Zehetner will den Bahnhof behalten, dafür hat sie konkrete Vorstellungen

Wohlfühloase erwünscht

Soll schöner und belebter werden: Elke Zehetner hat eine Vision für den Bahnhof.

Penzberg – Vor kurzem war sie verschlossen, auf dem Ofen lag eine Staubschicht und die Bänke waren unbesetzt: die Wartehalle am Bahnhof. Nun ist der Saal wieder geöffnet. Damit lädt das Gebäude wieder zum Aufenthalt ein. Noch einladender soll es aber künftig werden, geht es nach Elke Zehetner.

Es hing noch Laub an den Bäumen, als es im Stadtrat hinter verschlossenen Türen sehr laut wurde. Vor allem Hardi Lenk (SPD) hatte sich echauffiert, als er Bestrebungen von Bürgermeisterin Elke Zehetner kommentierte, die das Bahnhofsgebäude an einen Interessenten aus Lenggries verkaufen wollte. Mittlerweile hat Zehetner erkannt: Am Bahnhof hängen viele Emotionen, ein Verkauf wäre politisch zu brisant, zumal ein Jahr vor der nächsten Kommunalwahl. Deshalb hat Zehetner mittlerweile „Visionen“, was man mit dem Gebäude in naher Zukunft anstellen könnte. 

Dass nach Jahren des Stillstands beim Bahnhof langsam Bewegung in die Sache kommt, konnten Bahnreisende bereits an Weihnachten erleben. Völlig überraschend ist der Schlüssel zum Wartesaal aufgetaucht, über dessen Fehlen Das Gelbe Blatt zuletzt noch berichtet hatte. Wenn es demnächst also mal wieder bitterkalt werden sollte, muss niemand mehr auf dem Bahnsteig frieren. 

Derlei Szenarien sollen ohnehin der Vergangenheit angehören. Denn Bürgermeisterin Zehetner würde das alte, aber offenbar nicht als Denkmal taugliche Gebäude gerne zu einer Wohlfühloase umrüsten: „Oben wohnen, unten ein Kiosk mit Sitzgelegenheiten im Freien, also etwas, wo man gerne draußen sitzt“, formulierte sie ihre ganz persönliche Bahnhofsvision. Und dürfe es auch keine Rolle spielen, wenn Tische und Stühle mal de facto auf dem Grund der Deutschen Bahn stehen, sagte sie mit Blick auf die Bedenkenträger im Rathaus und die auf dem Bahnsteig verlaufenden Grundstücksgrenzen. Ferner könne man auch gerne Fensterfronten in die Arkaden setzen, weil dies die Aufenthaltsqualität des Cafés nur erhöhe. Der Bäcker mit seinem Angebot an Zeitschriften soll auf jeden Fall bleiben, daneben wünscht sich Zehetner aber noch moderne Fahrradständer und einen Fahrradverleih, um Penzberg auch unter diesem Aspekt voranzubringen. 

Allerdings weist Zehetner auch darauf hin, dass eine Sanierung des Bahnhofsgebäudes „viel Geld“ koste. Deshalb müsse sich der Stadtrat, der in der Frage des Verkaufs „geteilter Meinung“ sei, in diesem Jahr entscheiden, „was er will“. Für Zehetner jedenfalls steht mittlerweile fest: „Es wäre eine Schande, wenn der Bahnhof einem politischen Geplänkel zum Opfer fallen würde.“ la

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