Einfach dahingeschmolzen

Penzberg und das Gewerbe: Korpan will Wirtschaftsförderung aufwerten und Stadtmarketing neu beleben

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Sie leuchtet von innen heraus, auch weil Dieter Conrad einen neuen Anlauf für das Stadtmarketing eine „schöne Sache“: Monika Uhl.

Penzberg – Es gibt Momente im Leben, wo ein Lächeln mehr sagt als tausend Worte. Wer am Dienstagabend in der Stadthalle, wo sich Penzbergs Geschäftsleute zu einer Aufarbeitung der Corona-Krise getroffen haben, Monika Uhl beobachtete, der hat so einen Moment erlebt. Jahrelang hat sich die Vorsitzende des Gewerbevereins „Pro Innenstadt“ an Bürgermeisterin Elke Zehetner die Zähne ausgebissen, jetzt aber scheint alles wie von alleine zu gehen. Sie wolle mit ihm über das Stadtmarketing sprechen, lässt sie im Verlauf dieses Abends den neuen Bürgermeister Stefan Korpan wissen, der aber grinst nur und fragt: „Wann hast‘n Zeit?“ Bereits zuvor hatte Korpan die Unternehmerschaft mit der Ankündigung überrascht, dass er die Wirtschaftsförderung im Rathaus wieder als Vollzeitstelle installieren möchte. Und auch das einstmals krachend gescheiterte Stadtmarketing nennt Korpan eine „wichtige Sache“.

Dass sich im Penzberger Rathaus gerade ein Paradigmenwechsel vollzieht, sieht man auch am viel entspannteren Umgang der politischen Spitze mit dem Einzelhandel und dem Gewerbe. Während Elke Zehetner die Wirtschaftsförderung lange Zeit zur Chefsache erklärt hatte, ehe sie vom Stadtrat einen Wirtschaftsförderer aufgezwungen bekam, sagt ihr Nachfolger Stefan Korpan eher beiläufig, dass diese derzeit von Monique van Eijk mit 30 Wochenstunden ausgeübte Tätigkeit baldmöglichst zu einer Vollzeitstelle aufgewertet werden soll. „Wir brauchen da noch jemanden, weil dieses Thema einfach zu wichtig ist“, so Korpan. Ihm geht es nicht zuletzt darum, die Kommunikation zwischen Rathaus und Einzelhandel, die fast 20 Jahre lang von Funkstörungen geprägt war, zu verbessern. Als Korpan in diesem Zusammenhang auch noch das Leerstandsmanagement, also das Kümmern um leer stehende Gewerbeflächen, als zentrales Ziel seiner Wirtschaftspolitik nennt, scheint Monika Uhl dahinzuschmelzen. Doch nicht nur sie: Rosi Freudenberg vom Café am Rathausplatz sagt klipp und klar: „Wir brauchen in der Wirtschaftsförderung eine Vollzeitstelle, die sich um den Handel, die Innenstadt und den Leerstand kümmert.“ Die Unternehmer an den mit Bedacht auf den Mindestabstand platzierten Tischen nicken. Auch als Tatjana Patermann von der Trachtenstube Inge erklärt: „Wir müssen den Leerstand mit attraktiven Angeboten füllen, um Penzberg als Einkaufsstadt attraktiv zu halten.“ Dies aber, so verdeutlichte Monika Uhl, könne ein Verein wie „Pro Innenstadt“ nicht ehrenamtlich leisten. Deshalb steht für sie fest: „Wir brauchen wieder jemanden, der sich um die Innenstadt kümmert und das Angebot, das wir haben, nach außen hin sichtbar macht.“ 

Bürgermeister Korpan hört zu, macht sich Notizen auf einem kaum bierdeckelgroßen Zettel und entgegnet diesbezüglichen Nachfragen mit einem spitzbübischen Grinsen: „Ich habe alle Wünsche aufgeschrieben.“ Kann also gut sein, dass das einst von einer Genossenschaft getragene und letztlich gescheiterte Stadtmarketing wiederbelebt wird. „Das wäre schön“, sagte Dieter Conrad. Und wenn der was sagt, dann hat das in Penzberg noch immer viel Gewicht. la

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