Würfel zwischen Wälzern

Bretter, die Spaß bedeuten: Die Stadtbücherei bietet nun analoge Spiele zum Verleih an

+
Gegen Langeweile in den Ferien: der neue Spielverleih in der Stadtbücherei. Jan Heinemeyer ist da ganz in seinem Element und hilft bei der Auswahl.

Penzberg – Wer zum Baumeister der Palastwände König Manuels werden will, als Ermittler die Stadt Arkham vor dem Untergang bewahren oder sein Haustier vor der Schmach der Mitspieler schützen möchte, der kann in der Penzberger Stadtbücherei ab sofort in die Welt der Brett- und Kartenspiele eintauchen.

Die Bücherei ist ja inzwischen bekannt dafür, dass sie allerlei neue Ideen und Veranstaltungen aus dem Hut zaubert. Nun hatte deren Leiterin, Katrin Fügener, einen Förderantrag bei der Stiftung „Spiel des Jahres“ eingereicht und prompt den Zuschlag erhalten. Das För­dergeld in Höhe von 1.500 Euro macht es möglich, dass die Stadtbücherei einen Grundbestand an Spielen anschaffen konnte, die ab sofort auch ausgeliehen werden können. Rechtzeitig zu den Sommerferien wurden rund 50 Spiele quasi verleihfertig gemacht, doch dabei soll es nicht bleiben: Bis zum Jahresende soll sich die Zahl der Spiele noch einmal verdoppeln. 

Büchereimitglieder können nach Vorlage ihres Ausweises bis zu zwei Spiele für vier Wochen ausleihen, Brettspielfans und Kartenfreunde können sich aber auch in geselliger Runde in der Stadtbücherei zusammensetzen und würfeln und mischen. „Gerade Brettspiele sind ja keine günstige Anschaffung, und oft spielt man ein paar Mal und dann steht das Stück im Regal“, so Fügener. „Jetzt aber kann man sich bei uns viele verschiedene Spiele einfach ausleihen, sie ausprobieren und damit Spaß haben.“ 

Der Auszubildende Jan Heinemeyer, der sich gerade über sein hervorragendes Zeugnis zum Ende des 2. Lehrjahres freut, hat das Spielverleihprojekt unter seine Fittiche genommen. Damit man auch lange Freude an den angeschafften Objekten hat, klebte er mit zwei ehrenamtlichen Helfern wochenlang Folie auf die Schachteln, zählte den Inhalt und schrieb Kontrollkärtchen, welche man bei der Rückgabe unterschreiben muss, damit die Vollzähligkeit der Würfel, Spielfiguren und Karten gewährleistet ist. Außen auf den Schachteln zeigen Infoaufkleber an, für welches Alter das Spiel geeignet ist, wie viele Mitspieler benötigt werden und wie lange ein Durchlauf dauert. Damit alle Altersgruppen sich an dem neuen Angebot erfreuen können, wurde das Geld in Spiele für die Kleinsten wie etwa „Obstgarten“ oder „Dob­ble“ investiert. Für die ganze Familie gibt es „Piraten kapern“ oder das lustige Tierkartenspiel „Krasse Kacke“. Und für Jugendliche und Erwachsene stehen unter anderem „Pandemie“, „Tabu“ oder „Safe House“ bereit. „Meine Lieblingsspiele sind zum einen Arkham Horror, das ist spannend und auf Englisch. Und zum anderen Azul, das Spiel des Jahres 2018“, so Jan Heinemeyer, der sich als absoluter Spielefan outete. Bürgermeisterin Elke Zehetner, die sich von der neuen Idee begeistert zeigte, schnappte sich gleich das Bewegungsspiel „Häuptling Wackelnix“. 

Gemeinsam mit den Vorlesern, den Lesefuzzis und den Freitagsspielern überlegten Heinemeyer und Fügener, welche Spiele Sinn machen und angeschafft werden sollten. „Analoge Spiele sind so vielfältig“, sagt Fügener und merkt an: „Man lernt spielend das Land kennen, taucht in historische Ereignisse ein, lernt schnell zu rea­gieren, muss in Teams arbeiten und stärkt die Sozialkompetenz“. So auch bei ihrem Lieblingsspiel „Safe House“, bei welchem man als Team gegen das Spiel spielt. 

Auch die beliebten TipToi-Spiele sind mit vier Stiften im Verleih, und Wii-Spiele für die Konsole gibt es bereits seit längerer Zeit. Und: Hat man zu Hause oder im Freundeskreis nicht den passenden Mitspieler, so veranstaltet die Stadtbücherei auch Spielenachmittage und Spieleabende, zum Beispiel am morgigen Donnerstag, 8. August, und am 29. August, jeweils von 15 bis 17 Uhr. Ab September treffen sich dann auch die Freitagsspieler wieder an jedem dritten Freitag ab 19 Uhr, um bis zum Tagesende die Würfel fallen zu lassen. au

Auch interessant

Meistgelesen

Hörmann Automotive Penzberg: Im Schnitt erhält jeder Mitarbeiter eine Abfindung über 30.000 Euro
Hörmann Automotive Penzberg: Im Schnitt erhält jeder Mitarbeiter eine Abfindung über 30.000 Euro
Mit Korpan an der Spitze in den Wahlkampf: CSU stellt Liste der Stadtratskandidaten auf
Mit Korpan an der Spitze in den Wahlkampf: CSU stellt Liste der Stadtratskandidaten auf
Rund 1.600 Teilnehmer lassen sich im Dauerregen den Spaß am Festzug nicht nehmen
Rund 1.600 Teilnehmer lassen sich im Dauerregen den Spaß am Festzug nicht nehmen
„Penzberg – katholisch“: Ausstellung im Pfarrzentrum offenbart Erstaunliches
„Penzberg – katholisch“: Ausstellung im Pfarrzentrum offenbart Erstaunliches

Kommentare