Den Knoten durchschlagen

Der Projektentwickler Küblböck erntet nichts als Lob für seine Edeka-Pläne

Projektentwickler Herbert Küblböck stellte dem Stadtrat das neue Konzept für das Edeka-Areal vor, auf dem in 15 Gebäuden auch 400 Wohnungen untergebracht werden sollen.

Penzberg – Bei sämtlichen Stadtratsfraktionen fand die Neukonzeption für das Edeka-Areal am Dienstagabend großes Gefallen. Und mehr noch: Auch der Gewerbeverein „Pro Innenstadt“ zeigte sich glücklich über die aktuelle Planung, mit welcher der Regensburger Projektentwickler Herbert Küblböck offensichtlich den gordischen Knoten in der Frage um die Entwicklung der Brache durchschlagen hat.

Dass das E-Center verlagert und vergrößert wird, dass der Hagebaumarkt auf eine Erweiterung verzichtet, dass Lidl hierher umzieht und dass auch noch 800 Quadratmeter für Tierfutter und Tierbedarf zur Verfügung stehen, sorgte, da im Wesentlichen bereits bekannt, nicht für die Euphorie im Stadtrat und darüber hinaus. Ins Schwärmen gerieten die Vertreter von Politik und Einzelhandel aber über Küblböcks Ankündigung, auf dem weitläufigen Gelände rund 400 Wohnungen errichten zu wollen. Und er betonte, dass dort künftig nichts mehr verkauft werde, was es in der Innenstadt auch gebe. Eine Aussage, die bei „Pro Innenstadt“, wo sich bisher Küblböcks schärfste Kritiker befunden hatten, auf großes Wohlwollen stieß: „Wir begrüßen den Konzeptvorschlag der Küblböck Unternehmensgruppe. Der Erstellung eines Bebauungsplans für das Gesamtareal und dessen zügige Umsetzung steht aus unserer Sicht nichts im Weg“, betonte Monika Uhl, die Vorsitzende von „Pro Innenstadt“. Was den Gewerbeverein so frohgemut stimmt, ist der Umstand, dass durch Küblböcks Pläne eine „Beeinträchtigung des innerstädtischen Handels“, nicht mehr erkennbar sei. Küblböck, der tags zuvor bei einer ersten internen Präsentation seines Konzepts sichtlich angespannt gewirkt hatte, war die Erleichterung anzumerken. Die Erleichterung auch darüber, dass Edeka, ihm die Fläche des E-Centers verkauft und künftig bei ihm als Pächter einzieht. „Das war schon ein schwieriger Schritt für das Unternehmen“, sagte er. 

Christine Geiger (CSU) lobte Kübl­böck vor allem für seinen langen Atem, nachdem alle seine bisher unterbreiteten Vorschläge zum Teil auf große Ablehnung gestoßen waren. Jetzt aber werde die CSU „das Konzept mit ein paar kleinen Ergänzungen mittragen“. Geiger zeigte sich zudem überzeugt davon, dass es gut gewesen sei, „nicht gleich das erste Konzept genehmigt zu haben“. Ferner regte sie an, darüber nachzudenken, die immensen Dachflächen zu nutzen, „eventuell gar für einen Kindergarten“. Elke Zehetner (SPD), der es als Bürgermeisterin nicht gelungen war, eine Einigung mit Küblböck zu erzielen, nannte das Konzept „einen großen Wurf, der so ganz anders ist, als er 2013 angedacht war“. Allerdings gelte es, mit der Infrastruktur etwa beim Verkehr und der Kinderbetreuung nachzubessern. Mancher Penzberger werde aber auch traurig sein, dass sich kein Elektromarkt ansiedele und auch der Hagebaumarkt keine Vergrößerung anstrebe. 

Angetan zeigte sich auch Kerstin Engel (Grünen): „Das wird alleine schon durch die Nähe zur Berghalde und einer Lebensmittelversorgung ein sehr schönes Wohnquartier.“ Für dessen Realisierung regte sie an, einen darauf spezialisierten Planer einzubinden, um attraktive Wohnstrukturen zu schaffen. „So könnte es trotz dichter Bebauung vermieden werden, dass hier soziale Brennpunkte entstehen“, so Engel. Zudem sollte parallel dazu eine Kindertagesstätte errichtet werden: „Es wäre verkehrt darüber nachzudenken, wenn das Wohngebiet schon steht.“ Auch Markus Bocksberger (Penzberg Miteinander) war mit der nun vorliegenden Planung ziemlich zufrieden, er hofft nun auf ein „Vorzeigeprojekt im Miteinander von Wohnen, Handel und Umwelt“. Und Armin Jabs (BfP) erklärte kurz und bündig, dass seine Fraktion von diesem Konzept „sehr angetan“ sei. 

Angesichts dieser Einmütigkeit war es letztlich nur eine Formsache, dass der Stadtrat die Verwaltung damit beauftragte, die nächsten Schritte in der Bauleitplanung einzuleiten. dd

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