Wieder kein Gold

EWO-Solarstrompreis: Penzberg verfehlt abermals den ersten Platz

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In seiner Transparenz kaum zu erkennen, aber von großer symbolischer Bedeutung: der Solarstrompreis, den Andreas Scharli, Josef Kellner und Walter Weiss von der EWO (von links) nun an Bürgermeisterin Zehetner übergaben.

Penzberg – Zum Glück ist der Preis aus Glas und nicht aus Metall, denn sonst würde auf den ersten Blick erkennbar sein, dass es wieder nicht für Gold gereicht hat. Bei der Vergabe des Solarstrompreises der Energiewende Oberland (EWO) belegte Penzberg den zweiten Platz. 

Da muss Josef Kellner, der Vorstandsvorsitzende der EWO, schon schmunzeln, als er ein Jahr zurückdenkt. Da war er nämlich schon einmal im Rathaus und übergab Bürgermeisterin Elke Zehetner die Bronzevariante des Solarstrompreises. Damals war die Rathaus­chefin zuversichtlich, dass 2019 Gold winkt. „Knapp vorbei, ist auch daneben“, schmunzelt nun Kellner und übergibt Zehetner den Preis samt Urkunde, auf der in großen Lettern „2. Platz“ prangt. 

Die EWO vergibt den Solarstrompreis jedes Jahr an Kommunen, die den größten Zuwachs an Photovoltaik-Leistung verbuchen konnten. Und da war Penzberg mit 29 neuen PV-Anlagen und einer zusätzlichen PV-Leistung von fast 2.400 Kilowattpeak (kWp) zwar gut, aber eben nicht gut genug. Denn mit nur vier neuen Anlagen konnte die kleine Gemeinde Eschenlohe aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen rund 80 kWp mehr Leistung als Penzberg erbringen. 

Nichtsdestotrotz befindet Kellner knapp 30 neue PV-Anlagen in der Stadt als eine „Hausnummer“, auch wenn mit Sonnenenergie bislang lediglich ein Viertel des städtischen Strombedarfs gedeckt wird. „Da ist noch Luft nach oben“, meint der EWO-Mann. Gleichzeitig räumt Kellner ein, dass der Stromverbrauch in den vergangenen Jahren überall stark angestiegen sei, in nahezu jedem Haushalt stünden mehrere Computer und Fernseher, und auch die Elektromobilität auf zwei und vier Rädern gewinne an Bedeutung in der Bevölkerung. 

Apropos Bevölkerung: Auch wenn Zehetner die gläserne Auszeichnung entgegennimmt, so betont die Rathaus­chefin doch, dass es sich bei dem guten Stück um einen „Bürgerpreis“ handele, haben doch all die Kleinanlagen auf den Dächern der Stadt einen Anteil an dem energetischen Fortschritt. Deshalb wünscht sie sich, dass künftig mehr solcher Photovoltaikflächen errichtet werden. Eine Verpflichtung zur Installation, so wie bei der Ziegelform auf Dächern, kann der Stadtrat zwar im Bebauungsplan nicht einfordern, jedoch kann er eine Empfehlung aussprechen. ra

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