Muli, ein Haflinger und drei Noriker, angereist. Aber auch der Nachwuchs war mit von der Partie: Die neunjährige Johanna Demmel aus Untermaxkron gewann mit ihrer Eselstute Leni den Kinderwettbewerb vor dem zwei Jahre älteren Josef Probst aus Peißenberg mit dem Shetland­pony Duplo. Die Beiden absolvierten Parcours unter der Aufsicht der Preisrichter Ludwig Rummelsberger und Katja Härtel mit dem gleichen Baumstamm im Schlepp, den auch die Rösser der Erwachsenen ziehen mussten. Von den Demmels und Probsts waren übrigens gleich zwei Generationen am Start: Johannas Opa Peter trat mit Maultier Arabella an, Josefs Vater mit dem Süddeutschen Kaltblut-Wallach Done – die Liebe zu den Pferden und zum Holzrücken wird also offenbar vererbt. 

Der älteste Paarhufer an diesem Tag war der 27-jährige Haflinger Asterix, der wie sein Namensvetter aus dem Comic wohl in den Zaubertrank gefallen ist. Sein Alter war ihm nicht anzumerken, für einen der vorderen Plätze reichte es allerdings nicht, was auch daran lag, dass Asterix, wie viele andere Pferde auch, nicht so recht über die kleine Brücke, das sogenannte Ochsenklavier, zu bewegen waren. Insgesamt wies der Parcours elf Hindernisse auf, darunter auch ein kleiner Tunnel und ein quer liegender Stamm, welche die Pferde mit ihrer am Boden schleifenden Fracht bewältigen mussten. Wurde die Aufgabe nicht sauber bewältigt und fiel der auf jedem Hindernis liegende Ball zu Boden, gab es einen Fehlerpunkt. 

Den Sieg errang schließlich Karl Hall mit seiner Stute Hedi vor dem Wallach von Michael Bauer und dem Noriker Cuck von Reinhardt Hunsdorfer. Alois Deisenberger, der Vorsitzende des Rosserer-Vereins, der den Auftritt seiner Konkurrenz launig moderierte, landete mit seinem Simmerl auf Platz fünf. Während die siegreichen Pferdebesitzer eine Kühltasche mit Produkten der Andechser Molkerei und eine Urkunde überreicht bekamen, spendierte die Off-Mühle aus Sindelsdorf für die Rösser jeweils einen Sack Hafer, was bei diesen sicher besser ankam als die kleine Tafel für die Stalltür, auf der die Teilnahme bestätigt wird. 

Rund um den Wettkampf konnten die rund 600 Besucher auf Gut Hub auch über einen Bauernmarkt schlendern, auf dem allerei regionale Produkte angeboten wurden. Nach der Siegerehrung spielten dann die „Schnipsy Kings“ auf und sorgten für gute Stimmung an diesem etwas länger dauernden Abend. fw

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