„Pfosten waren ein Käse“

Benediktbeuern: Behinderung für Wildparker und Feuerwehr

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Nicht der Weisheit letzter Schluss: Die Pfosten an der Don-Bosco-Straße verhindern zwar wildes Parken, erschweren aber einen Rettungseinsatz im Brandfall.
  • Christine Weikert
    vonChristine Weikert
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Benediktbeuern – Die Pfosten an der Don-Bosco-Straße sollten zu weniger Wildparken führen. Nun stören Sie aber bei Feuerwehreinsätzen.

Als „Verschlimmbesserung“ hat sich in Benediktbeuern das Ansinnen der Salesianer erwiesen, wildes Parken in den Wiesen neben der Don-Bosco-Straße durch Pfosten zu verhindern. Die Gemeinde sucht jetzt das Gespräch mit dem Kloster.

Was als Parkverkehrslenkung am Kloster Benediktbeuern gedacht war, beschert nun den Rettungsorganisationen, allen voran der Feuerwehr, ein Problem: Im Brandfall stehen die Einsatzfahrzeuge nämlich auf der Don-Bosco-Straße – und zwar nach einem festgelegten Plan. Durch die Pfosten kann der Begegnungsverkehr nun nicht mehr ausweichen, ein Zustand, den die Gemeinde so nicht akzeptieren und mit dem Kloster diskutieren will.

Gebührenpflicht führte zu vermehrtem Wildparken

Als die Verwaltung des Klosters Benediktbeuern im Sommer vergangenen Jahres beschloss, den Großparkplatz am Kloster kostenpflichtig zu machen, hatte dies hohe Wellen geschlagen. Die Ängste der Bürger konnten durch moderate Parkgebühren samt Freistunde rasch ausgeräumt werden, die Gemeindeverwaltung hingegen blieb skeptisch.

Offenbar zurecht, denn wie erwartet, führte die Gebührenpflicht zu vermehrtem Wildparken in den Grünflächen entlang der Don-Bosco-Straße. Dem wollten die Salesianer ein Ende bereiten: Seit April säumen unzählige Pfosten die Straße und machen es den Fahrzeugen unmöglich, in der Wiese zu parken. Unmöglich ist damit aber auch etwas anderes geworden: ein Lösch- und Rettungseinsatz, jedenfalls wenn man Kreisbrandmeister und Gemeinderat Hanns-Frank Seller (CSU) glaubt. „Derzeit sollte es im Kloster besser nicht brennen“, meint er, jedenfalls nicht im westlichen Bereich, etwa bei der Energiezentrale oder Jugendherberge. Durch die Pfosten sei ein Begegnungsverkehr von Einsatzfahrzeugen nämlich nicht möglich.

Gemeinde stellt Schilder auf

Bürgermeister Anton Ortlieb (Benediktbeurer Bürgervereinigung) erläutert, dass es einen genauen Plan gebe, wo welches Rettungsfahrzeug von Wehren der eigenen und umliegender Gemeinden im Einsatzfall zu stehen habe. „Die stehen auf der Straßenseite, nicht in der Wiese“, erklärt Ortlieb. Der Begegnungsverkehr wiederum kommt an den ausladenden Fahrzeugen nur vorbei, wenn er ein Stück weit ins Grün ausweichen kann. Doch dies verhindern nun die hölzernen Pfosten. Von den Zaunpfählen ist auch Rathaus-Geschäftsleiter Michael Herrmann nicht überzeugt. Laut Straßenverkehrsordnung dürfe bei einer Restbreite von 3,10 Metern am Straßenrand noch geparkt werden, führt er aus. Weil die Straße am Kloster eine Breite von 3,60 Meter aufweise, sei das Parken dort weiterhin erlaubt.

„Die Pfosten waren ein Käse“, urteilt Herrmann. Um das Problem für die Feuerwehr zu lösen, müssten die Absperrungen schon überfahrbar sein, meint er und kündigt an, die Gemeinde werde nun Parkverbotsschilder anbringen. Rathauschef Ortlieb will zudem Gespräche mit der Klosterverwaltung aufnehmen und die Sachlage gemeinsam erörtern.

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