100 Jahre auf 70 Seiten

Penzberger Stadtgeschichte: Der FCP veröffentlicht seine Jubiläums-Chronik

Andreas Rauchenberger und Stefan König präsentieren die neue Vereinschronik des FC Penzberg.
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Andreas Rauchenberger und Stefan König präsentieren die neue Vereinschronik des FC Penzberg.

Penzberg – Die aktuelle Saison läuft aus fußballerischer Sicht für den FC Penzberg: In der Bezirksliga spielt die 1. Mannschaft um den Aufstieg mit und die Futsaler können noch ein weiteres Kapitel Hallengeschichte schreiben. Hansi Krause (Öffentlichkeitsarbeit), Andreas Rauchenberger (2. Vorsitzender) und Stefan König (Autor) blicken mit der Rundschau bei der Veröffentlichung der Vereinschronik auf 100 Jahre Penzberger Geschichte zurück.

Im Jahr 2020 hätte der Verein sein 100-jähriges Jubiläum gefeiert. Die Pandemie machte den Verantwortlichen einen Strich durch die Rechnung und viele Feierlichkeiten beziehungsweise Events der Fußballer mussten entfallen. Einen kleinen Lichtblick gab es jedoch: Die Vereinschronik des FCP erschien jetzt nach monatelanger Arbeit der Beteiligten. „Alles begann beim Faschingszug 2020. Hansi kam als Maschkera auf mich zu und sagte mir er habe was zu besprechen. Im März haben wir begonnen. Im Mai hat sich dann alles konkretisiert“, beschreibt Autor König die Zusammenarbeit beim Erstellen der Chronik. Diese sollte möglichst lebendig gestaltet werden. „Wir sind Teil der Stadtgeschichte und das wollten wir mit dem Werk auch zeigen“, erzählt Vereinsvize Rauchenberger.

Ein Stück Stadtgeschichte

Die Vereinschronik sollte also nicht nur die 100-jährige Geschichte des Vereins in Form von Daten und Fakten erzählen. Viel mehr sollte auch die Stadt selbst im Mittelpunkt stehen: Karl Wald, das Bergwerk, die Kriegszeit und auch Ludwig „Wiggerl“ Kögl waren Bestandteil des Werkes und von Penzbergs Geschichte. „Die Chronik sollte nicht nur Insider oder Fußballbegeisterte ansprechen“, erzählt König.

Nach der Erhebung zur Stadt 1919 und dem Ersten Weltkrieg gründeten Penzberger Fußballenthusiasten um Karl Haarbauer 1920 den FC Penzberg. Im darauffolgenden Jahr folgte bereits ein eigener Sportplatz. Auch das Kriegsgeschehen in den 40er Jahren und die Penzberger Mordnacht vom 28. April 1945 werden in der Chronik behandelt – eben ein Stück Stadtgeschichte.

1955 gab es eine fußballerische Sensation in Penzberg: Der FC stieg als Meister der 1. Amateurliga in die zweithöchste Spielklasse auf. „Das ist eine meiner liebsten Geschichten aus der Chronik. Eine Zeit in der es nicht um Millionen ging, sondern die mit Demut zu betrachten ist. Die Schichtführer des Bergwerks haben damals die Arbeitszeiten den Spiel- und Trainingszeiten entsprechend angepasst“, berichtet der zweite Vorsitzende Rauchenberger. So war es den Spielern möglich eine Dreifachbelastung auf sich zu nehmen: Bergwerk, Training und Spiel.

Volles Haus: Die Fans saßen früher sogar auf dem Tribünendach und machten Stimmung.

Hoeneß und Kögl

Ein weiteres Highlight in der Chronik ist laut Vereinssprecher Krause das Eröffnungsspiel gegen den FC Bayern 1990 – damit wurde das Nonnenwaldstadion eingeweiht. „Da war man schon sehr nah an den Stars dran. Einfach ein besonderes Erlebnis“, erinnert sich Krause.

Neben dem Auftritt im neuen Nonnenwaldstadion spielt der Rekordmeister noch eine weitere Rolle in der FC-Chronik: Die Bayern nahmen nämlich den Penzberger Ludwig „Wiggerl“ Kögl unter Vertrag. Damals musste Uli Hoeneß noch bei Bürgermeister Kurt Wessner vorsprechen, um Kögls Ausbildungsverhältnis bei der Stadt abzusichern. Auch im nächsten Jahrhundert bleibt es spektakulär in Penzberg und beim Fußball Club: Das Vereinsgelände an der Bichler Straße verkaufte man 2009 und eine beträchtliche Summe sprang für den FC heraus.

Vielleicht bald in der Bundesliga: Die Futsaler des FC Penzbergs können die Sensation 2022 schaffen.

Zukunftsmusik

100 Jahre sind zwar vergangen, aber der FC arbeitet schon fleißig an Material für die nächste Chronik: Die Spieler der Herrenmannschaft halten sich derzeit im Cybertraining fit und streben den Aufstieg in die Landesliga an. Auch die Futsaler fahren in der Erfolgsspur. In drei Spielen konnte man drei Siege einfahren und hat sich vorsorglich schon mal für die Futsal-Bundesliga angemeldet. Auch die geplanten Festlichkeiten und Events aus dem Jahr 2020 sollen nachgeholt werden – wenn es die Corona-Bedingungen wieder zulassen. Max Müller

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