Grüner wird’s nicht

Asamstraße in Benediktbeuern soll drei Bäume bekommen

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Nun sind die Anwohner gefragt: Durch Bäume und Zäune ohne Beton­sockel könnte der dörfliche Charakter der Asamstraße aufgewertet werden.

Benediktbeuern – Die Planungen für die Sanierung der Asamstraße sind so gut wie abgeschlossen. Nach Gesprächen mit dem Planungsbüro, mit Anwohnern und der Teilnehmergemeinschaft Dorferneuerung, zu der auch das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) gehört, beriet nun der Gemeinderat über das Projekt. Alle Wünsche für die Neugestaltung der Asamstraße ließen sich dabei nicht unter einen Hut bringen, dafür sind die Anforderungen an die Wohnstraße und zugleich zentrale Verkehrsachse zu unterschiedlich. Das Gremium einigte sich jedoch auf Eckpunkte und plant nun eine weitere Anliegerversammlung. Dabei soll die Bereitschaft der Bürger abgeklopft werden, der Straße zu mehr Grün zu verhelfen als der Plan der Gemeinde es vorsieht.

Bevor Bürgermeister Toni Ortlieb die Überlegungen der Teilnehmergemeinschaft Dorferneuerung darlegte, warf er noch einmal einen Blick zurück auf die Planung für die Asamstraße, die ja nun schon länger läuft. „Dass wir die Planung zunächst gestoppt haben, war aus heutiger Sicht gut, denn inzwischen wurde die Straßenausbaubeitragssatzung abgeschafft“, erinnerte Ortlieb. Dass die Sanierung nun im Rahmen der Dorferneuerung mit 60 Prozent gefördert werde, sei „ein Glücksfall“, denn vom Freistaat erhalte die Gemeinde im laufenden Jahr lediglich 10.000 Euro für die Straßensanierung. 

Anschließend fassten die Gemeinderäte detaillierte Beschlüsse, etwa zum Gehweg, der als Tiefbord mit einer Breite von 1,50 Meter ausgeführt wird, mit Ausnahme einer Engstelle im oberen Straßenbereich, wo es nur 1,20 Meter sind. Der Vorschlag des ALE, die Eigentümer zum Rückbau ihrer Betonmauern oder Betonsockel zu bewegen, damit das Gras vom Garten unter dem Zaun hindurchwachsen kann, soll den Anwohnern unterbreitet werden. Diese könnten einerseits eine Förderung erhalten, wenn sie mindestens 5.000 Euro in einen neuen Zaun investieren, andererseits würde ihnen aber die Pflege des Grünstreifens obliegen. Sollten sich die Grundbesitzer von dieser Idee wenig begeistert zeigen, sieht der Gemeinderat als Alternative einen Schottergrünstreifen aus Mineralbeton und Grassamen vor, mit dem der Bauhof nur wenig Pflegeaufwand hätte. 

Die Reduzierung der eingeplanten Bäume von ursprünglich acht auf nurmehr drei wurde unterschiedlich aufgenommen. Anton Lugauer (CSU) zeigte sich damit sehr zufrieden, weil so der Verkehr auf dem „Hauptverkehrsweg“ abfließen könne und die Flächen zwischen den Bäumen ohnehin nur zum Parken eingeladen hätten. Seine Fraktionskollegin Margarete Steffens hingegen war davon wenig angetan. „Das ist ein Beispiel dafür, wie man Möglichkeiten verspielt, die man bei der Neugestaltung einer Straße gehabt hätte“, kritisierte sie. Steffens hätte mit dem Pflanzen einiger Bäume gerne mehr Lebensqualität geschaffen und den Verkehr dieser untergeordnet. „Bei verringertem Tempo hätten alle Platz gehabt, auch landwirtschaftliche Geräte und Lastwagen“, ist sie überzeugt. Steffens befürchtet gar ein düsteres Bild: „Es gibt keinen Schatten, die Sonne brennt auf eine Asphalt- und Pflasterwüste herunter, und statt Vorgärten werden Stellplätze entstehen.“ Ganz so negativ wollte Sandra Rauchenberger (FBM) dies nicht sehen. Sie rechnet damit, dass manche Hauseigentümer dem Appell folgen werden, auf Kosten der Gemeinde an ihrer Grundstücksgrenze Bäume zu pflanzen. Rathauschef Ortlieb schlug indessen eine Ersatzpflanzung von drei Bäumen entlang der Ludlmühlstraße vor und erhielt dafür breite Zustimmung. 

In einer erneuten Anliegerversammlung will man nun Fördermöglichkeiten aufzeigen und über die Hauswasseranschlüsse informieren, die mindestens bis zur Grundstücksgrenze saniert werden sollen. Vor Beginn der Baumaßnahmen wird übrigens ein Beweissicherungsverfahren für alle Häuser und Zäune entlang der Asamstraße durchgeführt. Sollten entstandene Schäden ersetzt werden müssen, könne man dadurch feststellen, „ob der Riss schon vorher da war oder nicht“, erklärte Ortlieb ab­schließend. cw

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