Wallisische Gärtner

Auf den Photovoltaikflächen halten Schwarznasenschafe nun die Halme kurz

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Die wolligen Tiere sind bei ihrer Futterwahl nicht wählerisch und somit perfekt für eine Beweidung.

Penzberg – Lautes Mähen beim Mähen an der Bichler Straße in Penzberg: In dem Grün, auf dem die Photovoltaikanlagen stehen, kürzen nun Wallisische Schwarznasenschafe die Halme. Doch auch die Halme außerhalb des Zaunes wecken ein reges Interesse bei den Tieren.

In den vergangenen Wochen sind sie ein paar mal ausgebüxt. Die Schnauze unter den Maschendrahtzaun geschoben und schon ging es ab in die Freiheit. Dabei könnte fast der Eindruck entstehen, die Schafe hätten sich ihre Köpfe mit Erde schwarz gefärbt. Tatsächlich haben die Walliser Schwarznasenschafe aber aufgrund natürlicher Färbung ein dunkles Gesicht. Die freiheitsliebende Herde lebt auf den Photovoltaik-Anlagen (PV) an der Bichler Straße. 

Mutterschafe und ihre Lämmer auf der einen Seite, Böcke auf der anderen Seite: Dort, wo zwei Photovoltaikparks ordentlich Energie tanken, soll keine verbraucht werden. Daher übernehmen künftig die wolligen Walliser eines Pöckinger Schäfers die Gartenarbeit und halten zweimal zwei Monate im Jahr die Grashalme und Löwenzähne unter den Modulen kurz. Die Schwarznasenschafe sind „typische Rasenmäher“, erklärt Josef Vilgertshofer, Vorsitzender der Penzberger Stadtwerke. Die Schafe, die eigentlich alpine Gegenden zum Grasen bevorzugen, sind quasi Allesfresser, solange das Futter pflanzlich ist. Kein Wunder also, dass die Tiere das grüne Gras außerhalb des Zauns anlächelte. Einige der schwarz-weißen Schafe zwängten sich da in den vergangenen Wochen gerne mal unter den Maschen hindurch. Nun hält ein Elektrozaun die Herde zusammen – demnach wird an den PV-Anlagen doch ein wenig Strom verbraucht. Dennoch: die Rasenpflege ist nun ökologischer als einst. „Vorher haben wir fünf Mal im Jahr gemäht“, sagt Vilgertshofer. „Durch die Extensivierung haben die Pflanzen nun die Chance, ein wenig zu wachsen.“ Solange, bis die Schafe mit ihren Zähnen über das Grün segeln. Dabei fressen sich auch unter den Solarmodulen, die auf tierische Beweidung vorbereitet sind. So werden unter anderem die Kabel entsprechend hoch gebunden, erläutert Stefan Fußeder von Vispiron. Die Firma betreut die PV-Anlagen. 

Im Gras ist aber nicht nur ein Mähen zu hören: Hier und da ertönt ein kurzes „Klack“. Dies ist immer dann zu vernehmen, wenn ein Schaf unter den Platten frische Halme oder Schutz vor Sonne sowie Regen sucht und sich seine geschwungenen Hörner an den Platten stößt. Ein Geräusch, dass einen Walliser aber kalt lässt, stoisch legt er sich ins Gras und kaut weiter auf Halmen herum. Es sind eben ruhige Rasenmäher, die das Grün an der Bichler Straße nun stutzen. ra

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