Gefährliche Erschütterungen

Blaulichtzentrum in der Layritz-Halle: Laser-Unternehmen fürchtet um Fortbestand

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In und an der Layritzhalle soll das Blaulichtzentrum entstehen, beginnend mit einem Neubau der Rettungswache des BRK. Damit ist die Firma Mess­tec aber nicht einverstanden. Diese rechnet mit massiven negativen Auswirkungen.

Penzberg – Wieder ein Schritt hin zur Realisierung des in der Layritz-Halle geplanten Blaulichtzentrums: Der Bauausschuss hat nun den Bebauungsplan „Gewerbegebiet auf der Grube“, der das fragliche Areal umfasst, als Satzung verabschiedet, nachdem die eingegangenen Einwendungen im Zuge der öffentlichen Auslegung gewürdigt worden waren. Diskussionsbedarf gab es vor allem bezüglich der ablehnenden Stellungnahme des unweit der Layritz-Halle ansässigen Unternehmens Messtec, das durch das Blaulichtzentrum so negative Auswirkungen auf seine Produktion von Lasertreibern befürchtet, dass dadurch sogar der Fortbestand des Betriebs gefährdet sein könnte.

Ein Leuchtturmprojekt soll das Blaulichtzentrum werden, doch die Strahlkraft empfindet jeder anders. So hat das Unternehmen Messtec im Zuge der Auslegung des Bebauungsplans heftige Kritik an dem Millionenprojekt geübt. Insbesondere die Erschütterungen durch Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr, durch Lkw, die das neue Biomassekraftwerk anfahren oder durch den Fuhrpark des nahen Bauhofs würden Störquellen schaffen. „Die wirken sich bei der mechanischen und elektronischen Fertigung negativ aus“, heißt es in der Stellungnahme von Messtec. Eine mittelfristig geplante Fertigungsgeneration mit noch genaueren Toleranzen könne deshalb nicht eingeführt werden, schreibt die Geschäftsführung, die weiter die Frage aufwirft, wer denn die deshalb entstehenden Folgekosten im In- und Ausland übernehme. Eine Produkthaftpflichtversicherung greife nämlich im Schadensfall nicht. Der sei aber auch wegen des Biomassekraftwerks möglich. Denn: „Staub und Abgase des Kraftwerks würden eine saubere, reinraumähnliche Elektronikproduktion stark beeinträchtigen“, warnt Mess­tec. Das Unternehmen sieht sich darüber hinaus auch im Hinblick auf Erweiterungsmöglichkeiten eingeschränkt und bezeichnet deshalb Blaulichtzentrum und Biomassekraftwerk als „absolute Fehlplanungen“. Mittelfristig wäre der Standort bei Realisierung des Blaulichtzentrums jedenfalls nicht mehr tragbar. Von Messtec heißt es deshalb: „Da keine passenden Grundstücke in Penz­berg zur Verfügung stehen, wäre ein kurzfristiger Auszug an einen anderen Standort die zwingende Folge.“ 

Wie Stadtbaumeister Justus Klement ausführte, gebe es möglicherweise die Option eines Grundstückstausches, um sowohl den Bau des Blaulichtzentrums wie auch eine Erweiterung von Messtec nicht zu gefährden. Armin Jabs (BfP) hörte dies gern, denn: „Ohne eine Einigung haben wir nämlich ein Problem.“ Weniger Verständnis für die Belange des Unternehmens äußerte hingegen Ludwig Schmuck (CSU), schließlich sei seit langem bekannt, dass das Rote Kreuz quasi als Startschuss-Projekt neben der Layritz-Halle bauen wolle. Und: Eine von Mess­tec angeführte Alternativfläche gehöre nicht der Stadt, so Schmuck, und könne deshalb nicht überplant werden. Bürgermeister Stefan Korpan fragte, ob nicht eine alternative Zufahrt gefunden werden könne, die nicht an Messtec vorbeiführt. Das, so räumte Schmuck ein, könnte noch diskutiert werden. Doch: „Wir brauchen dringend einen Neubau, das Rote Kreuz platzt derzeit aus allen Nähten.“ Korpan will nun nochmals ein Gespräch mit den Blaulichtorganisationen führen. Hardi Lenk (SPD) warb zudem für einen Ortstermin, um zu sehen, wie groß die Rettungswache des Roten Kreuzes werden soll. Der Ausschuss stimmte trotzdem schon einmal für die Änderung des Bebauungsplans. dd

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