Corinth auf der Couch

Buchheim Museum stellt Sammlung online

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Kunstgenuss für jedermann: In der Online-Sammlung legt das Buchheim Museum sein Repertoire der ganzen Welt dar, mal in Einzelansicht, mal als schmucke Galerie.

Bernried – Ins Museum gehen, und das mit Jogginghose am Leib, Lockenwicklern im Haar oder Bademantelgurt um die Hüften geknotet. Das können nun Besuchern des Buchheim Museums völlig ungeniert. Denn die Kunstsammlung des Hauses am Starnberger See ist nun online zu bewundern, zumindest ein Teil davon.

Ein stolzer Umfang von 104 Werken hängt jetzt nicht mehr nur an den Wänden des Buchheim Museums, sondern auch in einer virtuellen Galerie. Unter der Adresse www.sammlung.buchheimmuseum.de lässt sich ein Kunstspaziergang künftig bequem am Schreibtisch, auf der Couch oder auch im Bett verleben. Und bei dem Umfang von über 100 Ölgemälden, Radierungen, Tuschezeichnungen und Aquarellen soll es keineswegs bleiben, kontinuierlich wird der Online-Bestand aufgestockt. „Ziel ist es, die Sammlung umfassend mit ihren Werktiteln im Internet zugänglich zu machen“, teilt das Museum mit. Und das bedeutet: die Plattform kann ohne Einschränkungen genutzt werden, egal ob zu privaten oder wissenschaftlichen Zwecken. 

Dass Ernst Ludwig Kirchners „Vier Badende“ sich nun auch in den heimischen vier Wänden völlig nackt präsentieren oder Lovis Corinths porträtierter Paul Bach vom Laptopbildschirm gemütsneutral auf den Betrachter blickt, hängt mit dem derzeit laufenden Projekt zur Provenienzforschung am Museum zusammen. „Die ersten beiden Jahre dieses umfangreichen Forschungsvorhabens wurden durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste und die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern gefördert. Nun geht es mit der Förderung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste für weitere zwei Jahre in die Verlängerung“, heißt es in einer Mitteilung des Museums. Die Auswahl der online gestellten Werke richtet sich folglich nach den Objekten, für welche die Provenienzrecherchen für den Zeitraum von 1933 bis 1945 schon abgeschlossen werden konnten. 

Dass das Museum dabei auch Einblicke hinter die in der Kunstszene so gerne im Verborgenen gehaltenen Kulissen gewährt, und zwar der ganzen Welt, rühmt das Museum selbst als eine „Pionierleistung für ein nichtstaatliches Museum“. Ein Auge auf die Online-Sammlung geworfen, lässt erahnen, dass sich diese „Pionierleistung“ keineswegs ausschließlich an ein Fachpublikum richtet. Jedes Werk erscheint nämlich mit umfangreichen Informationen auf dem Bildschirm: Künstler, Titel, Material, Entstehungsjahr, Größe und weitere Details erscheinen da übersichtlich aufgeführt, hinzu kommt eine ausführliche Beschreibung des Dargestellten sowie die aktuellen Ergebnisse aus der Forschung des Museums zu dem jeweiligen Kunstobjekt. Auch die Rückseite der Werke wird beleuchtet, eine Seite, die an der Wand des Museums dem Betrachter normalerweise den Rücken zukehrt und so bislang ein unergründbares Mysterium geblieben war. ra

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