Unternehmen für Miettextilien drängt nach Penzberg, im Stadtrat ist man begeistert

Greif will in den Nonnenwald

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Noch steht der Wald: Genau an dieser Stelle könnte die Penzberger Niederlassung des Textilprofis Greif entstehen.

Penzberg – Zahlreiche neue Arbeitsstellen inmitten von Kissen und Tischdecken: Eine Firma, die sich Miettextilien für Gastronomie und Hotellerie verschrieben hat, zeigt Interesse am Industriepark Nonnenwald. Doch das Unternehmen benötigt für seine Waren und Wäschen viel Platz.

Im Industriepark Nonnenwald könnten schon bald rund 250 neue Arbeitsplätze entstehen, denn die Firma Greif, ein Spezialist für textile Mietsysteme mit Sitz in Augsburg, will sich hier ansiedeln. Dies bestätigte Bürgermeisterin Elke Zehetner. Der Stadtrat hat dazu einer Änderung des Bebauungsplans zugestimmt und damit den Weg freigemacht für eine weitere Erweiterung des Gewerbegebietes. 

Das Unternehmen Greif, das mit einer Niederlassung derzeit auch in Wolfratshausen vertreten ist, beliefert Hotels und Restaurants mit dem kompletten Textilprogramm, von Bettwäsche über Tischdecken bis zu Servietten und Berufskleidung. Weil das Geschäft brummt, ist das Unternehmen auf der Suche nach einer entsprechend großen Fläche. Dabei wurde man im Nonnenwald fündig, was auch vom Stadtrat kurz vor Weihnachten auf sehr großes Interesse gestoßen ist. 

Greif würde man so gerne in Penzberg sehen, dass das Gremium sogar bereit wäre, eine bereits als Industriegebiet ausgewiesene Fläche anzubieten. Der Unterschied zwischen einer Fläche im Industriegebiet und einer in einem Gewerbegebiet ist einfach erklärt: In Gewerbegebieten werden vorwiegend Betriebe angesiedelt, von denen keine große Lärm- und Geruchsbelästigung ausgeht; Industriegebiete wiederum dienen ausschließlich der Ansiedlung von Unternehmen, die in anderen Baugebieten unzulässig sind. Hier gelten weniger hohe Auflagen in Sachen Umweltbelastung (Lärm, Staub, Geruch), was sie besonders wertvoll macht. 

Dies würde Greif gar nicht benötigen – dafür aber eine große und zusammenhängende Fläche. Dies ist im Nonnenwald aber nur im Zusammenschluss mit einer Industriefläche zu verwirklichen. Im Stadtrat zeigte man sich deshalb aufgeschlossen dafür, zusammen mit einer eventuellen Erweiterung des Industrieparks hier eine entsprechend große Fläche zu schaffen und diese dann zu einem Gewerbegebiet herabzustufen. 

Hardi Lenk (SPD) etwa könnte sich diesen Schritt durchaus vorstellen, „zumal die Industriefläche für Industrie doch recht klein ist“. Seine Empfehlung: „Machen wir eine Gewerbegebietsfläche daraus und verhandeln weiter.“ Kerstin Engel (Grüne) sieht das etwas kritischer, denn die Industriefläche sei schließlich wertvoller, was auch Adrian Leinweber (SPD) so sieht: „Bei Bedarf nochmals Industrieflächen zu finden, wird schwierig.“ Wie es aus dem Bauamt heißt, gebe es zwischen den beiden Kreisverkehren am Roche-Gelände noch Erweiterungspotenzial mit einer Größe von rund 3,9 Hektar – derzeit steht dort noch ein Wald. „Dort könnten ohne größeren Erschließungsaufwand noch zusätzliche gewerbliche Flächen entstehen“, erklärte Stadtbaumeister Justus Klement.

Inzwischen haben einige Gespräche mit Greif stattgefunden, bei denen ausgelotet wurde, wie lange ein Bauleitverfahren dauert. Denn das Wäschereiunternehmen muss schnell eine Lösung finden. „Keine Zeit verlieren“, war denn auch die Ansage von Christine Geiger (CSU). Jack Eberl (FLP) will die Firma ebenfalls unbedingt nach Penzberg holen. So könnte man womöglich „Ausfälle an anderer Stelle im Stadtgebiet“ kompensieren, sagte er. Und Bürgermeisterin Elke Zehetner ist ganz fasziniert von der Aussicht, dass im Nonnenwald ausnahmsweise mal nicht Arbeitsplätze für Akademiker, sondern auch für gering qualifizierte und ungelernte Arbeitskräfte geschaffen werden sollen. arr

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