Altes Gebäude an der Karlstraße

Penzberger Schlachthof: Stadtrat bestätigt Abriss - Bürgerantrag ist damit vom Tisch

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Der Denkmalverein wollte das Gebäude erhalten.
  • Andreas Baar
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Penzberg – Die Stadt Penzberg hält am Abriss des alten Schlachthofs fest. Der Stadtrat stimmte mit einer 17:6-Mehrheit dafür, an seinem eigenen Beschluss nicht zu rütteln.

Der Stadtrat hatte sich zuletzt im September 2020 mehrheitlich für den Abriss des 1899 errichteten ehemaligen Schlachthofs ausgesprochen. Provisorisch soll die Fläche als Parkplatz genutzt werden. Der Verein für Denkmalpflege und Penzberger Stadtgeschichte hatte die Entscheidung kritisiert (Rundschau berichtete). Seine Forderung: Das Gebäude, das nicht unter Denkmalschutz steht, soll erhalten bleiben. Vergangene Woche hatte der Bauausschuss nach einem Ortstermin einstimmig an den Abrissplänen festgehalten.

Denkmalschützer: Ort der Vereine prüfen

Zu Beginn dieser Woche reichte der Verein einen Bürgerantrag im Rathaus ein: Vorsitzender Max Kapfer forderte, den Abriss zu stoppen. Zugleich soll der Ehrenamtsförderer der Stadt, Thomas Kapfer-Arrington, bei den örtlichen Vereinen abfragen, ob an der Karlstraße ein Ort für die Vereine entstehen könnte. Die für Abriss und Parkplätze reservierten Gelder sollen für die Sanierung des Gebäudes zur Verfügung gestellt werden, so Kapfer.

An dieser Stelle kann man was Besseres realisieren“

Maria Probst, CSU-Fraktionsvorsitzende

Obwohl formal die nötigen 170 Unterschriften (ein Prozent der Einwohner) fehlten, behandelte der Stadtrat am Dienstagabend (26. Januar) den Antrag. Im Rathaus sah man kein Problem, das Verfahren auszusetzen und dem Antragsteller eine Frist einzuräumen, um einen korrekten Antrag einzureichen. Termin könnte bis zur Sitzung am 23. Februar sein. Doch daraus wurde nichts: Mit deutlicher Mehrheit beschloss das Gremium, an den Beschlüssen festzuhalten. Die Ausschreibungen für die Abrissarbeiten gehen jetzt raus. Für eine vierwöchige Pause stimmten die PM-Fraktion sowie Bayram Yerli und Hardi Lenk (beide SPD). „An dieser Stelle kann man was Besseres realisieren“, sprach sich Maria Probst (CSU) für den jetzigen Abriss aus. Eine teuere Sanierung des Gebäudes sei „nicht das, was wir stemmen können“, warnte Sebastian Fügener (Grüne). Jack Eberl (FLP) war gegen eine Verschiebung: „Wir machen seit Jahren rum.“

Bürgerbegehren für Verein kein Thema

Beim Verein ist man „enttäuscht, dass man uns die schöpferische Pause nicht gewähren wollte“, sagt Vorsitzender Kapfer. 120 Unterschriften waren bereits eingegangen. Mit der Ablehnung des Eilantrags habe man nicht gerechnet. Die Unterschriften will man trotzdem noch sammeln und übergeben. Mehr ist aber laut Kapfer nicht geplant. Auch ein Bürgerbegehren sei kein Instrument: „Das machen wir nicht, weil wir uns keine Chancen ausrechnen.“ Andreas Baar

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