Baum am Bildschirm

Vhs setzt bis nach Pfingsten auf Online-Kurse

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Steht beziehungsweise sitzt auch in Corona-Zeiten auf der Matte: Margot Boos, Yogalehrerin an der Vhs, bei der Aufnahme ihres Kurses.

Penzberg – Pro Semester zählt die Volkshochschule (Vhs) Penzberg rund 1.800 Teilnehmer. Kaum vorstellbar, wenn man derzeit die Rathauspassage betritt und auf die verschlossene Milchglastüren der Vhs stößt. Coronabedingt sollen die Riegel auch noch länger in den Schlössern verharren, „auf jeden Fall bis Ende Mai“, so Vhs-Leiterin Katja Wippermann. Darauf hätten sich die Volkshochschulen im Landkreis Weilheim-Schongau geeinigt.

Nach und nach fließt das Geld zurück auf die Konten der Teilnehmer, die eigentlich keine richtigen Teilnehmer sind. Denn die Kurse, bei denen sie lernen wollten, ohne Plastik zu leben, mit Excel-Tabellen zu arbeiten oder Seifen herzustellen, fielen allesamt aus, seitdem die Ausgangsbeschränkungen gelten. „Die Kurse wurden abgerechnet, jetzt überweisen wir zurück“, sagt Wippermann sichtlich betrübt. Nicht des Geldes wegen, vielmehr bedauert die Vhs-Leiterin, dass das soziale Miteinander verloren gegangen ist. Denn schließlich kamen die Teilnehmer nicht allein zusammen, um zu lernen, sondern auch, um zu reden, sich auszutauschen, ein Gegenüber zu haben. Zwar sind mittlerweile 15 Seminare online zu besuchen, doch Yogaübungen zuhause vor dem Bildschirm zu absolvieren oder sich am heimischen Esstisch in Business-Englisch zu versuchen, ist eben anders als gewohnt. 

Derzeit sind es über 150 Teilnehmer, die am Bildschirm auf Spanisch parlieren oder in Yoga einen Baum formen. Doch Wippermann hofft, dass es mehr werden, schließlich wird auch das Angebot ausgeweitet, „das wächst jetzt unter unseren Füßen“, sagt sie. Zugleich ist sie sich bewusst, dass digitales Lernen nicht jedermanns Sache ist: „Manche wollen das nicht“, weiß Wippermann, nicht unbedingt, weil sie nicht mit Technik umzugehen wissen, sondern weil sie Präsenzkurse einfach bevorzugen. Umgeben sein von Menschen, die das Gleiche erlernen wollen wie man selbst, „das geht vielen Kursteilnehmern ab“, meint Wippermann. 

Dennoch weiß sie auch, dass manche so ihre Schwierigkeiten mit der Technik haben oder auch Hemmungen, sich mit dem Digitalen auseinanderzusetzen. In diesen Fällen bieten die Mitarbeiter der Vhs an, am Telefon die einzelnen Schritte zu erläutern, die von Nöten sind, um am Online-Angebot teilnehmen zu können. „Voraussetzung ist, dass die Teilnehmer neugierig sind“, betont Wippermann, die mit ihrem Team bereits Kurse zur digitalen Teilhabe plant. 

Erst nach den Pfingstferien sollen dann wieder reguläre Kurse starten, 30 pro Woche und damit halb so viele wie gewöhnlich. Und auch weniger Räumen stehen zur Verfügung, denn die gern genutzten Klassenzimmer in der Mittelschule stünden dann nicht zu Verfügung, da dort im Schichtbetrieb unterrichtet werde und die Abschlussprüfungen anstünden, so Wippermann. Damit alle Kursteilnehmer über den aktuellen Stand der Dinge informiert sind, sollten diese ihre E-Mail-Adresse an info­@­vhs-penzberg.de senden oder diese telefonisch (Tel: 08856/3615) übermitteln. ra

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