Wahlkampf auf drei Rädern

Eine „starke“ Liste: SPD wählt ihre Stadtratskandidaten für das Penzberger Rathaus

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Die Liste der SPD (von links): Herbert Preuß, Katharina Appel-Greim, Markus Kleinen, Usrula Floßmann, Stefan König, Hardi Lenk (hinten oben), Thomas Keller, Bayram Yerli, Andreas Unterreiner (hinten, oben), Clemens Meikis, Elke Zehetner, Gertrud Nees-Volk, Holger Fey (dahinter), Regina Bartusch, Tobias Mosebach, Daniela Koller, Susanne Meindl, Adrian Leinweber, Claudia Kappendobler, Michael Zöller (hinten oben), Gabriele Kappendobler, Patrick Leinweber, Arthur Schenk sowie die Nachrücker Peter Rubner, Maryam Benzadi und Hannes Lenk.

Penzberg – Die stärkste Fraktion im Stadtrat will die SPD bleiben – und das soll mit einer „starken“ Liste an Kandidaten auch gelingen. So zumindest sieht es Spitzenkandidatin Elke Zehetner. Jüngst nominierten die Mitglieder der Partei ihre Kandidaten zur Stadtratswahl am 15. März 2020.

Im Saal der Stadthalle steht eine Ape. Das dreirädrige Vehikel aus Italien ist ganz frisch – freilich rot – lackiert, an der Fahrertür steht „Penzberg weiter bewegen“. Unter diesem Motto steht der Wahlkampf der SPD. Wie das geschehen soll, das war am Nominierungsabend indes noch nicht zu hören. Zehetner stimmte nach der eigentlichen Aufstellung zwar zu einer kämpferischen Rede an, die durchaus leidenschaftlich geführt war. Doch war diese mehr Rück-, denn Ausblick. Wie sich die SPD also genau positionieren will, bleibt noch abzuwarten. Mit der Ape wollen die SPDler dem Vernehmen nach jedenfalls zu den Wahlkampfveranstaltungen fahren. Und die dürften dann wieder themengebunden sein. 

„Bloße Gruppierungen schaffen das nicht“

Ortsvorsitzender Bayram Yerli hatte zunächst das Wort. „Braucht es denn noch Parteien?“, fragte er die Genossen und lieferte selbst die Antwort: „Ja, mehr denn je.“ In Zeiten der zunehmenden Digitalisierung, der gesellschaftlichen Veränderung und der Rationalisierung auf dem Arbeitsmarkt brauche es Lösungen, die aufzeigen würden, wie diesen Herausforderungen begegnet werden kann. „Und das können nur Parteien, bloße Gruppierungen schaffen das nicht“, ist sich Yerli sicher. Und das sei auch in der Lokalpolitik so. Yerli warb für ein Engagement in der SPD, „zumal es hier keinen Fraktionszwang gibt, zumindest kenne ich keinen“, sagte er. 

Unterstützung für die Amtsinhaberin

Dann schon gehörte die Aufmerksamkeit den Kandidaten, die sich der Reihe nach vorstellten. Viele von ihnen stützten dabei Amtsinhaberin Elke Zehetner. Regina Bartusch etwa, die sagte: „Elke Zehetner soll nun in der zweiten Amtszeit nach einem schwierigen Anfang endlich in ein seichteres Fahrwasser kommen.“ Dass sie damit ruhigeres Fahrwasser meinte, ist anzunehmen. Oder Michael Zöller, der beruflich sehr eingespannt ist und eigenen Angaben zufolge lange überlegt habe, ob er nochmals kandidieren solle: Aber schließlich müsse man Elke Zehetner („wir brauchen sie als Bürgermeisterin“) unterstützen. „Die Verleumderei und der Spießrutenlauf ihr gegenüber müssen endlich ein Ende haben.“ 

Ein neues Mitglied

Wahlleiter und Altbürgermeister Hans Mummert verwies auf eine ausgewogene Liste: „Zehn Frauen, also 42 Prozent und 14 Männer, also 58 Prozent.“ Und: 19 davon seien Parteimitglieder so Mummert, der da den jungen Patrick Leinweber noch gar nicht mitgerechnet hatte. Der 23-jährige Kandidat unterzeichnete noch an dem Nominierungsabend seinen Mitgliedsantrag. 

