Gaffer behindert Rettungsarbeit

Radfahrer stürzt auf Bordstein: Helfer müssen Mann vor Gaffern schützen

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„Bei Bekanntwerden der Personalien der Gaffer müssen diese mit erheblichen Strafen rechnen“, so Ingo Hübner von der Penzberger Polizei.

Penzberg – Der Mann fuhr mit seinem E-Bike auf der Karlstraße. Gerade eben trat er noch in die Pedale, plötzlich lagen das Fahrrad und der 67-Jährige auf dem Asphalt. Schnell eilten ihm Passanten zu Hilfe. Doch fast genauso schnell sammelten sich Gaffer um das tragische Geschehen.

Am vergangenen Donnerstag machte sich ein 67-jährige Penzberger mit seinem E-Bike zu einer kleinen Radtour auf. Er fuhr gerade auf der Karlstraße in Richtung Bichler Straße, als er gegen 15.15 Uhr auf Höhe der Rathauspassage unvermittelt von seinem E-Bike kippte und auf den Bordstein stürzte. Prellungen, Rippenbrüche und auch eine Platzwunde am Kopf, trotz eines Helmes, zog sich der Mann zu, der regungslos auf dem Asphalt liegen blieb.

Drei Passantinnen wurden auf den Unfall aufmerksam, unter ihnen eine Ärztin. Die Frauen zögerten keine Sekunde und leisteten erste Hilfe. Ein Arzt, der gerade in der Nähe unterwegs war, wurde ebenso auf das Geschehen aufmerksam, er half seiner Kollegin. Die beiden Mediziner erkannten sofort, dass der Mann nicht mehr atmete, sie führten Reanimationmaßnahmen durch bis Rettungswagen und Notarzt eintrafen. Damit die Rettungskräfte ungestört arbeiten konnten, mussten zwei Helferinnen den Unfallort mit Rettungsdecken vor Gaffern abschirmen, die die „laufende Reanimation ständig störten“, klagt Ingo Hübner von der Penzberger Polizeiinspektion. Selbst Fahrzeuge seien stehen geblieben, um möglichst nah am Geschehen zu sein. „Neugierige und verletzende Blicke“, sagt Hübner. Nun arbeitet die Polizei daran, die Personalien der Gaffer herauszufinden, die „mit erheblichen Strafen rechnen müssen“, betont der Polizeibeamte.

Der 67-jährige Radfahrer wurde schließlich in das Krankenhaus Bad Tölz gebracht. Auch während der Fahrt versuchten die Rettungskräfte alles, um den Mann wiederzubeleben. Im Krankenhaus verstarb der Penzberger jedoch, wohl aufgrund einer Vorerkrankung, die vermutlich auch der Grund seines Sturzes gewesen sei, so Hübner. ra

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