Wellenbad: Sanierung trotz Millionenlochs

Unterm Strich günstiger

Penzberg - Dem 11-Millionen-Loch durch die einbrechende Gewerbesteuer zum Trotz wird das Penzberger Wellenbad saniert.

Das Wellenbad, wiewohl extrem sanierungsbedürftig, war immer als erstes genannt worden, was man sich jetzt nicht mehr leisten kann, wenn Roche keine Gewerbesteuer mehr bezahlt. Völlig falsch: Das Wellenbad wird trotz des Millionenlochs im Haushalt saniert: weil die Zinsen so niedrig sind wie nie zuvor und weil die Stadt mit einer Sanierung trotz Kreditaufnahme noch was sparen kann. Als der Finanzausschuss am Dienstag über die Folgen für den Haushalt 2014 nach dem elf Millionen Euro schweren Ausfall der Gewerbesteuer von Roche beriet, da waren die Bürger für Penzberg (BfP) schnell bei der Hand: „Das müssen wir jetzt erstmal auf Eis legen“, sag-te BfP-Bürgermeisterkandidat Wolfgang Sacher. Eine halbe Stunde später hoben dann aber auch die BfP die Hand für das Wellenbad - und das aus einem einfachen Grund: Unterm Strich fährt die Stadt damit besser und vor allem günstiger. Wie Thomas Mügge aus dem Bauamt mitteilte, würde sich bei einer energetischen Sanierung das jährliche Betriebskostendefizit für die Stadt um 500.000 Euro verringern. Nähme man nun einen 8,8 Millionen Euro schweren Kredit auf, dann müssten dafür zwar Zinsen bezahlt werden, weil die im Augenblick aber extrem niedrig sind, würde selbst in diesem Fall das Defizit noch um 300.000 Euro geringer ausfallen. Das überzeugte letztlich den gesamten Ausschuss, zumal eine Verschiebung des Projekts um ein Jahr wegen der dann anfallenden Instandsetzungsarbeiten geschätzte Mehrkosten von 400.000 Euro verursachen würden. In den nächsten Wochen stehen erste Gespräche mit Planungsbüros an, die auf die Sanierung und den Umbau von Schwimmbädern spezialisiert sind. Da will Stadtbaumeister Justus Klement dennoch die aktuelle Finanzlage der Stadt anspre- chen und von den Experten hören, was sie sich für Lösungen für das Wellenbad vorstellen können, wenn dafür eine oder zwei Millionen Euro weniger als bisher veranschlagt zur Verfügung stehen sollten. Wenn der Stadtrat dann am letzten Dienstag im Februar zur endgültigen Verabschiedung des Haushalts 2014 schreitet, werden die im Expertengespräch gewonnenen Erkenntnisse vorliegen. Und dann wird das Gremium auch die weitere Richtung für das Bad vorgeben. la

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