Stadtwerke suchen einen neuen Chef

Josef Vilgertshofer verlässt Penzberg Ende September aus persönlichen Gründen

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Wird die Stadtwerke Ende September verlassen: Josef Vilgertshofer.

Penzberg – Nach vier Jahren an der Spitze der Stadtwerke verlässt deren Vorstand Josef Vilgertshofer das Kommunalunternehmen am 30. September aus persönlichen Gründen. Damit stehen Bürgermeister Stefan Korpan und der neue Verwaltungsrat der Stadtwerke vor ihrer ersten personalpolitischen Bewährungsprobe, denn es dürfte nicht einfach werden, während der Sommerpause einen geeigneten Nachfolger zu finden, der sich mit Wasser, Abwasser, Energieerzeugung, Glasfaserausbau und Schwimmbad-Neubau gleichermaßen gut auskennt. Bürgermeister Stefan Korpan jedenfalls bedauert die Entscheidung des Stadtwerke-Chefs, weil der „sehr gute Arbeit“ geleistet habe.

„Mich bewegen rein persönliche Gründe“, begründet Vilgertshofer seinen Schritt und blickt auf „vier intensive Jahre“ zurück, in denen die Stadtwerke begonnen haben, Tochtergesellschaften zur Stromversorgung und der Telekommunikation zu gründen, sich an Windparks zu beteiligen sowie sich in den Bereichen Fernwärme und Photovoltaik-Freiflächenanlagen zu engagieren. „Dadurch haben wir im Bereich CO2-Einsparung und Klimaschutz nennenswerte Erfolge erreicht“, so Vilgertshofer. Seine Tätigkeit hat er dabei als „sehr erfüllend und sinnvoll empfunden“, zumal es stets das Ziel gewesen sei, „in den neuen Bereichen vom ersten Jahr an ausschließlich mit Bordmitteln, also ohne Startkapital und Subventionierung durch allgemeine Steuermittel, schwarze Zahlen zu liefern“. Dazu kamen für die Stadtwerke der Neubau des Schwimmbads sowie der Generalentwässerungsplan und die Untersuchung der Grundstücksentwässerungsanlagen als weitere Mammutprojekte. „Mein Leben ist dadurch insgesamt sehr einseitig geworden“, sagt ein nachdenklicher Vilgertshofer und fügt hinzu: „Mir ist es wichtig, künftig mehr auf meine Gesundheit zu achten.“ Eigentlich wollte er die Stadtwerke bereits vor einem Jahr verlassen, auf Bitten der damaligen Bürgermeisterin Elke Zehetner erklärte er sich aber bereit, bis nach der Kommunalwahl weiter zu machen. 

Kaum war die Nachricht vom Vilgertshofer-Abschied bekannt, da wurden auch schon zwei potenzielle Nachfolger genannt: Wolfgang Sacher und Elke Zehetner. Dabei will zumindest die Ex-Bürgermeisterin davon nichts wissen. Zehetner bedauert die Entscheidung von Vilgertshofer sehr, „weil es für die Stadtwerke keinen besseren Vorstand gibt“. Gerade mit Blick auf den zukunftsträchtigen Bereich der Energieerzeugung habe man sich vor vier Jahren ganz bewusst für Vilgertshofer als Chef der Stadtwerke entschieden. Sie hege jedenfalls keine Ambitionen auf dessen Nachfolge: „Ich bin gut ausgelastet und habe andere Pläne“, sagt Zehetner. Allerdings wird aus dem Rathaus bestätigt, dass sie gerne Vorsitzende des Verwaltungsrates der Stadtwerke geworden wäre, eine Position, die nun aber Rathauschef Korpan bekleidet. Wolfgang Sacher wiederum erklärt, dass er noch keine Bewerbung abgegeben habe, allerdings entspreche die Tätigkeit des Stadtwerke-Vorstands dem, „was ich seit 30 Jahren mache“. 

Eine interne Lösung für die Vilgertshofer-Nachfolger ist eher unwahrscheinlich. Der langjährige Vize Dieter Schubert ist zwar ein Experte für Wasser und Abwasser, allerdings wird er sich demnächst in den Ruhestand verabschieden. Michael Futterknecht wiederum, die neue Nummer zwei der Stadtwerke, ist ein Mann der Telekommunikation. Er kennt sich mit Glasfaser aus, Wasser und Abwasser aber sind nicht sein Ding. la

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