„Für alle Bürger dieser Stadt da sein“

Zehetner hofft auf einen fairen Wahlkampf, in dem man aufeinander zugehen und miteinander zum Wohl der Stadt arbeiten könne. Die Amtsinhaberin betonte, dass es eine große Ehre sei, Bürgermeisterin zu sein – „und so für alle Bürger dieser Stadt da zu sein. So verstehe ich mein Amt.“ Man habe viel erreicht, auch wenn manch einer das so nicht sehen wolle, sagte Zehetner rückblickend auf ihre ersten fast sechs Jahre. So sei das Museum fertig gestellt worden, das Blaulichtzentrum auf den Weg gebracht („die Verkörperung des Ehrenamts schlechthin“). Das Areal sei in der vergangenen Amtszeit erst gekauft worden, jetzt müsse das Zentrum weiterentwickelt werden. Zehetner erinnerte an die ebenfalls initiierte Musikschule im Metropolkino („durch unseren persönlichen Einsatz erhalten wir 90 Prozent der förderfähigen Kosten von der Regierung von Oberbayern erstattet“). Ferner baue man ein neues Schwimmbad und habe den sozialen Wohnungsbau mit Projekten an der Gustavstraße 5, an der Mathias Flurl-Straße, an der Birkenstraße mit allein dort 175 Wohnungen auf den Weg gebracht. Zudem stocke die Stadt die Wohnungen an der Sigmundstraße auf und es werde an der Bürgermeister Rummer-Straße und bald am Daserweg neu gebaut. Auch die Karlstraße 6 (Alter Schlacht­hof) sei in der Machbarkeitsstudie. 

Zwei sind weg

Zehetner sagte mit Blick auf die Liste: „Ich bin stolz, dass kein einziger meiner Fraktionskollegen auf der Strecke geblieben ist und gesagt hat, ,nein, ich trete nicht mehr an‘“, so Zehetner, die mit Blick auf Markus Bocksberger und Ute Frohwein-Sendl etwas nachjustierte: „Na gut, zwei haben wir verloren.“ Sie selbst sei jedenfalls gerne Bürgermeisterin und gerne wieder bereit, die Stadt zu vertreten. „Und das auch bestmöglich im Kreistag“, sagte Zehetner, die damit auch ihre Bereitschaft für eine Kandidatur auf der Kreistagsliste der SPD signalisierte. 

Eine Liste mit Verlass

Altbürgermeister Hans Mummert wünschte seiner Nachfolgerin schon jetzt eine gute Hand und viel Kraft. „Ich weiß, was es bedeutet, Bürgermeister zu sein und Wahlkampf zu betreiben.“ Mit Blick auf die Liste, sagte er zu Elke Zehetner: „Das ist eine Liste, auf die Du Dich verlassen kannst.“ arr 

Und so sieht die Liste der Liste aus: 1. Elke Zehetner, 2. Adrian Leinweber, 3. Regina Bartusch, 4. Bayram Yerli, 5. Susanne Meindl, 6. Hardi Lenk, 7. Claudia Kappendobler, 8. Thomas Keller, 9. Daniela Koller, 10. Markus Kleinen, 11. Ursula Floßmann, 12. Holger Fey, 13. Gertrud Nees-Volk, 14. Andreas Unterreiner, 15. Martina Albert, 16. Patrick Leinweber, 17. Katharina Appel-Greim, 18. Tobias Mosebach, 19. Gabriele Kappendobler, 20. Clemens Meikis, 21. Stefan König, 22. Arthur Schenk, 23. Michael Zöller, 24. Herbert Preuß; Nachrücker: Maryam Benzadi, Peter Rubner, Hannes Lenk.

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