Gold im Griff

Zum 100-jährigen Stadtjubiläum wird das Penzberger Volksfest mit viel Bier eröffnet

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Im Festzelt zapfte unter den kritischen Blicken von den Experten der Augustiner Brauerei Elke Zehetner neben Christian Fahrenschon und Ludwig Schmuck das erste Bierfass an.

Penzberg – Gold in beiden Händen trägt der Trompeter. In seiner Linken reflektiert das Instrument die Sonnenstrahlen, in seiner Rechten dringt das Licht in das Bierglas und bringt das Gebräu zum Leuchten. Aber der Musiker glänzt nicht allein, Goldrausch auf dem gesamten Penzberger Stadtplatz.

Unzählige Hände umarmen die kleinen Glaskrüge mit güldenem Gerstensaft. Über ihren Köpfen fliegt ein Flugzeug mit einem großen Banner, „Fahrenschon Festzelte – Penz­berger Volksfest“, flattert am Himmel. Zu ihrem 100. Jubiläum läutet die Stadt Penzberg das Volksfest mit viel Tamtam und Brimborium ein. 

Dreiviertel sechs, Tag der Volksfesteröffnung. Auf dem Penzberger Stadtplatz sammelt sich eine kleine Menschentraube, die sich in Grüppchen an die Seiten verteilt, als ob sie etwas rahmen möchte, das in der Mitte Raum braucht. Doch nicht die Trachtenvereine Birk‘nstoana und Lois­achtaler Maxkron, nicht die Bergknappen- und Stadtkapelle und die Iffeldorfer Musikanten, und auch nicht die Gruppe der Siebenbürger Sachsen werden für ihre Auftritte die Fläche beanspruchen, sondern die rahmenbildenden Menschen selbst. Denn um Punkt sechs schlägt ein Mann vor dem Rathaus, der schon seit einigen Minuten ungeduldig neben der orangefarbenen Ape des Bauhofs und hinter einem als Bar dienenden Biertisch mit dem Holzschlegel spielt, den Hahn ins Fass und schreit „O‘zapft is!“. Es dauert nur wenige Sekunden und die Menschentraube sammelt sich zu einer wartenden Masse vor der Ape inmitten auf dem Platz, während sich Trachtler und Musiker mit einer kleinen, nicht minder beachteten Fläche am Rathauseck begnügen. 150 Liter Freibier, dessen Sponsoren wenige Meter vom Ausschank entfernt mit einem repräsentativen Augustiner-Pferde-Gespann das Treiben verfolgen, ziehen Dirndl und Lederhosen an. 

Zum 100-jährigen Stadtjubiläum wird das Penzberger Volksfest mit viel Bier eröffnet

Penzberger Volksfest im Stadtjubiläumsjahr: Eröffnung auf der Berghalde mit Festzug und Freibier © arr/ra
Penzberger Volksfest im Stadtjubiläumsjahr: Eröffnung auf der Berghalde mit Festzug und Freibier © arr/ra
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Penzberger Volksfest im Stadtjubiläumsjahr: Eröffnung auf der Berghalde mit Festzug und Freibier © arr/ra
Penzberger Volksfest im Stadtjubiläumsjahr: Eröffnung auf der Berghalde mit Festzug und Freibier © arr/ra
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Penzberger Volksfest im Stadtjubiläumsjahr: Eröffnung auf der Berghalde mit Festzug und Freibier © arr/ra
Penzberger Volksfest im Stadtjubiläumsjahr: Eröffnung auf der Berghalde mit Festzug und Freibier © arr/ra
Penzberger Volksfest im Stadtjubiläumsjahr: Eröffnung auf der Berghalde mit Festzug und Freibier © arr/ra
Penzberger Volksfest im Stadtjubiläumsjahr: Eröffnung auf der Berghalde mit Festzug und Freibier © arr/ra
Penzberger Volksfest im Stadtjubiläumsjahr: Eröffnung auf der Berghalde mit Festzug und Freibier © arr/ra
Penzberger Volksfest im Stadtjubiläumsjahr: Eröffnung auf der Berghalde mit Festzug und Freibier © arr/ra
Penzberger Volksfest im Stadtjubiläumsjahr: Eröffnung auf der Berghalde mit Festzug und Freibier © arr/ra
Penzberger Volksfest im Stadtjubiläumsjahr: Eröffnung auf der Berghalde mit Festzug und Freibier © arr/ra
Penzberger Volksfest im Stadtjubiläumsjahr: Eröffnung auf der Berghalde mit Festzug und Freibier © arr/ra
Penzberger Volksfest im Stadtjubiläumsjahr: Eröffnung auf der Berghalde mit Festzug und Freibier © arr/ra
Penzberger Volksfest im Stadtjubiläumsjahr: Eröffnung auf der Berghalde mit Festzug und Freibier © arr/ra
Penzberger Volksfest im Stadtjubiläumsjahr: Eröffnung auf der Berghalde mit Festzug und Freibier © arr/ra
Penzberger Volksfest im Stadtjubiläumsjahr: Eröffnung auf der Berghalde mit Festzug und Freibier © arr/ra
Penzberger Volksfest im Stadtjubiläumsjahr: Eröffnung auf der Berghalde mit Festzug und Freibier © arr/ra
Penzberger Volksfest im Stadtjubiläumsjahr: Eröffnung auf der Berghalde mit Festzug und Freibier © arr/ra
Penzberger Volksfest im Stadtjubiläumsjahr: Eröffnung auf der Berghalde mit Festzug und Freibier © arr/ra
Penzberger Volksfest im Stadtjubiläumsjahr: Eröffnung auf der Berghalde mit Festzug und Freibier © arr/ra
Penzberger Volksfest im Stadtjubiläumsjahr: Eröffnung auf der Berghalde mit Festzug und Freibier © arr/ra
Penzberger Volksfest im Stadtjubiläumsjahr: Eröffnung auf der Berghalde mit Festzug und Freibier © arr/ra
Penzberger Volksfest im Stadtjubiläumsjahr: Eröffnung auf der Berghalde mit Festzug und Freibier © arr/ra
Penzberger Volksfest im Stadtjubiläumsjahr: Eröffnung auf der Berghalde mit Festzug und Freibier © arr/ra
Penzberger Volksfest im Stadtjubiläumsjahr: Eröffnung auf der Berghalde mit Festzug und Freibier © arr/ra
Penzberger Volksfest im Stadtjubiläumsjahr: Eröffnung auf der Berghalde mit Festzug und Freibier © arr/ra

