Alte Bausubstanz wird erhalten

Musikschule erhält im ehemaligen Kino ein steileres Dach und damit mehr Raum

+
Bleibt, wie es ist: Nach einer leichten Modifikation der Pläne kann die Fassade des ehemaligen Metropol-Kinos nun doch ganz erhalten bleiben.

Penzberg – Eine schöne Landschaft mitten in der Stadt ist das Ziel, aber keine aus Bäumen, Wiesen und Bergen: ein harmonisches Gefilde aus Dächern strebt die Regierung von Oberbayern in Penzberg an, dort, wo einmal die Musikschule einziehen soll.

Die Planungen für den Umbau des ehemaligen Metropol-Kinos für die Musikschule nehmen immer konkretere Formen an. So konnte der Bauausschuss nun erfahren, dass die Förderstelle der Regierung von Oberbayern auf eine leicht modifizierte Dachform drängt, die sich mehr an den umliegenden Gebäuden orientiert. Dadurch ergeben sich aber durchaus Vorteile: Der Konzertsaal gewinnt ebenso etwas an Höhe wie die Probenräume im Obergeschoß. 

Wie Stadtbaumeister Justus Klement berichtete, habe die Regierung von Oberbayern den Wunsch geäußert, in dem Quartier rund um die Stadthalle eine einheitliche Dachlandschaft zu bewahren. Der Vorschlag aus München: ein steileres Dach sowie Dachgauben. „Nun wurde die Planung angepasst“, so Klement. Dies wiederum hat zur Folge, dass die Wand, die zur Bürgermeister-Rummer-Straße zeigt, nun komplett erhalten bleiben kann. „Die historische Wandgeometrie bleibt bestehen“, erklärte Klement. Darüber hinaus erhalte der für Konzerte und Aufführungen vorgesehene Saal mehr Luft, und auch die Proberäume im Obergeschoß profitieren davon, da das Gebäude insgesamt um einen Meter höher wird. 

Unverändert bleibt aber der Aufbau im Inneren der künftigen Musikschule: Das historische Kino-Foyer mitsamt der Kasse wird nicht angetastet, festgehalten wird auch an einem Logistik-Kern innerhalb des Gebäudes, wo etwa Lagerräume untergebracht werden. Im großen Saal finden übrigens 160 Stühle Platz, die Bühne wird für den Bedarf einer Musikschule umgebaut. Unklar ist noch, ob es eine Fluchttreppe an einer Außenwand braucht. „Wir versuchen, das zu lösen“, so Klement. Auch tüftele man noch an der Baustelleneinrichtung. Zwar werden wohl drei Birken und eine Rosskastanie gefällt werden müssen, wobei der direkt an der Straße stehende Baum ohnehin erkrankt ist. Dafür sind dann Ersatzpflanzungen vorgesehen, denn gerade die Birken entlang des Schwadergrabens seien ein „Leitmotiv, das auch durch den Metropolumbau nicht außer Kraft gesetzt werden kann“, wie Klement erklärte. Außerdem kündigte er an, dass „demnächst“ von ihm auch die Kostenberechnung vorgelegt werde. 

Im Bauausschuss stieß das Vorhaben auf Zustimmung, auch wenn einigen Mitgliedern die erste Entwurfsplanung bezüglich der Fassade besser gefiel. Zur Erinnerung: Hier wäre ein Teil der Fassade abgeschnitten und ein zusammenhängender rechteckiger, moderner Erker eingebaut worden. Dass nun die Regierung auf Gauben drängt, bedauerte etwa Thomas Keller (SPD). „Die erste Variante war schöner“, befand auch Armin Jabs (BfP). Justus Klement indes verteidigte die Anregungen der Regierung von Oberbayern: „Diese konstruktive Außenansicht aus München hat auch schon bei der Stadthallensanierung gut getan.“ Und er verwies nochmals auf den Vorteil, dass nun eben die gesamte Fassade erhalten bleibe. „So würdigen wir die alte Bausubstanz“, freute sich Klement. arr

Auch interessant

Meistgelesen

Colt im Handschuhfach
Colt im Handschuhfach
Auftakt im Bernsteinzimmer
Auftakt im Bernsteinzimmer
Kinderjury entscheidet über nächsten „Urmel“-Preisträger, hüllt sich darüber aber in Schweigen
Kinderjury entscheidet über nächsten „Urmel“-Preisträger, hüllt sich darüber aber in Schweigen
FDP gründet einen Ortsverband in Penzberg
FDP gründet einen Ortsverband in Penzberg

Kommentare