Abschieds-Gottesdienst am 25. Juli

Pfarrerin Anna Ammon verlässt evangelische Kirchengemeinde in Kochel

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Abschied nehmen von Kochel: Pfarrerin Anna Ammon wird theologische Referentin am Augustinum.
  • Christine Weikert
    VonChristine Weikert
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Kochel – Pfarrerin Anna Ammon verlässt die evangelische Kirchengemeinde in Kochel. Die 34-Jährige wechselt zum Augustinum nach München an.

In Oettingen geboren und in Mittelfranken aufgewachsen, studierte Anna Ammon in Würzburg zunächst Sonderpädagogik. Während sie ihren Magister in Theologie ablegte, begeisterte sie sich für die lebensnahe Theologie, die ihr Professor, der niederländischen Schriftsteller und evangelische Theologen Klaas Huizing lehrte. Ammon studierte in München Theologie und trat danach in Rosenheim ein zweieinhalbjähriges Vikariat an. Im September 2019 trat sie in Kochel ihre erste Pfarrstelle an, eine 50-Prozent-Stelle. „Das hat gut gepasst, weil ich gerade meine Doktorarbeit schreibe, und zwar bei dem Professor, der mich in Würzburg so gefesselt hat“, erzählt die 34-Jährige. Die Doktorarbeit handelt von „Religiosität und Spiritualität in der perinatalen Medizin“ und sei ein Dialogversuch zwischen Medizin und Theologie. „Spiritualität trägt zur Heilung bei, das ist ein spannendes Thema“, erklärt Ammon, selbst Kind einer Ärztin und eines Pfarrers. Obwohl ihr klar war, dass ihre Pfarrstelle in Kochel auf drei Jahre begrenzt ist, war Ammon nicht aktiv auf der Suche nach einer Stelle.

„Musste einfach zugreifen“

„Ein Kollege hat mich auf die Ausschreibung im Amtsblatt hingewiesen“, erzählt sie. Und diese passte genau zu Ammons Profil: Das Augustinum suchte für seine Förderschulen eine Pfarrerin mit Qualifikation Sonderpädagogik. „Das gibt es in 20 Jahren nur einmal“, weiß Ammon und sagt: „Da musste ich einfach zugreifen.“ Die Vollzeitstelle besteht zur Hälfte aus Religionsunterricht an Förderschulen für Menschen mit geistigen Behinderungen und sozial-emotionalem Entwicklungsbedarf. Zur anderen Hälfte ist Ammon theologische Referentin im Augustinum.

Jugendarbeit für sich entdeckt

Leicht fällt ihr der Abschied aus dem Loisachtal nicht. „Besonders die Menschen, denen ich hier begegnet bin, aber auch die Natur, Hausberge und Loisach, werde ich sehr vermissen,“ meint die Pfarrerin. Jedoch nimmt sie viele schöne Erfahrungen mit. „Die Gemeinde hat mich sehr herzlich aufgenommen und war ganz toll“, schwärmt sie. Neben dem „ganz tollen Miteinander“ mit dem Kirchenvorstand und den Kollegen habe sie auch die Jugend- und Konfirmandenarbeit für sich entdeckt, schildert Ammon. „Dahin fließt mein Herz jetzt“, stellt sie fest. Sie habe in den letzten zwei Jahren „in vieles reingeschnuppert und extrem viel dazugelernt“, sei es im Religionsunterricht an der Schlehdorfer Realschule, in der Seniorenarbeit oder in der Hochschul-Seelsorge. Dankbar ist Ammon auch der Katholischen Stiftungshochschule in Benediktbeuern. „Die Bibliothek war ein großes Geschenk für mich“, schwärmt sie mit Blick auf ihre Doktorarbeit.

Gottesdienst zum Abschied

Mit einem Abschiedsgottesdienst am Sonntag, 25. Juli, um 15 Uhr wird Anna Ammon im Bonhoefferhaus in Benediktbeuern verabschiedet.

Pfarrerehepaar Binder bleibt

Als weltoffene Theologin und „Kulturoptimistin“ will Ammon in ihrer neuen Aufgabe jungen Menschen „Lust auf Glauben machen und den Rest passieren lassen.“ Auch wenn die Kirche gesellschaftlich an Bedeutung verliere, werde die Gemeinschaft von Menschen dort immer noch gut vorgelebt. „Religion führt die Menschen im besten Fall zu ihrem Nächsten. Das Göttliche begegnet einem im Gegenüber“, findet Ammon. Evangelische Seelsorger in Kochel bleiben das Pfarrerehepaar Binder. Matthias Binder habilitiert derzeit an der Uni Marburg, Elke Binder übt die Pfarrstelle derweil in Vollzeit aus.

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