Tierisch genervt

Pferdekot und unangeleinte Hunde beschäftigen Kochler Räte

Pferd Wiese Ross Koppel Natur Kochel
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Pferde sind im Gemeindegebiet Kochel sehr beliebt, ihre Hinterlassenschaften weniger.
  • Max Müller
    vonMax Müller
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Kochel – In der Gemeinde Kochel gibt es immer mehr Hobbypferde und seit der Corona-Pandemie auch verstärkt Hunde. Diese Entwicklung beschäftigten den Gemeinderat.

Den Trend hat Gemeinderat Markus Greiner (Junge Liste) beobachtet. In einer Sitzung des Gremiums thematisierte er die Probleme, welche die beliebten Vierbeiner beziehungsweise deren Halter hervorrufen.

„Die Reiter gehen mit ihren Pferden immer öfter dort, wo sie nicht gehen dürfen“, kritisierte Greiner und fragte beim Bürgermeister nach, ob es einen Plan gebe, wie man dies verhindern könne. Für die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung sei die Polizei zuständig, gab Thomas Holz (CSU) zu bedenken.

Das Thema war für den Bürgermeister nicht neu. Immer wieder – zuletzt vor zwei Jahren – sei man im Gespräch mit den Pferdehöfen. Diese sollten ihre Kundschaft darauf ansprechen, dass das Reiten auf Geh- und Wanderwegen nicht erlaubt sei, erklärte er, räumte aber ein: „Aktuell gibt es wieder vermehrt Beschwerden über Hinterlassenschaften auf Gehwegen, an denen man mit Kinderwagen oder Rollator teils nur auf der Straße vorbeikommt.“

Lieber Appelle als Verbote

Sobald die Corona-Situation es zulässt, will der Rathauschef erneut mit den Reitstallbetreibern sprechen. Dabei wolle er „nicht mit Verboten, sondern über Appelle arbeiten.“ Greiners Idee von einem eigens ausgewiesenen „Pferde-Trail“ im Gemeindegebiet stieß in der Runde nicht auf Interesse.

Dann kam Greiner auf den Hund beziehungsweise auf Halter, die ihre Tiere von der Leine lassen. „Im Moos ist kein Hund angeleint, da laufen regelmäßig Kinder weinend zu Mama oder Papa, das schert den Hundehalter gar nicht“, echauffierte er sich. Die Bergwacht, in Kochel zugleich die Naturschutzwacht, habe für Kontrollen keine Zeit, meinte Greiner. Er fragte nach anderweitigen Möglichkeiten.

„Keine Vollzugsbehörde“

Auch dieses Thema werde öfters an ihn herangetragen, sagte Rathauschef Holz und stellte abermals klar: „Die Gemeindeverwaltung ist keine Vollzugsbehörde.“ Das Thema sei daher nicht Gegenstand von Gemeinderatssitzungen. Zufrieden war Greiner mit dieser Antwort nicht, schließlich müssten Hunde laut Gemeindesatzung angeleint sein. Habe man keine Handhabe gegen diejenigen, die das nicht befolgten, sei die Satzung „ein Schmarrn“, befand er.

Eine Lösung für das Problem wurde an dem Abend nicht gefunden. Auch die Kochler Polizeibeamten dürften für eine Gassi-Kontrolle wohl kaum Zeit haben, selbst wenn Markus Greiner den Schutzmännern gerne „ein Radl für tägliche Runden im Moos“ zur Verfügung stellen würde. Eine Möglichkeit bleibt aber: Wer sich von einem Hund bedroht fühlt und den Namen des Halters kennt, kann Anzeige erstatten. Und zwar auch im Rathaus, worauf Geschäftsführerin Nicole Lutterer hinwies. „Die Verwaltung ist nicht untätig, sondern hat durchaus auch schon Bußgelder erteilt“, betonte sie abschließend. Christine Weikert

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