Schnittig ohne Schnickschnack

Neues Fahrzeug der Benediktbeurer Feuerwehr gesegnet

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Kann 3.000 Liter pro Minute pumpen: Das neue Allrad-Fahrzeug der Benediktbeurer Feuerwehr wurde von Pfarrer Heiner Heim ohne großen Festakt gesegnet.

Benediktbeuern – Pfarrer Heiner Heim erlebt Woche für Woche hautnah mit, was die Benediktbeurer Feuerwehr leistet. Wenn die Sirenen heulen, vergehen nicht mehr als ein oder zwei Minuten, bis die ersten Feuerwehrleute mit ihren Autos vorbei an seinem Büro in Richtung Feuerwehrhaus rasen. Zur Arbeit der Feuerwehr gehöre jedoch nicht nur Schnelligkeit, sondern auch ein hochmodernes Fahrzeug, sagte Heim in seiner Ansprache. Und das hat die Beurer Wehr neuerdings wieder. In feierlichem Rahmen segnete Heim das neue Tanklöschfahrzeug 20 KatS mit einem Aufbau des Geräteherstellers Rosenbauer.

Kommandant Daniel Sliva zeichnete in seinem Grußwort den langen Weg von der Idee bis zum ersten Einsatz nach. Das erste Gespräch mit dem damaligen Bürgermeister Hans Kiefersauer habe er vor gut drei Jahren beim Tag der offenen Tür geführt, erinnerte sich Sliva. Wenig später habe der Gemeinderat grünes Licht für die Anschaffung gegeben. Daraufhin hätten die Benediktbeurer viele verschiedene Fahrzeugtypen besichtigt – unter anderem in Glonn, Geisenried und Hohenpeißenberg. Zunehmend habe sich herauskristallisiert, dass der Fahrzeugtyp „LF 20 KatS“ das geeignetste Fahrzeugmodell ist. 2.500 Liter Löschwasser, eine Tragkraftspritze sowie alle notwendigen Armaturen könnten untergebracht werden, sagte Sliva, „und das ohne unnötigen Schnickschnack mitführen zu müssen.“ Zudem konnten viele Materialien aus dem alten Fahrzeug übernommen werden, was sich positiv auf die Kosten ausgewirkt habe. Die europaweite Ausschreibung habe im Oktober 2018 geendet, gut ein Jahr später konnten die Benediktbeurer ihr neues Fahrzeug in Leonding abholen. Am 20. Dezember 2019 nahm es seinen Dienst auf. 

Die Gemeinde habe Verantwortung übernommen und in die Sicherheitstechnik investiert, sagte Bürgermeister Anton Ortlieb. Für das Fahrzeug seien Fördermittel in Höhe von 88.000 Euro eingegangen, gut 277.000 Euro müsse die Gemeinde selbst bezahlen. Er wünsche der Feuerwehr möglichst wenig Einsätze und, wenn es die Umständen erfordern, eine kluge und sichere Einsatztaktik. In Richtung der Feuerwehrleute sagte er: „In Zeiten, in denen Selbstverwirklichung im Vordergrund steht, beweist ihr das, was Gesellschaft ausmacht: Verantwortungsbewusstsein für den Nächsten, Zusammenhalt und Gemeinnutz vor Eigennutz.“ Das alte TLF 6025 der Benedikt­beurer Feuerwehr sei in die Jahre gekommen und habe nicht mehr den technischen Anforderungen an eine moderne Brandbekämpfung entsprochen, ergänzte Erich Zengerle, der am 1. August seinen Dienst als Kreisbrandrat aufnimmt. Das neue Fahrzeug beutete nicht nur einen finanziellen Aufwand, sondern einen enormen Gewinn für die Sicherheit der Bürger, Gäste und Urlauber. Die Brandbekämpfung stehe aber bei der Feuerwehr längst nicht mehr an erster Stelle: „Die Feuerwehr ist bei allen kleinen und großen Notsituationen da.“ 

Pater Lothar Bily arbeitet seit über 40 Jahren in Benediktbeuern. Eines der einschneidendsten Erlebnisse war für ihn der große Klosterbrand im März 1979. „Damals habe ich gesehen, was die Feuerwehr leistet. Und damals ist mein großer Respekt vor der Feuerwehr entstanden.“ Mittlerweile prägen Fehlalarme den Alltag: „Da schaffen wir im Kloster die eine oder andere Übungsmöglichkeit“, sagte Bily mit einem Augenzwinkern. 

Der einzige Wermutstropfen bei der Segnung des neuen Fahrzeugs: Aufgrund der Corona-Situation musste das geplante Fest entfallen: „Wir haben uns die Entscheidung, die Fahrzeugsegnung unter diesen Bedingungen durchzuführen, nicht leicht gemacht“, sagte Daniel Sliva. Die Alternative wäre gewesen, alles zu verschieben: „Aber auf was sollen wir warten? Keiner weiß, ob’s schlimmer wird oder besser.“ ps

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