Nach dem Genuss des ein oder anderen Bieres bewegt sich die Masse in Richtung Berghalde, patrouilliert von einer Polizeistreife und einem Feuerwehrfahrzeug, angeführt von Jubiläumskoordinator Thomas Sendl sowie von zwei Kutschen, in welchen die Bürgermeister samt Familien sowie Festwirt Christian Fahrenschon zum Festplatz chauffiert werden. Begleitet von Blasmusik, einer solchen, welche nun zehn Tage lang auf dem Volksfest unter einem blau-weißen Stoffhimmel zu hören sein wird, gelangt der Trupp an den Fuß der Halde, wo Kanonenschüsse durch die Luft schallen. Je näher der Zug dem Fest kommt, desto stärker die akustische Konkurrenz, denn die Beats aus den Boxen beim Autoscooter sind genauso aufdringlich, wie die olfaktorischen Angriffe von gebrannten Mandeln, Hendln und kandierten Früchten. Nur spärlich besetzt drehen Feuerwehr, Bus und Motorräder des Kinderkarussells ihre Runden, nur wenige grelle Schreie sind von den Sitzen des „Popstars“ zu hören, und keine Luftballons zerplatzen an der Spickerbude. Das ändert sich nun, denn mit dem Festzug, der im Zelt verschwindet, kommen zahlreiche Menschen auf die Anhöhe und verteilen sich auf die wenige Quadratmeter großen Vergnügungen. 

Im Festzelt geht es für die Bürgermeister Elke Zehetner, Johannes Bauer und Ludwig Schmuck mit Festwirt Fahrenschon gleich auf die Bühne. Mit dem Schlegel in der Hand sticht die Rathauschefin den Hahn schließlich ins Fass. Das Gebräu schäumt heraus. „Zweieinhalb Schläge“, lacht Zehetner verschmitzt in dem Wissen, dass es ein paar mehr waren. Die Spritzschutzmanschette habe ihr die Sicht versperrt, schmunzelt sie, ehe sie ihren Krug zum Anstoßen in die Luft hebt, einem Krug aus Stein, nicht Glas. Doch in dem Zelt, dessen Decke heuer ein azurblauer Himmel samt perlweißen Wolken überzieht, scheint ohnehin keine Sonne, die das Bier abermals hätte leuchten lassen können. 

Ehe es feuchtfröhlich auf den Bierbänken und in den Boxen wird, wird es erst einmal ein wenig trocken, als Zehetner die lange Liste aller Anwesenden in ihrer Rede abhakt, um dann sämtlichen Beteiligten für ihre Mühen zu danken, nicht zuletzt und vor allem Fahrenschon, dem sie, wie auch den Besuchern, ein „friedliches und fröhliches Fest“ wünscht. Keine Rede von den vier Tagen, an welchen nun länger gefeiert werden darf, und die Wirtsfamilie und die Stadt Penzberg fast vor Gericht gebracht hätten. Ein Fass, das man allem Anschein nach neben all den Bierfässern nicht aufmachen will. Auch Fahrenschon nicht: „Wir freuen uns narrisch, dass wir wieder Wirtsfamilie spielen dürfen“. Seine Familie spiele eine solche sogar schon länger als die Stadt alt ist, nämlich 113 Jahre. Auch künftig wünsche er sich, die Bewirtung übernehmen zu können, vielleicht nicht 100, aber auf jeden Fall „noch ein paar Jahre“, lacht Fahrenschon. 

Nach dem Applaus ist nun Lachen auf den Bierbänken zu hören, Brotzeitbrettl, Hendlteller und Masskrüge, denn nicht nur Gratis-Gerstensaft mundet, wandern auf die Tische, nach und nach füllt sich das Zelt. Und auch der Platz davor, der mit Kinderlachen erfüllt ist, am Autoscooter, wo die Gefährte ineinanderkrachen, am Kettenkarussell, wo Mädchen ihre Mähnen im Wind wehen lassen, bei den Lebkuchenherzen, wo die Kinder die passende Zuckergussbotschaft suchen oder auch am Schießstand, wo sich ein Junge über jeden Stern freut, der zersplittert auf den Boden rieselt. ra

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