Lieber Bäume als Grünland

Penzberger „Stangerlwald“: Gerodete Fläche wird aufgeforstet

Hotelwald Stangerlwald Holz Penzberg
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Kahlschlag: Ende 2020 wurde der Penzberger „Hotelwald“ massiv ausgeholzt.
  • Andreas Baar
    vonAndreas Baar
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Penzberg – Penzberger Aufforstungsprojekt: Eine rund 10.000 Quadratmeter große Waldfläche südlich des Kreisverkehrs an der Seeshaupter Straße wird wieder hergestellt.

Das Areal machte als „Hotelwald“ Furore, im Dezember vergangenen Jahres war dieser fast verschwunden. Die Stadt hatte den Fichtenwald nahe dem Huber See massiv ausholzen lassen (Rundschau berichtete). Begründet wurde es mit Sicherheitsaspekten nach diversen Sturmschäden. Das Areal soll aber wieder aufgeforstet werden, hieß es aus dem Rathaus. Über das Vorhaben wurde im Bauausschuss allerdings kontrovers debattiert.

Die BfP-Stadtratsfraktion wollte jedoch Alternativen aufgezeigt bekommen. Diese legte die Umweltabteilung nun im Bauausschuss vor. Drei Varianten präsentierte Mitarbeiter Andreas Wowra. Eine Aufforstung mit Schwarzerlen und Eichen sowie heimischen Sträuchern am Waldrand entlang des Fußwegs wird mit rund 11.500 Euro angesetzt. Allerdings kämen auf die Stadt keine Ausgaben zu: Es gibt es einen staatlichen Zuschuss von circa 12.000 Euro.

Artenreiches Grünland

Variante zwei wäre kein neuer Wald, sondern ein artenreiches Extensivgrünland. Eine grobe Schätzung lag bei circa 20.000 Euro. Allerdings erwartet man Mehrkosten für Gutachten und Drainagenauffüllungen. Alternative drei wäre ebenfalls eine Grünlandfläche, aber mit staatlicher Förderung. Allerdings würde die Fläche aus dem städtischen Ökokonto herausfallen. Die Gesamtkosten schätzt die Verwaltung auf 40.000 Euro, weil ein 21.000-Euro-Zuschuss vom Landwirtschaftsamt hinfällig wäre.

Kontroversen im Bauausschuss

Die Meinung im Bauausschuss gingen auseinander. Für das Grünland machte sich Hardi Lenk (SPD) stark: Man könne mit einer eigenen Fläche „in unmittelbarer Nähe“ das Ökokonto gut auffüllen und bräuchte nicht fremde Flächen teuer zu erwerben. Was auch Jack Eberl (FLP) so sah: Die Stadt müsse Ökoflächen sonst „in Dietramszell oder im Allgäu“ einkaufen. Für die Aufforstung votierte dagegen Ludwig Schmuck (CSU): Wir tun der Natur genauso was Gutes.“ Fraktionskollegin Maria Probst warnte vor den Kosten für das Grünland: „An der Stelle ist der Aufwand hoch“. Martin Janner (PM) lehnte das Grünland als „unverhältnismäßige Maßnahme“ ab. Am Ende stimmten lediglich Lenk, Eberl und Armin Jabs (BfP) für das Dauergrünland inklusive Ökokonto. Der Rest sprach sich dafür aus, an den Aufforstungen festzuhalten. Diese sind laut Wowra bereits für kommende Woche geplant.

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