Plan B sorgt für Verärgerung

Interimskindergarten: Bad Heilbrunn weiß nicht, ob die Container bis September auch wirklich stehen

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Nicht schön, aber praktisch: So wie hier in Königsdorf könnte der Interims­kindergarten auch in Bad Heilbrunn aussehen.

Bad Heilbrunn – Insgesamt 20 Familien musste Dietlind von Plettenberg für das im September beginnende Kindergartenjahr eine Absage erteilen. Die Leiterin des Kindergartens St. Kilian informierte daraufhin Bürgermeister und Gemeinderäte. Zu spät, finden die betroffenen Eltern.

Ein gutes Dutzend Männer und Frauen war am Dienstag ins Rathaus gekommen, um in der Gemeinderatssitzung ihrem Unmut Luft zu machen. Sie gehören zu den Familien, die für ihre Kinder im September dieses Jahres keinen Platz im Kindergarten St. Kilian erhalten haben. Der Träger, die katholische Kirche, erklärte, eine Erweiterung am jetzigen Standort sei nicht möglich. „Mit vier Kindergarten- und zwei Krippengruppen sind wir einfach voll“, so Dietlind von Plettenberg. 

Die Gemeinde plant, bis September auf dem ehemaligen Post-Grundstück Container als Übergangslösung aufzustellen. Zwei Gruppen sollen dort Platz finden, als Träger dafür wie auch für den späteren Neubau konnte die evangelische Kirche gewonnen werden – eine Entscheidung, die am Dienstag taufrisch auf den Tisch kam. Auch sonst schien einiges in letzter Sekunde eingetütet worden zu sein. Denn der Plan B, falls die Container bis Ende der Sommerferien nicht stehen, wurde bis kurz vor Sitzungsbeginn eruiert. Plan B sieht vor, vorübergehend eine Spielgruppe zu initiieren, in der die Kinder wenigstens zehn Stunden pro Woche betreut werden könnten, oder Tagesmütter zu engagieren. 

Zu viel des Erträglichen für die verärgerten Eltern, die darauf hinwiesen, dass die Gemeinde nicht erst seit acht Wochen um den Bedarf an zusätzlichen Plätzen wisse. Zum einen würden schon jetzt 20 Heilbrunner Kinder in anderen Gemeinden betreut, zum anderen „hat die Gemeinde im Zuge der Gründung des Waldkindergartens vor anderthalb Jahren schon den Bedarf bei den Eltern abgefragt“, sagte Katharina Bierling. Mit welchen Folgen eine Absage verbunden ist, machte Anne Dettl deutlich: „Viele Familien sind angesichts der hohen Immobilien- und Mietpreise in Bad Heilbrunn auf das zweite Einkommen der Mütter angewiesen und brauchen deshalb einen Betreuungsplatz.“ 

Grünen-Gemeinderat Bernd Rosenberger zeigte Verständnis für die Situation der Familien: „Wir können die Not der Eltern voll verstehen.“ Ein Bekenntnis, mit dem Kilian Spindler, ein betroffener Vater, nicht viel anzufangen wusste. „Das beruhigt mich nicht und hilft mir überhaupt nicht weiter.“

Rathauschef Thomas Gründl bekräftigte, alles dafür zu tun, dass die Container bis September bezugsfertig sind. Auch sei bereits eine Kita-Leitung gefunden worden. Personal würde notfalls vom evangelischen Kindergarten in Bad Tölz abgezogen werden, falls man bis September nicht genügend Erzieherinnen gefunden habe. Und Gründl bat darum, ihm Härtefälle persönlich zu melden. Für den, der etwa unbedingt den Kita-Platz benötige, um seine Arbeit nicht zu verlieren, „werden wir eine Lösung finden“. sg

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